Zeitmessung im Sport

Longines Zeitmessung: Rasend schnell!

Die Uhrenmarke Longines war schon immer Partner des Sports und entwickelte die Zeitmessung entscheidend weiter. So wurde die Entscheidung eine Frage von Sekunden und Zehntelsekunden und des Zielphotos. Wir erklären, wie die Longines Zeitmessung das Stoppen der Zeit auf ein neues Niveau hob.

von | 20.07.2026

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1951: Longines und der Große Preis von Spanien

Es ist eine Tatsache, dass Longines offizieller Zeitmesser vieler sportlicher Großereignisse ist. Darüber sollte man beim besten Willen nicht mehr diskutieren. Die bedeutende Uhrenmarke des Swatch Konzerns mit der geflügelten Sanduhr als Firmenlogo hat vielmehr durch eine Vielzahl bahnbrechender Entwicklungen im Sport von sich reden gemacht. So regierte in den Arenen rund um den Globus anfänglich die reine Lehre der Mechanik. Erst ihre Beherrschung bis ins kleinste Detail hinein gab der Longines Zeitmessung die Voraussetzungen für die Messung der Zeit in winzigen Einheiten. Denn im Bereich Motorsport oder etwas der Leichtathletik entschieden ging es schon immer um Sekunden oder gar Bruchteile einer Sekunde.

Longines, gegründet 1867 in Saint Imier, kann vermutlich als erste Uhrenmarke gelten, die die Zeitmessung im Sport in den uhrmacherischen Adelsstand erhoben hat. Und das passierte keineswegs zufällig, denn im Grunde genommen existierte eine Kongruenz zwischen dem chronometrischen Ruf des Unternehmens und der – nach langem Ruhen – glorreichen Renaissance der Olympischen Spiele 1896 in Athen. Seitdem ist weit mehr als ein Jahrhundert durch die Lande gezogen. Elektronik hat die tickenden Stoppuhren abgelöst. Und da macht es sich doppelt bezahlt, dass Longines die wesentlichen Stufen von der Mechanik zu Elektronik ganz entscheidend mitgeprägt hat.

Ab 1878 stellte die prosperierende Manufaktur ihre reichhaltigen uhrmacherischen Erfahrungen 1878 in den Dienst des Sports, weil Sportvereine um entsprechende Unterstützung baten. Longines entsprach diesem Begehren durch die Konstruktion und Fertigung eines ersten Chronographen. 1897 gesellte sich ein Fünftelsekunden-Stopper mit Minutenzähler und Schleppzeiger hinzu. Trotz dieser präzisen Gerätschaft resultierte die Qualität der Messungen eher aus der Reaktionszeit der Zeitnehmer und beinahe zwangsläufig brachte die manuelle Betätigung der Drücker Ungenauigkeiten mit sich. Fehlerquoten von +/- 0,3 Sekunden waren an der Tagesordnung. Dies war nicht zufriedenstellend und Longines beschloss, die Sportzeitmessung zu verbessern, und errichtete eine spezielle Abteilung. Die präsentierte 1911 das für sportliche Zwecke optimierte Fadenrisssystem, welches sich schon ein Jahr später beim 100-Meter-Sprint während des Eidgenössischen Turnfests in Basel bewährte.

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Für Furore sorgten z.B. Zehntel- oder Hundertstelsekunden-Stopper. Gegen 1920 gab es funktionale Zeitnahme-Tableaus mit mehreren simultan schaltbaren Chronographen. Entsprechend groß war die Nachfrage in weiteren Sportarten. Jedoch Reitwettbewerbe, Ski- oder Autorennen zeigten schnell die Grenzen des Fadenrisssystems auf und man verlangte nach neuen Lösungen. Deshalb debütierte 1937 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Chamonix eine neuartige Photozelle, die 1945 noch durch ein komplettes, gründlich optimiertes Equipment abgelöst wurde.

Longines Zeitmessung: Noch präziser, noch technischer 

Im Zuge der Entwicklung des Sports entschieden gleichzeitig immer geringere Zeitabstände über Sieg oder Niederlage und die gerade erst installierte und erprobte, aber träge Elektromechanik musste schon wieder passen. Deshalb entwickelte Longines mit Partnern die berühmte Longines Chronokamera.

Deren Funktionsprinzip war komplex, aber klug: Ein Schwingquarz regelte den Gang einer Stoppuhr mit einer bestimmten Anzahl Scheiben. Letztere trugen Ziffern, welche die Zeit bis hin zur Hundertstelsekunde unterteilten. Sobald etwa ein Rennwagen den Lichtstrahl zur Photozelle unterbrach, traf Blitzlicht auf die Scheiben, welche augenblicklich fotografiert wurden. Den entwickelten Film lieferte das Gerät nur zehn Sekunden später. Diese Technik war revolutionär, aber präzise, und ab 1950 erhielt der revolutionäre Apparat sukzessive seine offizielle Anerkennung.

Er kam nach heutigem Wissen auch am 28. Oktober 1951 beim erstmals auf dem „Circuito de Pedralbes“ ausgetragenen Großen Preis von Spanien in der Nähe von Barcelona zum Einsatz, denn Longines war für die offizielle Zeitnahme am verantwortlich. Die Pole-Position erreichte Alberto Ascari mit einer Rundenzeit von 2:10,59. Auf dem Siegerpodest standen jedoch die Fahrerlegende Juan Manuel Fangio, der mit 2:16,93 die schnellste Rennrunde drehte. Zweiter wurde José Froilán González und Drittplatzierter der italienische Autorennfahrer und erste Formel-1-Weltmeister Giuseppe „Nino“ Farina. Sie nahmen, wie die abgebildete Anzeige verheißt, wichtige Meisterschaftspunkte mit nach Hause.

Und als kleiner Zeitenrückblich – was sonst noch in der Uhrenindustrie 1951 geschah

  • Rolex-Festival, welches sich über vier Tage erstreckt. Anlass: 70. Geburtstag Hans Wilsdorfs, sein 50. Jahr im Dienste der Zeitmessung, 25 Jahre Oyster-Gehäuse und 20 Jahre „Perpetual“-Rotoraufzug.
  • Am 1. Juli entsteht der VEB Glashütter Uhrenbetriebe, in dem alle ehemaligen Glashütter Uhr-Aktivitäten zusammengefasst wurden.
  • Patek Philippe erhält ein Patent für die Gyromax-Unruh.
  • Junghans stellt den Armbandwecker „Minivox“ mit patentiertem Uhrwerk vor. Start der Produktion des Kalibers J 82. Damit beginnt die Ära der legendären Junghans-Armbandchronometer.
  • Am 22. Juni fällt in der Schweiz  der „Bundesbeschluss über Maßnahmen zur Erhaltung der schweizerischen Uhrenindustrie“ (Uhrenstatut). Danach waren beispielsweise der Export von Rohwerken, Bausätzen, Komponenten, Stanz- und Spezialwerkzeugen oder Konstruktionsplänen für Uhrwerke bewilligungspflichtig.
  • Neue Modelle bei der Basler Uhrenmesse: der Armbandwecker „Lanco Fon”, die „Memovox“ von Jaeger-LeCoultre, der Breitling „Navitimer“, der Movado-„Polygraph” mit Weltzeitindikation.
  • Seiko präsentiert die „Super Calendar“ – die erste japanische Armbanduhr mit Datumsanzeige.

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