Es gibt gute Argumente

Die Frage ob sich Uhren als Wertanlage eignen oder ein Investieren in Uhren lohnt, aktueller den je. Die Ausgangslage für einen Uhrenkauf ist ausgesprochen gut. Die hohen Produktionskapazitäten, der eingebrochene Uhrenabsatz und die die Suche nach Sicherheit bieten Raum für eine höhere Flexibilität im Verhandeln von Preisen und ein reiches Angebot an Uhren. 
Aber auch abseits des Geschäfts mit neuen Uhren tut sich einiges. Der Markt der gebrauchten Uhren bietet ein großes Angebot und gute Preise. Auch das eine oder andere Graumarkt-Exemplar ist auf den einschlägigen Portalen aktuell zu finden. 
Nur – ist Investieren in Uhren aus Gründen der Rendite ein kluger Rat?

gute Angebote

Wer allerdings glaubt, dass er für ein schnelles Uhren Investment mit hoher Rendite nur noch beim Juwelier seines Vertrauens vorbeischauen muss, der hat sich getäuscht. Die Wartezeit der Top Modelle ist extrem lange und für manche Modelle sind die Wartelisten sogar geschlossen. In den Schaufensterauslagen steht bei den begehrten Uhren sogar noch der Hinweis “Unverkäufliches Muster”. Etwas was allenfalls aus Schaufensterläden der ehemaligen DDR bekannt war.

Nur – die Markenverantwortlichen von Patek Philippe, Rolex, Audemars Piguet wie andere Luxus-Marken wissen nur zu gut, dass die Nachfrage nach den stark gesuchten “It-pieces” stets positiv auf die ganze Marke abstrahlt. Entsprechend sorgt man dafür, dass ein gesunder Mangel erhalten bleibt. Schlimmer noch. Patek Philippe hat sogar sein gesuchtestes Stahlmodell der Patek Philippe Nautilus vorerst eingestellt, da man den Hype für nicht gesund hielt. 

Dafür ist der Moment günstig, sich abseits von Nautilus, Pepsi und Royal Oak nach interessanten hochwertigen mechanischen Uhren umzusehen. Es gibt viele Marken und Modelle, die weniger im medialen Fokus stehen, aber ausgesprochen schöne Uhren und hochwertige Technik zu erschwinglichen Preisen bieten. Gerade die großen klassischen Premium-Marken Omega, IWC, Vacheron Constantin, Chopard, Zenith, Breitling, Longines, TAG Heuer, Jaeger-LeCoultre, Cartier, Panerai, Hublot, Bulgari oder Lange & Söhne haben eine Phalanx von schönen und erhältlichen Modellen, die echte Uhren-Klassiker sind. Die Top Modelle dieser Marken sind schön, technisch ausgereift und haben ein Design, dass jenseits der aktuellen Mode und der sich schnell ändernden Geschmäcker ist. Auch kleinere, sehr luxuriöse Marken wie  Greubel-Forsey, Moser & Cie., Parmigiani Fleurier, MB & F oder Ferdinand Berthoud bauen solch hochwertige Uhren in kleiner Stückzahl, allerdings werden hier großes Beträge aufgerufen.

Nur ist dieses Investieren in Uhren vernünftig und verspricht dieses Invest eine Rendite, vergleichbar einem Wertpapier oder einer Aktie?
Die Antwort lautet schlicht: Nein!
Natürlich haben hochwertige Uhren eine gute Wertstabilität. Manche Uhren steigen sogar in ihrem Wert über den Verkaufspreis. Aber selbst diese Uhren sind allenfalls vergleichbar mit einer guten Aktienanlage und ihrer Rendite. 
Wenn Sie in eine Uhr investieren, investieren Sie in Ihren Stil und nicht in ein Wertpapier. Ebenso behält eine schöne Uhr je nach Marke und Modell in der Regel zwischen 30% und 70% ihres Werts. Aber sie wird nur in Ausnahmefällen eine klassische Wertsteigerung erhalten. Entsprechend realistisch sollten Sie ein Investment tätigen. Ebenso sollten Sie auf folgende Regeln achten. 

investieren in Uhren: 

  • Das Uhrendesign
    Die wichtigste Regel für Uhren als Wertanlage ist identisch mit der für einen Kunstkauf. Kaufen Sie nur eine Uhr, die Ihnen wirklich gefällt. Und denken Sie daran, dass Form und Gestalt der Uhr auch noch in 10 Jahren angesagt sein sollte. 
  • Die Uhrenmarke
    Luxus und Premium-Marken sind gute Voraussetzungen für Uhren als Wertanlage und eine spätere Wertsteigerung
    Dazu kommt, dass es ähnlich wie im Automobilmarkt immer Aufsteiger und Absteiger gibt. Wenn Sie einen Blick auf die Plattformen für gebrauchte Uhren sehen erkennen Sie sehr schnell, welche Uhrenmarken, aber auch welche Modelle der Uhrenmarken gesucht sind und welche kaum Nachfrage erzeugen. 
  • Das Kaliber und seine Komplikation
    Je hochwertiger das Kaliber und je mehr Manufaktur in der Uhr stecken, desto höher die Chance auf eine künftige Begehrtheit. Dies gilt auch für mögliche Komplikationen. Tourbillon, Schleppzeiger, Weltzeit oder Chronographen sind begehrt und werten eine Uhr auf. 
    Vorsicht ist jedoch dann angeraten, wenn Uhren präsentiert werden, bei denen die Technik noch nach einem sehr übereilten Entwurf aussieht. So manche Innovation hat sich im Alltagsbetrieb als noch nicht ausgereift erwiesen. 
  • Gehäuse aus Edelmetall oder innovativen Materialien
    Platinuhren, Golduhren, Titan oder Bronze machen Uhren besonders. Auch besondere Gehäusematerialien wie Karbon oder Saphir werten eine Uhr auf, sind jedoch sehr empfindlich. Schauen Sie jedoch außerdem genau hin. Wie ist die Verarbeitung und wie ausgereift erscheint die Uhr. Echte Luxusmarken unterscheiden sich hier stark von der breiten Masse. 
  • Limitierungen und Anzahl der ausgelieferten Uhren
    Das besondere an Limitierungen ist eben, dass die Nachfrage im Idealfall die Anzahl der Uhren übersteigt. Könnte jeder zu jederzeit einfach in einen Laden gehen und eine Rolex Pepsi kaufen, wäre der Hype sehr schnell vorbei. Andererseits gibt es Uhrenmodelle die den Markt mit einer großen Anzahl von Limitierungen und Sondereditionen fluten. Dies lässt sich mit etwas Recherche schnell eruieren und hilft gegen unliebsame Überraschungen. 
  • Denken Sie voraus
    Neben den “Blue Chips” Uhrenmarken gibt es einige sehr schöne klein oder noch eher unbekannten Marken. Diese können sich schnell entwickeln, können jedoch auch im Nu viel an Wert verlieren. 
    Auch der richtige Zeitpunkt kann eine Rolle spielen. Halten Sie es mit Winston Churchill, der sagte: „Never let a good crisis go to waste“!