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Audemars Piguet Videopodcast – 12 Uhren zwischen Ursprung, Ikone und Zukunft

Ein Besuch in Le Brassus zeigt, wie Audemars Piguet seine Geschichte nicht über Nostalgie erzählt, sondern über Entscheidungen: von Art-Déco-Feinheit über Royal-Oak-Ikonen bis zu Supersonnerie, Concept und Code 11.59. Das verraten die 12 besonderen Uhren im Audemars Piguet Videopodcast.

von | 01.02.2026

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Ein Besuch zwischen Ursprung, Ikone und Zukunft

Le Brassus ist kein Ort, den man zufällig besucht. Wer hierherkommt, tut das mit Absicht. Wie ich, als ich mich direkt im Herzen der Haute Horlogerie in Le Brassus für unseren Audemars Piguet Videopodcast mit den angesehenen Spezialisten von Audemars Piguet – Raphael Ballestra vom AP Museum, Christoph Guhl dem AP Senior Uhrmacher und Mark Schmid von AP Communications – treffe:

Das Vallée de Joux liegt still an diesem Morgen, fast zurückhaltend, als wolle es selbst nicht zu viel von dem preisgeben, was hier seit 150 Jahren entsteht. Audemars Piguet feiert Jubiläum – und doch ist der Ton kein nostalgischer. Eher reflektiert, konzentriert, fast nüchtern. Genau so, wie große Uhrmacherei am überzeugendsten ist.
Am Tisch liegen zwölf Uhren. Zwölf Zeitmesser, die keine lineare Chronologie bilden, sondern ein Netz aus Ideen, Brüchen, Fortschritten und Rückgriffen. Wer sie betrachtet, versteht schnell: Die Geschichte von Audemars Piguet ist keine Abfolge von Modellen, sondern eine Abfolge von Entscheidungen.

Audemars Piguet in Le Brassus

Audemars Piguet in Le Brassus - im Vordergrund das neue, architektonisch reizvolle Museum.

Der Anfang: Eleganz als technische Disziplin

Den Auftakt macht eine Art-Déco-Taschenuhr aus den 1920er-Jahren. Mehr als hundert Jahre alt – und dennoch erstaunlich modern. Flach für ihre Zeit, klar im Design, frei von ornamentaler Überladung. Extra-flach war damals keine Selbstverständlichkeit, sondern bereits eine Komplikation. Audemars Piguet verstand früh, dass technische Zurückhaltung oft mehr Können verlangt als mechanische Lautstärke.
Auffällig ist die Konsequenz im Design: Zeiger, Zifferblatt, Typografie – nichts ist beliebig. Die Epoche spricht aus jedem Detail. Genau darin liegt eine Qualität, die viele heutige Uhren vermissen lassen: Zeitlosigkeit entsteht nicht durch Neutralität, sondern durch Haltung.

Audemars Piguet Taschenuhr Art Deco ca. 1920

Audemars Piguet Taschenuhr Art Deco ca. 1920

Die Royal Oak: Vom Risiko zur Referenz

Der Sprung zur Royal Oak ist kein sanfter Übergang, sondern ein bewusster Bruch. Und doch liegt zwischen der Taschenuhr und der Royal Oak mehr Kontinuität, als man auf den ersten Blick vermutet.
Am Tisch liegen mehrere Varianten der Ikone: eine Jumbo in Platin, eine Jumbo in der Kombination Titan/BMG. Beide messen 39 Millimeter – und wirken dennoch völlig unterschiedlich. Farbe, Material, Oberflächenbearbeitung verändern die Wahrnehmung massiv. Die helle Uhr erscheint größer, präsenter, die dunklere kompakter, technischer. Proportion ist eben mehr als Durchmesser.

Der Name „Jumbo“ war einst spöttisch gemeint. Heute wirkt er fast ironisch. Die Gehäusegröße ergab sich aus dem Werk – dem Kaliber 2120 – und nicht umgekehrt. Genau das macht die frühe Royal Oak so glaubwürdig: Kein leeres Volumen, kein Passring, keine Mogelpackung. Werk und Gehäuse gehören zusammen.
Platin bringt dabei eine weitere Dimension ins Spiel: Gewicht. Brutal ehrlich. Wer Platin trägt, spürt es. Und genau das wollen manche Kunden – maximale Wertigkeit ohne demonstrative Farbe.
Die Variante aus Titan und Bulk Metallic Glass zeigt hingegen den Innovationswillen der Marke. BMG, amorph strukturiert, extrem kratzresistent, kombiniert mit zähem Titan – ein Materialkonzept, das nicht modisch, sondern funktional gedacht ist.

Audemars Piguet Royal Oak Jumbo Varianten

Audemars Piguet Royal Oak Jumbo Varianten

Komplikation im Oktagon

Mit dem Ewigen Kalender in 39 Millimetern zeigt sich, wie weit Audemars Piguet bereit war zu gehen. Dass ein ewiger Kalender im Jumbo-Gehäuse Platz fand, war uhrmacherisch extrem anspruchsvoll. Monocoque-Gehäuse, Montage von oben, empfindliche Dichtungen, Korrekturdrücker – vieles musste von Hand angepasst werden. Wasserdichtigkeit war relativ, Präzision ein täglicher Kampf.

Die spätere Royal Oak Equation du Temps in 42 Millimetern erweitert den Anspruch nochmals. Zeitgleichung, Sonnenauf- und -untergang – Astronomie am Handgelenk, aber immer ortsgebunden. Diese Uhren sind nicht universell, sondern lokal gedacht. Ein technisches Statement gegen Beliebigkeit.

Audemars Piguet Ewiger Kalender mit Weißgold-Hülsenschraube

Audemars Piguet Ewiger Kalender mit Weißgold-Hülsenschraube

Audemars Piguet Royal Oak Equation du Temps

Audemars Piguet Royal Oak Equation du Temps

Royal Oak Offshore: Polarisierung als Prinzip

Die Offshore markiert den nächsten bewussten Bruch. Größer, lauter, kompromissloser. Der Offshore Chronograph in Keramik und der Offshore Diver zeigen, wie weit sich die Royal Oak öffnen ließ, ohne ihre DNA zu verlieren.
Die Kritik war heftig, intern wie extern. Zu groß, zu viel, nicht mehr AP. Und doch bewahrheitete sich erneut: Polarisierung ist oft ein Zeichen von Relevanz. Technisch brachte die Offshore enorme Herausforderungen – Modulchronograph, 300 Meter Wasserdichtigkeit, massive Dichtungen. Design und Technik mussten sich gegenseitig rechtfertigen.

Audemars Piguet Royal Oak Offshore

Audemars Piguet Royal Oak Offshore

Audemars Piguet Royal Oak Offshore in Schwarz

Royal Oak Offshore in Schwarz

Royal Oak Supersonnerie: Klang, nicht Lautstärke

Mit der Royal Oak Supersonnerie erreicht die Geschichte einen akustischen Höhepunkt. Minutenrepetition und Wasserdichtigkeit galten lange als Gegensätze. Dichtungen schlucken Klang. Audemars Piguet löste das Problem nicht mit mehr Lautstärke, sondern mit besserem Klang.
Die Einführung einer Membran, die den Ton vom Gehäuse entkoppelt, war ein Paradigmenwechsel. Entscheidend ist nicht das Material des Gehäuses, sondern die kontrollierte Schwingung. Das Ergebnis ist eine Repetition, die man nicht nur hört, sondern fast fühlt – besonders am Handgelenk.

Audemars Piguet Royal Minutenrepetition Supersonnerie mit herausragendem Schlagwerk

Die Audemars Piguet Royal Minutenrepetition Supersonnerie verfügt über ein akustisch herausragendes Schlagwerk.

Royal Oak Concept 1: Technik ohne Rücksicht auf Bequemlichkeit

Die Royal Oak Concept 1 ist vielleicht die ehrlichste Uhr auf dem Tisch. Keine Reminiszenz, keine Gefälligkeit. Alacrite-Gehäuse, Volltitanwerk, Tourbillon, Dynamograph, lineare Gangreserve. Alles an dieser Uhr ist Kampf – gegen Material, gegen Fertigung, gegen wirtschaftliche Vernunft.
Aus fünf geplanten Exemplaren wurden 150. Und selbst das war grenzwertig. Werkzeuge verschlissen, Bearbeitungszeiten explodierten. Aber genau hier liegt der Sinn einer Concept-Uhr: Sie zeigt nicht, was man verkaufen will, sondern was man kann.

Audemars Piguet Royal Oak Concept 1

Audemars Piguet Royal Oak Concept 1

Audemars Piguet Code 11.59: Moderner Klassiker

Am Ende stehen zwei Uhren, die oft unterschätzt werden: Code 11.59 in Stahl/Keramik und die Code 11.59 Starwheel. Rund – und doch komplex. Mehrschichtiges Gehäuse, verstecktes Oktagon, extrem anspruchsvolles Glas mit mehrfacher Krümmung.
Die Starwheel greift eine historische Anzeigeform auf und übersetzt sie in die Gegenwart. Sie ist keine Royal Oak und will es auch nicht sein. Genau darin liegt ihre Stärke.

Audemars Piguet Code 11.59 Starwheel und Automatik

Audemars Piguet Code 11.59 Starwheel und Automatik.

Watchtalk bei Audemars Piguet in Le Brassus

Diese zwölf Uhren erzählen keine Erfolgsgeschichte im klassischen Sinn. Sie erzählen von Entscheidungen, von Risiken, von technischem Eigensinn. Audemars Piguet war nie die Marke der kleinen Schritte. Wer Le Brassus besucht, versteht schnell: Hier wird nicht gefragt, was der Markt morgen will, sondern was mechanisch sinnvoll, machbar – und manchmal notwendig schwierig ist.
Überhaupt – die Reise lohnt sich. Nicht wegen eines einzelnen Modells. Sondern wegen des Gesamtbildes.

Mehr Audemars Piguet Uhren gibt es iher im Audemars Piguet Markenkosmos auf Uhrenkosmos.com. 

Audemars Piguet Royal Oak mit fliegendem Tourbillon

Audemars Piguet Royal Oak mit fliegendem Tourbillon

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