Was muss, das muss
Zur Absage der Watches & Wonders 2020, der Genfer Uhrenmesse und früheren SIHH, kann man stehen, wie man will. Nach Auffassung des Uhrenkosmos war sie konsequent und richtig. Niemand konnte im Februar 2020 vorhersagen, wie sich das Coronavirus weiter ausbreiten würde. Auch in der Schweiz hatte Sars-CoV-2 mittlerweile Einzug gehalten. Bremsen ließ sich die Entwicklung nicht mehr, nur eindämmen. Kurz darauf traf es auch Basel: Die Baselworld 2020 wurde zunächst verschoben und fand am Ende gar nicht mehr statt. Der Neustart als Houruniverse folgte später.
Nach damaligem Kenntnisstand wären viele der für die Uhrenbranche sehr wichtigen Besucher aus China und dem übrigen Fernen Osten ohnehin nicht in die malerische Rhônestadt gereist. Viele Flugverbindungen waren ausgesetzt, wirksame Impfungen standen noch aus. Ganz abgesehen davon hätten die dennoch aus China, Südkorea oder Singapur Angereisten womöglich angstbesetzte Skepsis zu spüren bekommen. Zu derlei Auswüchsen kam es damals bereits.

2020 sollte der Genfer Uhrensalon SIHH eingängiger Watches & Wonders heißen. Wegen des Coronavirus fiel die Veranstaltung aus.
Logische Entscheidung
Daher musste die Genfer Messeleitung handeln, und zwar so früh, dass sich die anstehenden Planungen noch revidieren ließen. Hätte sich Ende April auch nur ein Messebesucher mit dem Virus infiziert und womöglich nachhaltigen Schaden genommen, wären zwangsläufig unüberhörbare Vorwürfe laut geworden. Vorsicht ist eben die Mutter der Porzellankiste. Insofern war die Absage durch die Fondation de la Haute Horlogerie nur folgerichtig.
Was aus den Neuheiten wurde
Wichtige Marken des Richemont-Konzerns wie A. Lange & Söhne, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Montblanc, Panerai und Vacheron Constantin zeigten ihre Neuheiten stattdessen digital. Der Genfer Uhrensalon fand 2020 also nur im Netz statt.
Unabhängig davon formierten sich die Geneva Watch Days. Die Idee stammte von Bulgari-Chef Jean-Christophe Babin, mit im Boot waren unter anderem Breitling, Girard-Perregaux, Ulysse Nardin und MB&F. Zunächst für Ende April geplant, wurden die dezentralen Genfer Uhrentage auf den 26. bis 29. August 2020 verschoben. So gab es doch noch ein bisschen Uhrensalon, und das Format hat sich gehalten, wie die Geneva Watch Days 2026 zeigen.
Die aktuellen Termine: Uhrenmessen 2026 im Überblick.






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