Keramik? Nicht ganz
Ein Emaille-Zifferblatt ist streng genommen kein Zifferblatt aus Keramik, wie man den Begriff heute etwa von Keramikgehäusen oder Keramiklünetten kennt. Bei technischer Keramik wird der keramische Grundstoff – häufig beispielsweise Zirkonoxid – mit den entsprechenden Farbstoffen beziehungsweise Pigmenten versetzt und anschließend gesintert. Die Farbe steckt damit im gesinterten Material selbst – ein Umstand, bei dem sich die MeisterSinger Edition Unitas 1Z Blue komplett unterscheidet.
Emaille funktioniert anders. Ausgangspunkt für ein Emaille-Zifferblatt ist auch bei MeisterSinger ein Kupferrohling. Darauf wird fein gemahlenes Emaillepulver aufgebracht und in mehreren Arbeitsgängen bei rund 800 Grad eingebrannt. Emaille ist im Kern ein spezieller Glasfluss, der sich beim Brennen dauerhaft mit dem metallischen Träger verbindet.
Auch das klassische Weiß solcher Zifferblätter ist keineswegs einfach die natürliche Farbe einer „weißen Keramik“. Wie wir bereits bei der MeisterSinger Singularis Emaille erläutert haben, lässt sich Email mit Antimonaten, Zirkonoxid oder Titandioxid weiß färben. Für Farbtöne kommen wiederum beispielsweise Kobalt- oder Chromoxide und andere Farbkörper zum Einsatz. Und genau hier wird das Hellblau der neuen Unitas 1Z Blue Edition interessant.


Farbe aus dem Feuer
Allerdings ist farbiges Grand-Feu-Emaille durchaus kapriziös. Bei den hohen Brenntemperaturen können Pigmente reagieren und ihren Farbton verändern. Selbst kleine Unterschiede bei Temperatur, Brenndauer oder der Stärke des Materialauftrags wirken sich auf das spätere Ergebnis aus. Auch Marken wie Patek Philippe oder Jaeger-LeCoultre kennen dieses Problem bei ihren Grand-Feu-Arbeiten. Denn etliche Pigmente verhalten sich bei rund 800 Grad anders als erwartet. Farbresultate verlangen deshalb vor allem eines – Wissen, Wiederholung und damit Erfahrung.
Bei MeisterSinger kommt ein weiteres Problem hinzu: Das Zifferblatt muss nicht nur schön blau werden, sondern auch absolut plan bleiben. Bereits minimale Abweichungen können beim Brennen zu Rissen oder Verformungen führen. Der Hersteller spricht deshalb selbst von entsprechend hohen Ausschussraten bei der Herstellung der Zifferblätter.
Das Ergebnis ist ein helles, fast porzellanartig wirkendes Blau, zu dem MeisterSinger schwarze, mittelblaue und rote Akzente kombiniert. Darüber bewegt sich der typische einzelne MeisterSinger-Zeiger. Passend zum traditionellen Zifferblatt besteht er aus Stahl und erhält seinen tiefen Blauton ebenfalls nicht durch Lackierung, sondern durch kontrolliertes Erhitzen.

MeisterSinger Edition Unitas 1Z Blue – zurück zu den Anfängen
Dass Emaille sehr gut zu MeisterSinger Uhren passt, ist als Erkenntnis nicht neu. Schon die ersten Uhren der 2001 gegründeten Marke besaßen einen warmen, elfenbeinartigen Zifferblattton. Manfred Brassler orientierte sich damit an den alten Emaille-Zifferblättern historischer Taschen- und Einzeigeruhren. Allerdings dauerte es dann noch einige Jahre, bis es zur Entwicklung von echten Emaille-Zifferblättern kam. Genauer gesagt bis ins Jahr 2004 und die erste Emaille-Edition. Im Jahr 2024 startete dann die Modellreihe MeisterSinger Emaille 1Z mit Unitas Werk und speziell kreiertem weißen Email-Blatt.
Die neue MeisterSinger Edition Unitas 1Z Blue führt diese Tradition weiter und kombiniert das klassische Taschenuhrkaliber mit einem anspruchsvollen, im zarten Blau leuchtenden Emaille-Zifferblatt.


Unitas 6497 im 40-Millimeter-Gehäuse
Im Inneren arbeitet das ETA/Unitas 6497 mit Handaufzug. Das ursprünglich für Taschenuhren konzipierte Kaliber passt mit seinen großzügigen Dimensionen ausgesprochen gut zum traditionellen Anspruch dieser Edition. MeisterSinger verziert das Werk mit Genfer Streifen, gebläuten Schrauben und einer Schwanenhals-Feinregulierung. Es arbeitet bei 3 Hz oder 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 46 Stunden Gangreserve. Durch den großen Glasboden lässt sich dabei das Zusammenspiel der Komponenten gut betrachten.
Untergebracht wird das Ganze in einem moderaten Edelstahlgehäuse mit 40 Millimetern Durchmesser bei 11,7 mm Bauhöhe. Darüber sitzt entspiegeltes Saphirglas, das in Kombination mit verschraubter Krone und Boden eine Wasserdichtigkeit von bis zu 5 bar oder 50 Meter Wassertiefe bietet. Am Handgelenk fixiert wird die Uhr mit 20 mm Anstoßbreite durch ein mahagonifarbenes Rindslederband mit Krokoprägung und Doppelfaltschließe.

MeisterSinger Edition Unitas 1Z Preis
Wer sich nun durch den Reiz des Emailles angesprochen fühlt und den Charme des Handaufzugs schätzt, sollte sich allerdings nicht zu viel Zeit zum Nachdenken geben. Denn die MeisterSinger Edition Unitas 1Z Blue (ED-Unitas-08E) wird weltweit in einer limitierten Auflage von lediglich 25 Mal gefertigt.
Die Auslieferung der Uhren startet im September 2026 und der Preis für jede der Uhren beträgt 6.990 Euro. Was bei MeisterSinger im oberen Bereich liegt, aber angesichts des hohen Aufwands der Zifferblatt-Herstellung sowie der schönen Finissage des Werks gut nachvollziehbar erscheint.
Weitergehende Infos zur Uhr gibt es direkt beim hersteller MeisterSinger unter diesem Link.

MeisterSinger Edition Unitas 1Z Blue
Datenblatt
| Gehäuse | Edelstahl |
| Größe | 40 mm groß, 11,7 mm hoch |
| Glas | Saphirglas |
| Gehäuseboden | Glassichtboden |
| Wasserdichtigkeit | 5 bar |
| Zifferblatt | Echtes Emaille, hellblau |
| Zifferblatt-Herstellung | Emaille-Pulver auf Kupferrohling |
| Zeiger | Gebläuter Stahl |
| Uhrwerk | ETA/Unitas 6497 |
| Aufzug | Handaufzug |
| Frequenz | 21.600 Halbschwingungen/Stunde (3 Hz) |
| Gangreserve | ca. 46 Stunden |
| Werkveredelung | Genfer Streifen, gebläute Schrauben |
| Feinregulierung | Schwanenhals-Feinregulierung |
| Schließe | Doppelfaltschließe |
| Preis | 6.990 Euro |
| Limitierung | 25 Exemplare weltweit |






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