Omega hat Ende August 2026 eine neue Speedmaster 38 vorgestellt. Sieben neue Referenzen rücken dank runder Totalisatoren, Dot-over-90-Lünette und Moonwatch-artigem Stahlband optisch deutlich näher an die große Speedmaster Professional. Die bereits nicht kleine Speedmaster-Modellfamilie wächst also mit den 38‑Millimeter-Versionen, Automatikwerken und einer Alltagstauglichkeit von bis zu 100 Metern Wassertiefe weiter. Was insbesondere Fans von Uhren mit weniger als 40 Millimetern Durchmesser erfreut.
Doch je mehr Neues auf den Markt kommt, desto interessanter wird auch der Blick zurück. Gerade bei der Speedmaster, deren Geschichte inzwischen genügend Stoff für eine eigene Uhrenmarke liefern würde. Ein besonders ungewöhnliches Kapitel trägt den Namen Omega Speedmaster Alaska Project.

Omega Speedmaster Alaska Project und die NASA
Hinter „Alaska“ verbarg sich wider Erwarten einst jedoch keine Expedition in den hohen Norden. Omega nutzte die Bezeichnung Ende der 1960er-Jahre als internen Code für Entwicklungsarbeiten im Zuge der Zusammenarbeit mit der amerikanischen NASA. Ziel des Projekts war eine Uhr, die noch besser mit den extremen Bedingungen im Weltraum und insbesondere den großen Temperaturunterschieden auf der Mondoberfläche zurechtkommen sollte.
So entstand 1969 zunächst ein auffälliger Prototyp mit Titangehäuse. Um die Temperaturbelastung zu reduzieren, bekam die Uhr ein helles Zifferblatt, das die Sonnenstrahlung besser reflektieren sollte. Hinzu kam ein riesiges, rot eloxiertes Aluminium-Übergehäuse als zusätzlicher thermischer Schutz. Auffällig waren außerdem die ungewöhnlich geformten Zeiger der Chronographenzähler, deren Form an Raumkapseln erinnert.
Bereits wenig später folgte die sogenannte Omega Alaska II auf Basis des vertrauten 42-Millimeter-Speedmaster-Gehäuses. Genau diese Uhr bildete viele Jahre später die Vorlage für die Omega Speedmaster Professional Alaska Project Ref. 311.32.42.30.04.001.

Omega Alaska – 1.970 Exemplare in einem ganz speziellen Design
Omega präsentierte die zivile Neuauflage im Jahr 2008 und begrenzte die Serie, jahreszahltechnisch passend zum historischen Vorbild, auf 1.970 Exemplare. Das hier vorgestellte Bucherer-CPO-Exemplar stammt laut Papieren aus dem Jahr 2009 und trägt die individuelle Limitierungsnummer 884 von 1.970.
Technisch betrachtet bietet die Omega Speedmaster Alaska viel klassische Moonwatch. Das Edelstahlgehäuse misst 42 Millimeter, dessen Zifferblatt von einem Hesalitglas geschützt wird. Im Inneren arbeitet das handaufgezogene Omega-Kaliber 1861. Es basiert auf der bewährten Lemania-Chronographenarchitektur, schwingt mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 48 Stunden Gangreserve.
Natürlich kann dieses Werk mit aktuellen Omega-Kalibern nur bedingt konkurrieren. Denn es gibt weder Co-Axial-Hemmung noch Siliziumspirale, Chronometer- oder gar METAS-Zertifizierung. Auch 50 Meter Wasserdichtigkeit und Handaufzug wirken gegenüber einer neuen Speedmaster 38 mit automatischem Co-Axial-Chronographen und 100 Metern Wasserdichtigkeit wenig spektakulär.
Andererseits ist das Kaliber 1861 ausnehmend robust, über viele Jahre bewährt und eng mit der Geschichte der Speedmaster Professional verbunden. Was zu einer zeitlich klar verorteten Speedmaster Alaska passt und ebenso eine zuverlässige Zeitmessung verspricht.


Viel Weiß, etwas Rot und eine gehörige Portion Raumfahrt
Der eigentliche Reiz der Speedmaster Alaska Ref. 311.32.42.30.04.001 liegt ohnehin in etwas anderem – dem speziellen Look der Uhr. Denn das schneeweiße Zifferblatt, der markante rote Chronographenzeiger und die schwarzen, Raumfahrtkapsel-artigen Zeiger der Totalisatoren machen diese Speedmaster unverwechselbar.
Ganz zu schweigen vom wohl auffälligsten Accessoire dieser Edition – dem mächtigen, rot eloxierten Aluminium-Übergehäuse, das den in den 1960er Jahren entwickelten Thermoschutz der NASA-Entwicklung aufgreift. Beim hier vorgestellten Bucherer-Exemplar ist dieser rote Außenring ebenso vorhanden wie die weiteren zur Edition gehörenden Accessoires und die Papiere. Lediglich die originale Präsentationsbox fehlt. Aber diese trägt man auch nicht am Handgelenk.
Dabei ist die etwas ungewöhnliche, aber durchaus „coole“ im Sinne von kühlender Kombination authentisch. Denn einst sollte das Aluminium-Übergehäuse die Omega-Uhren der Astronauten vor allzu tiefen wie allzu hohen Temperaturen schützen. Womit die ungewöhnlichen Gestaltungselemente auf den tatsächlichen NASA-Entwicklungsarbeiten beruhen
Interessanterweise war die Uhr bei ihrer Einführung keineswegs ein Selbstläufer. Die Omega-Alaska-Project-Edition brauchte einige Zeit, um für alle Uhren einen Käufer zu finden. Heute fällt das Urteil anders aus. Unter Speedmaster-Sammlern gilt die auf 1.970 Exemplare beschränkte Referenz als eine der begehrteren Sondereditionen der jüngeren Vergangenheit.

Omega Speedmaster Alaska Project CPO: Was darf sie kosten?
Das begrenzte Angebot zeigt sich inzwischen auch an den aufgerufenen Preisen. Gut erhaltene Speedmaster Alaska Project Modelle beginnen bei rund 16.000 Euro, vollständige Sets in sehr gutem Zustand werden oft deutlich oberhalb von 20.000 Euro angeboten. Wobei wie immer gilt: Angebotspreise sind nicht zwangsläufig auch erzielte Verkaufspreise.
Bucherer bietet die hier gezeigte Omega Speedmaster Alaska Project Nr. 884/1970 für 17.800 Euro an. Dafür erhält der Käufer – gerade bei einer solchen Sammleruhr ein wichtiger Punkt – ein geprüftes Certified-Pre-Owned-Exemplar mit Papieren, den wesentlichen Original-Accessoires einschließlich des charakteristischen roten Thermoschutzgehäuses sowie einer zweijährigen internationalen Bucherer-Garantie. Die originale Box fehlt allerdings, was den Preisabschlag gegenüber vollständigen Sets erklärt.
Damit ist diese Speedmaster vor allem etwas für Uhrenliebhaber, die bewusst nach dem Außergewöhnlichen suchen. Neue Modelle bieten zweifellos modernere Technik, bessere Leistungswerte und jede Menge Zertifikate. Die Alaska Project Uhr besitzt hingegen etwas, das sich mit technischen Daten kaum nachbauen lässt: einen unverwechselbaren Auftritt, eine ebenso spezielle, wie sehr ungewöhnliche Geschichte und eine gehörige Prise Raumfahrt-Wahnsinn. Oder kennen Sie viele Uhren, deren Spitzname mit ihrer eigentlichen Bestimmung rein gar nichts zu tun hat?
Erhältlich ist das Modell im Bucherer Certified Pre-Owned Bereich unter diesem Link.
Disclaimer: Uhrenkosmos erhält weder direkt noch indirekt eine Vergütung für diesen redaktionellen Beitrag.
Weitere besondere CPO Modell-Vorstellungen finden Sie hier auf Uhrenkosmos.com. Zuletzt stellten wir ein IWC Leonardo da Vinci Tourbillon vor.

Omega Speedmaster Alaska Project
Datenblatt
| Referenz | 311.32.42.30.04.001 |
| Limitierung | 1.970 Exemplare |
| Limitierungsnummer | Nr. 884 / 1.970 |
| Modellvorstellung | 2008 |
| Verkaufsjahr | 2009 |
| Gehäuse | Edelstahl |
| Durchmesser | 42 mm |
| Höhe | ca. 14 mm |
| Glas | Hesalit / Acrylglas |
| Lünette | Schwarz, Tachymeterskala |
| Zifferblatt | Weiß, schwarze Indexe und Zeiger, roter zentraler Chronographenzeiger |
| Funktionen | Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Chronograph mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler, Tachymeter |
| Wasserdichtigkeit | 50 Meter / 5 bar |
| Werk | Omega Kaliber 1861 |
| Aufzug | Handaufzug |
| Frequenz | 21.600 Halbschwingungen/Stunde (3 Hz) |
| Gangreserve | ca. 48 Stunden |
| Armband | Edelstahlband plus Wechselbänder |
| Besonderheit | Abnehmbares, rot eloxiertes Aluminium-Außengehäuse als Nachbildung des thermischen Schutzschilds des historischen Alaska Project |
| CPO-Lieferumfang | Papiere, Alaska-spezifische Original-Accessoires, Thermoschutzgehäuse; ohne Box |
| CPO-Garantie | Zwei Jahre internationale Bucherer-Garantie |
| Bucherer-CPO-Preis | 17.800 Euro |







0 Kommentare