Titan hat zweifellos einige gute Argumente auf seiner Seite: Das Material ist leicht, robust und korrosionsbeständig, und gerade bei größeren Uhren macht sich das geringere Gewicht am Handgelenk angenehm bemerkbar. Bronze-Uhren verfolgen dagegen ein ganz anderes Konzept. Ihre faszinierenden Gehäuse aus der kupferhaltigen Legierung reagieren höchst individuell auf Luft, Feuchtigkeit, Schweiß und Salzwasser, dunkeln nach und entwickeln mit der Zeit eine ganz eigene Patina. Zwei baugleiche Bronze-Uhren können deshalb schon nach wenigen Monaten völlig unterschiedlich aussehen – wer will, poliert sie mit etwas Zitronenwasser aber im Nu wieder auf Hochglanz.
Genau das scheint vielen Uhrenliebhabern und Taucheruhren-Fans zu gefallen. Unsere Übersicht von 7 ganz unterschiedlichen Bronze-Uhren 2026 liefert entsprechend Anregung und macht Lust auf Uhr – über wie unter Wasser.

Bronze-Uhren 2026:
Yema Superman Bronze CMM.10 – with a French Touch
Den interessantesten macht Yema. Erst Anfang August 2026 hat die französische Marke ihre Yema Superman Bronze CMM.10 um drei reguläre Varianten mit braunem, grünem und weißem Lackzifferblatt erweitert. Alle drei besitzen ein 39 Millimeter großes, helles, fast schon messingartiges Bronzegehäuse, vergoldete Indizes und Zeiger sowie den bekannten Verriegelungsmechanismus der Superman-Taucherlünette.
Die Wasserdichtigkeit beträgt 300 Meter. Das eigentliche Argument sitzt jedoch im Inneren. Yema verwendet sein in Morteau entwickeltes und montiertes Manufakturkaliber CMM.10. Das automatische Werk läuft mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, verfügt über 70 Stunden Gangreserve und wird mit einer ausgezeichneten Gangabweichung von minus drei bis plus fünf Sekunden täglich angegeben.
Der Preis beträgt 1.790 Euro. Damit bietet Yema eine Bronze-Taucheruhr mit eigenem Manufakturkaliber und 300 Metern Wasserdichtigkeit für weniger als 2.000 Euro. Das dürfte nicht nur französische Uhrenfreunde interessieren.


Panerai Radiomir Bronzo PAM00760 – Bronze trifft auf 90 Jahre Eilean
Bei Panerai gehören Bronze und maritime Geschichte beinahe zwangsläufig zusammen. Die im Mai 2026 vorgestellte Panerai Radiomir Bronzo PAM00760 erinnert an den 90. Geburtstag der 1936 gebauten legendären Segelyacht Eilean, die Panerai restaurieren ließ und seit Jahren als schwimmenden Markenbotschafter einsetzt.
Das vollständig gebürstete Bronzegehäuse misst allerdings stattliche 47 Millimeter. Dazu kombiniert Panerai ein dunkelgrünes Zifferblatt mit körniger Oberfläche und Farbverlauf sowie gebläute Stahlzeiger. Der transparente Gehäuseboden besteht aus Titan.
Für den Antrieb sorgt das Handaufzugskaliber P.3000 mit zwei Federhäusern und drei Tagen Gangreserve. Praktisch auf Reisen ist die unabhängig in Stundenschritten verstellbare Stundenanzeige. Wasserdicht ist die Radiomir bis 100 Meter. Der Preis für diese Neuheit beträgt 19.500 Euro. Ein Preis, der natürlich auch von Panerais langer „Bronzo“-Modelltradition beeinflusst ist.


Hamilton Khaki Field Auto The Odyssey – Bronzezeit für Christopher Nolan
Passender kann man ein Gehäusematerial kaum auswählen. Die Hamilton Khaki Field Auto The Odyssey Limited Edition entstand 2026 in Zusammenarbeit mit Christopher Nolan und nimmt Bezug auf dessen Kinofilm The Odyssey. Entsprechend besteht das 42 Millimeter große Gehäuse aus dem zur damaligen Zeit häufig eingesetzten Metall Bronze.
Auch bei der Gestaltung der Zeiger nimmt Hamilton den Ausdruck Schwertzeiger sehr wörtlich. Den Rand des Zifferblatts ziert ein Ornament in Gestalt eines griechischen Frieses. Der Titanboden trägt zudem eine Gravur in Form eines griechischen Helms und die Signatur von Christopher Nolan.
Im Inneren arbeitet das automatische 3-Hz-Kaliber Hamilton H-10 mit Nivachron-Spirale und 80 Stunden Gangreserve. Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht und auf 2.112 Exemplare limitiert. Der deutsche Preis beträgt 1.375 Euro. Erhältlich sind die Uhren im Fachhandel und direkt bei Hamilton.

Monovant Rheon Bronze – die elegante Bronze-Uhr 2026
Dass Bronze nicht zwangsläufig mit Taucheruhren und maritimer Folklore einhergehen muss, zeigt die im Juni 2026 vorgestellte Monovant Rheon Bronze. Die junge griechische Uhrenmarke setzt auf ein tonneauartiges 40-Millimeter-Gehäuse, lediglich 9,6 Millimeter Bauhöhe und Fumé-Zifferblätter in Braun oder Blau. Die Verbindung aus warmer Bronze und vergleichsweise eleganten Proportionen hebt die Monovant Rheon deutlich von anderen, deutlich maskulineren Bronze-Uhren ab. Was zeigt, dass es Bronze-Uhren auch ohne Tiefenmesser-Optik gibt.
Im Inneren arbeitet das allbekannte automatische Werk Sellita SW200-1 mit 42 Stunden Gangreserve. Der Gehäuseboden besteht aus Titan Grade 5, die Wasserdichtigkeit beträgt allerdings lediglich 50 Meter. Von beiden Farbversionen der Bronze-Rheon gibt es jeweils nur 50 Exemplare. Der Preis liegt bei 1.250 Euro.

Bell & Ross BR-03 Diver Black Bronze – 300 Meter in CuSn8
Ganz anders interpretiert Bell & Ross die Bronze-Uhren 2026. Die im Februar vorgestellte BR-03 Diver Black Bronze ist ein sportlich konstruiertes Tauchinstrument im charakteristischen quadratischen BR-03-Gehäuse. Bell & Ross verwendet eine CuSn8-Bronzelegierung aus ca. 92 Prozent Kupfer und knapp 8 Prozent Zinn. Das 42 Millimeter große und 12,3 Millimeter hohe Gehäuse erhält eine einseitig drehbare Bronzelünette mit schwarzem Keramikeinsatz. Dazu passen das tiefschwarze Zifferblatt und die mit Super-LumiNova versehenen Anzeigen.
Die Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht. Das automatische BR-CAL.302-1 bietet 54 Stunden Gangreserve. Die BR-03 Diver Black Bronze ist auf 999 Exemplare limitiert und kostet 5.300 Euro. Was zeigt: Trotz allen Lifestyles hat Bell & Ross durchaus Sportlich-Robustes im Angebot.

Pinion Pure Bronze – so geht britisches Understatement
Mit der neuen Pure Bronze zeigt Pinion 2026, dass eine Bronze-Uhr weder groß noch zwingend als Taucheruhr auftreten muss. Die unabhängige britische Marke hat ihre bereits 2014 eingeführte Pure komplett überarbeitet und das Gehäuse auf zeitgemäß kompakte 38 Millimeter verkleinert. Mit lediglich 11 Millimetern Höhe fällt die Bronze-Version zudem angenehm schlank aus.
Das vollständig gebürstete Bronzegehäuse kombiniert Pinion wahlweise mit schwarzem, blauem, grünem oder beige-farbenem Zifferblatt. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber Sellita SW261-1 M, das durch den Saphirglasboden sichtbar bleibt. Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht und wird von Firmengründer Piers Berry in England montiert, reguliert und geprüft.
Der Preis liegt bei 1.314 Euro. Damit gehört die Pure Bronze zu den günstigeren Bronze-Uhren des Jahrgangs 2026 – und zugleich zu den angenehm unaufgeregten. Wer sich hierfür interessiert, wird direkt bei Pinionwatches.com fündig.


Oris Divers Sixty-Five Cotton Candy „White Star“ – Bronze bis ans Handgelenk
So, und jetzt müssen wir etwas schummeln. Denn streng genommen ist die Oris Divers Sixty-Five Cotton Candy „White Star“ keine Neuheit des Jahres 2026. Das Modell wurde bereits 2024 vorgestellt. In dieser Auswahl verdient es dennoch einen Platz, denn wir wollen ja Patina. Wofür Oris das Thema Bronze ungewöhnlich konsequent durchzieht. Denn bei diesem Modell Cotton Candy sind nicht nur das 38 Millimeter große Gehäuse und die Lünette aus Bronze, sondern auch das komplette dreigliedrige Armband samt Faltschließe besteht aus dem sich stetig verändernden Metall.
Wobei das Bronze-Armband den Charakter der Uhr stark verändert. Denn da praktisch die gesamte sichtbare Metalloberfläche mit der Zeit ihre individuelle Patina entwickelt, verändert sich die Uhr sehr deutlich. Einen reizvollen Kontrast dazu bildet das reinweiße Zifferblatt mit applizierten Indizes und Super-LumiNova.
Im Inneren arbeitet das automatische Oris Kaliber 733-1 mit 41 Stunden Gangreserve, die Wasserdichtigkeit beträgt 100 Meter. Mit ihrem Vollbronze-Auftritt ist die „White Star“ damit zwar keine Bronze-Neuheit 2026 – aber ein Modell, das den Werkstoff Bronze in seiner Prominenz auf ein deutlich höheres Level zieht.

Tudor Black Bay 58 Bronze – Patina pur
Auch Tudor gehört zu den wenigen Herstellern, die das Thema Bronze konsequent auf das Armband ausdehnen. Bei der Black Bay 58 Bronze bestehen nicht nur das 39 Millimeter große Gehäuse und die Lünette aus Bronze, sondern auch das genietete Gliederarmband samt Schließe. Damit verändert sich im Laufe der Zeit praktisch die gesamte sichtbare Metalloberfläche der Uhr – und macht die Bronze Uhr zum echten Ausrufezeichen am Handgelenk.
Das Armband verfügt zudem über Tudors T-fit-Schnellverstellsystem, mit dem sich die Länge ohne Werkzeug fein anpassen lässt. Im Inneren arbeitet das COSC-zertifizierte Tudor Manufakturkaliber MT5400 mit rund 70 Stunden Gangreserve. Die Wasserdichtigkeit beträgt 200 Meter.
Wo bei den meisten Bronze-Uhren die Patina am Armband endet , darf sie sich bei Oris und Tudor auf die ganze Uhr ausbreiten. Wobei wie erwähnt der Glanz mit Wasser und dem ausgedrückten Saft einer Zitrone im Nu wieder da ist – bevor sich die Patina dann wieder nach und nach aufbaut.

Bronze-Uhren: Patina statt Perfektion ist angesagt
Die Bronze-Uhren 2026 zeigen, dass das Material trotz des aktuellen Titan-Booms keineswegs ausgedient hat. Von der kompakten Pinion über die französische Yema bis zur wuchtigen Panerai reicht das Spektrum erstaunlich weit.
Oris und Tudor sind zwar keine Neuheiten des Jahres, zeigen mit ihren Bronze-Armbändern aber besonders konsequent, worum es bei diesem Werkstoff geht: Bronze-Uhren dürfen sich verändern.
Wer dauerhaft makellosen Glanz möchte, ist mit Titan oder Stahl vermutlich besser bedient. Wer hingegen Freude daran hat, dass seine Uhr mit der Zeit ihre ganz eigene Geschichte erzählt, dürfte mit Bronze ziemlich richtig liegen.








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