Chronograph-Rattrapante

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Der Chronograph-Rattrapante ist ein zweiter Sekundenzeiger bei mechanischen Chronographen, der das Stoppen von Zwischenzeiten erlaubt. Er wird auch Schleppzeiger genannt.

Der sogenannte Schleppzeiger-Mechanismus erweitert die Anwendungsmöglichkeiten eines normalen Chronographen. Der Nutzer kann simultan zwei oder mehrere Zeitintervalle stoppen, wenn sie gleichzeitig beginnen und unterschiedlich lange dauern. Praktisch ist das beispielsweise für Wettläufe oder sonstige Rennen.

Zu diesem Zweck ist der Schleppzeiger über ein komplexes Zusatz-Schaltwerk mit dem Chronographenzeiger gekoppelt. Über einen speziellen Drücker lässt sich der Schleppzeiger beliebig oft anhalten und mit dem unterdessen weiterlaufenden Chronographenzeiger wieder in Deckung bringen.

Historische Entwicklung des Chronograph-Rattrapante

Echte Schleppzeiger-Chronographen gibt es seit 1883. Armbanduhren mit Chronograph-Rattrapante wurden erstmals gegen 1920 der Öffentlichkeit vorgestellt. Wegen ihrer aufwändigen Technik blieben sie allerdings immer eine Exklusivität. Die Kosten überstiegen die eines normalen Chronographen nämlich um etwa 50 Prozent.

Auch der sogenannte “Mono-Rattrapante” von Bovet und die vergleichsweise simple Konstruktion von Dubey und Schaldenbrand aus dem Jahre 1946 konnten dem Schleppzeiger-Chronographen nicht zum Durchbruch auf breiter Basis verhelfen.

Bovets Mono-Rattrapante von 1936 besitzt nur einen Zeiger, der nach dem Ablesen der Zwischenzeit auf die Position weiterspringt, die er bei kontinuierlichem Weiterlaufen eingenommen hätte. Beim Modell von Dubey und Schaldenbrand sind hingegen zwei Chronographenzeiger durch eine feien Spiralfeder verbunden.

Deshalb verschwanden Armbanduhren mit Chronograph-Rattrapante in den sechziger Jahren fast ganz. Erst mit der Renaissance der mechanischen Armbanduhr in den 80er Jahren fand der Schleppzeiger-Chronograph wieder Beachtung.  Blancpain und die Frédéric Piguet SA lancierten diese anspruchsvolle Technik im Jahre 1988 neu – auf hohem preislichen Niveau und erstmals in Verbindung mit einem automatischen Aufzug. Höhe des Uhrwerks: 6,9 Millimeter.

1992 statteten Chronoswiss, IWC und Ulysse Nardin das bewährte Automatikkaliber Valjoux 7750 erstmals mit einem Schleppzeiger-Mechanismus aus.