Schlankere Maße und neue Zifferblätter
Wer eine mechanische Armbanduhr mit Handaufzug trägt, kennt das Ritual. Krone drehen, Zugfeder spannen, weiter geht’s. Bei der Oris ProPilot Calibre 111 kann man sich damit ausgesprochen viel Zeit lassen. Nach vollständigem Aufzug tickt das Werk 240 Stunden am Stück. Nun hat Oris seiner markanten Fliegeruhr ein überarbeitetes Äußeres spendiert. Die Technik bleibt, die Proportionen ändern sich. Und das tut dem Modell gut.

Von der großen Krone zur ProPilot
Die Verbindung zwischen Oris und der Fliegerei reicht weit zurück. 1938 präsentierte die 1904 gegründete Uhrenfirma aus Hölstein ihre erste Big Crown Pointer Date. Die ungewöhnlich große Krone ließ sich auch mit Pilotenhandschuhen bedienen. Ein zentraler Zeiger wies auf das Datum am Zifferblattrand. Beides entwickelte sich zu einem Erkennungszeichen der Marke.

2014 schlug Oris mit der Big Crown ProPilot ein neues Kapitel auf. Statt nostalgischer Anmutung gab es ein betont instrumentelles Erscheinungsbild. Zur anfänglichen Modellfamilie gehörten Fliegeruhren mit Datum, Wochentag und Chronographenfunktion. Noch im selben Jahr folgte die ProPilot Altimeter, eine mechanische Automatikuhr mit integriertem Höhenmesser. Ein durchaus ungewöhnlicher Beitrag zum Thema Fliegeruhr.

2015 gesellte sich die Big Crown ProPilot Calibre 111 hinzu. Ihr entscheidendes Argument fand sich nicht auf, sondern hinter dem Zifferblatt: ein eigenes Handaufzugswerk mit beachtlichen zehn Tagen Gangautonomie. Diesen Gedanken greift die aktuelle Kreation auf.

Zehn Tage aus einem Federhaus
Die Vorgeschichte des Kalibers reicht ins Jahr 2014. Zum 110. Firmengeburtstag stellte Oris das Kaliber 110 vor. Es handelte sich um die erste vollständige Eigenentwicklung seit rund 35 Jahren. Im Mittelpunkt stand ein ungewöhnlich großes Federhaus mit einer rund 1,80 Meter langen Zugfeder. Damit gelang es, Energie für ganze zehn Tage in nur einem Speicher zu konzentrieren.


2015 folgte das für größere Stückzahlen konzipierte Kaliber 111. Die Zeit-Mechanik basierte auf der Konstruktion des Vorgängers, ergänzte durch ein Fensterdatum. Ihre Unruh vollzieht 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, folglich beträgt die Frequenz drei Hertz. Stunden und Minuten zeigt ein zentrales Zeigerpaar, die kleine Sekunde dreht bei „9“.

Als Besonderheit offeriert der Marathonläufer eine patentierte nichtlineare Gangreserveanzeige bei „3“. Zu Beginn der zehn Tage liegen die Skalenteilungen dicht beieinander. Je weiter die Zugfeder entspannt, desto größer werden die Abstände. Im letzten Abschnitt der verbleibenden Kraftreserven legt der Indikator einen größeren Winkel zurück. Dadurch lässt sich der Zeitraum bis zum nächsten Aufziehen besser überblicken. Keine technische Spielerei also, sondern eine durchdachte Lösung für eine besondere uhrmacherische Herausforderung.

Oris ProPilot Calibre 111 – weniger Stahl, mehr Ruhe
Auf den ersten Blick bleibt die neue ProPilot unverkennbar. Die geriffelte, an eine Flugzeugturbine erinnernde Lünette und die große Schraubkrone prägen weiterhin das Gesicht der Uhr. Doch Oris hat das mehrteilige Edelstahlgehäuse von 44 auf 43 Millimeter verkleinert. Die Bauhöhe sank von 13,85 auf 13,20 Millimeter. Eine kleine Uhr ist das nicht, aber die geringeren Abmessungen kommen den Proportionen zugute. Die Überarbeitung steht zudem nicht für sich allein. Bereits 2025 hatte Oris die ProPilot Date mit neuen Zifferblattstrukturen, verfeinerten Zeigern und einer verbesserten LIFT-Faltschließe aufgefrischt. Mehr dazu hier im Uhrenkosmos.

Diese Gestaltungsmerkmale überträgt die Schweizer Traditionsmarke nun auf das mechanisch anspruchsvollere Modell. Die charakteristische Erscheinung bleibt erhalten, gewinnt aber an Eleganz. Noch stärker verändert sich das Zifferblatt. Schwarz oder Tannengrün stehen zur Wahl. Die vertikal gebürstete Hauptfläche trifft auf fein strukturierte Partien, welche unter anderem die Hilfsanzeigen betonen. Aufgesetzte arabische Ziffern und mit Super-LumiNova versehene Zeiger erleichtern das Ablesen. Auch das Fensterdatum hat Oris neu platziert: Statt neben der kleinen Sekunde bei „9“ befindet es sich jetzt bei „6“. Das wirkt ausgewogener und lässt den verschiedenen Anzeigen mehr Raum und lässt die Anzeiger leichter unter der Manschette hervorlugen.
Ein gewölbtes, innen entspiegeltes Saphirglas schützt Zifferblatt und Zeiger. Durch den Sichtboden lässt sich das 34 Millimeter große Handaufzugswerk betrachten. Die verschraubte Krone und der Schraubboden leisten einen wichtigen Beitrag zur Wasserdichte bis zehn bar.

Uhrenkosmos Fazit
Der technische Ehrgeiz ist geblieben, die demonstrative Größe hat Oris etwas zurückgenommen. Das macht die neue ProPilot Calibre 111 nicht zur zierlichen, aber zu einer stimmigeren Armbanduhr. Vor allem zeigt sie, dass ein mehr als zehn Jahre altes Konzept keineswegs in die Jahre gekommen sein muss. Manchmal genügt es, sich intensiv mit den Proportionen und dem Zifferblatt zu beschäftigen. 240 Stunden Gangautonomie sprechen ohnehin für sich.

Oris bietet beide Zifferblattfarben mit Edelstahl-Gliederband oder dunkelbraunem Cordovanleder an. Gemeinsam ist ihnen die charakteristische LIFT-Faltschließe. Beim Lederband erleichtert ein stufenloses Verstellsystem die Anpassung an das Handgelenk. Die unverbindlichen Publikumspreise in Deutschland betragen 5.900 Euro mit Leder- und 6.100 Euro mit Stahlband. Wer sich bei MyOris registriert, verlängert die Garantie kostenlos von zwei auf fünf Jahre. Auch das ist eine wichtige Entscheidungshilfe, wenn es um die Wahl einer neuen Armbanduhr im keineswegs alltäglichen Fliegerlook geht.

Beitragsinhalt
Datenblatt |
Oris ProPilot Calibre 111 |
| Referenz Schwarz, Leder | 01 111 7808 4164 07 6 20 19LC |
| Referenz Schwarz, Stahl | 01 111 7808 4164 07 8 20 04LC |
| Referenz Tannengrün, Leder | 01 111 7808 4167 07 6 20 19LC |
| Referenz Tannengrün, Stahl | 01 111 7808 4167 07 8 20 04LC |
| Gehäusematerial | Edelstahl, mehrteilig |
| Gehäusedurchmesser | 43 mm |
| Gehäusehöhe | 13,20 mm |
| Lünette | Edelstahl geriffelt |
| Glas | Gewölbtes Saphirglas, innen entspiegelt |
| Boden | Edelstahl-Schraubboden mit Saphirglas-Sichtfenster |
| Krone | Edelstahl-Schraubkrone |
| Wasserdichte | 10 bar (100 m) |
| Kaliber | Oris 111, Manufaktur |
| Aufzug | manuell |
| Gangautonomie | 240 Stunden (10 Tage) |
| Federhaus | Ein Federhaus |
| Frequenz | 21.600 Halbschwingungen/Stunde (3 Hz) |
| Werkdurchmesser | 34 mm |
| Anzeigen | Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Datum, Gangreserve |
| Zeiger | mit Super-LumiNova |
| Bandvarianten | Edelstahl-Gliederband oder dunkelbraunes Cordovanlederband |
| Schließe | LIFT-Faltschließe aus Edelstahl |
| Bandverstellung Leder | Stufenloses Verstellsystem |
| Verpackung | Schwarze Holzbox |
| Garantie | 5 Jahre nach Registrierung bei MyOris |
| Verfügbarkeit | Oktober 2026 |
| Preis Lederband | 5.900 EUR |
| Preis Stahlband | 6.100 EUR |
Weitere Informationen und Angaben zur Erhältlichkeit gibt es direkt beim Hersteller Oris.ch.






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