Die Genfer Herbstauktionen 2025 werden imposant. Denn nicht weniger als 1.229 Lose stehen bei Antiquorum, Christie’s, Phillips und Sotheby’s zwischen dem 8. und 10. November am Höhepunkt der europäischen Saison für Sammleruhren live zum Verkauf. Phillips feiert mit dem Katalog „Decade One (2020-2025)“ 10 Jahre „Watch Auctions“ mit Aurel Bacs und Livia Russo. Längst geht es nicht mehr nur um Vintage Rolex und Pateks oder um neuwertige Uhren mit Wartezeit.
Ich habe die schönsten Lose für Sie zusammengestellt.
Decade One 2015-2025
Nach spannenden Bieterwettbewerben in Monaco geht es am 8. November in Genf weiter. Zum 10. Mal jährt sich damit auch der denkwürdige Tag, an dem Aurel Bacs nicht mehr für Christie’s, sondern für Phillips den Hammer hob (und senkte). Wenige der damals Anwesenden werden diese Veranstaltung vergessen, die einem heute wie eine tatsächliche Zeitenwende vorkommt. Vieles hat sich weiterentwickelt und es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die sorgfältig kuratierten Kataloge von Phillips in Association with Bacs & Russo (Phillips) richtungsweisend waren.

Während beim Inaugural Sale vor 10 Jahren noch sehr viele Vintage Lose dabei waren, bildet der aktuelle Katalog einen breiten Querschnitt ab, der von Meilensteinen der industriellen Uhrenfertigung bis zu Einzelstücken reicht, die sich durch überragende Handwerkskunst oder technische Glanzleistungen auszeichnen. Die Katalog Essays zu studieren ist unterhaltsam, weil sich fast immer ein interessanter Grund findet, warum es ein Los in den Katalog geschafft hat.

Charity Los, Ferdinand Berthoud
Neben dem Patek Philippe Chronographen mit ewigem Kalender und Mondphasen Anzeige, Modell 1518 in Stahl (Los 23, separater Bericht) ist sicher das Los 6 von symbolischer Bedeutung. Die dritte Auflage der „Ferdinand Berthoud Naissance d’Une Montre“, ist das Ergebnis von 11.000 (!) Stunden Handarbeit, geleistet durch 80 Mitarbeiter der Chronometrie Chopard, die den Namen „Ferdinand Berthoud“ seit 2013 besitzt.
Mit der „Time Aeon Foundation“ konnten einige der führenden Uhrmacher dafür gewonnen werden, dem ursprünglichen Projekt Pate zu stehen. Der Prototyp des Modells 3 in der Auktion wurde aber komplett bei Chopard entwickelt und hergestellt. 11 Exemplare sind geplant, 10 davon sind reserviert. Das erstproduzierte Exemplar in Stahl ist ein Charity-Los.

Das Uhrwerk aus 747 Teilen soll an historische Leistungen von Ferdinand Berthoud erinnern. Berthoud ist neben dem großen Louis Abraham Breguet der berühmteste Uhrmacher aus dem Neuenburger Jura und wie Breguet war auch er in Paris aktiv. Zu seinen wichtigsten Errungenschaften gehörten nicht nur verlässliche Schiffchronometer, er forschte auch und legte damit die theoretischen Grundlagen für die Schweizer Uhrmacherschulen des 19. Jahrhunderts. Wichtige Elemente, die den Erfolg der Schiffschronometer von Berthoud ermöglichten, wurden für die Armbanduhr miniaturisiert und mit historischen Verfahren hergestellt.
Neben Erschütterungen, Temperaturschwankungen und Magnetismus ist ungleiche Federspannung eine wichtige Fehlerquelle. Die Energie nimmt zwischen voll aufgezogener und komplett entspannter Feder nicht linear ab. Berthoud setzte bei seinen Schiffschronometern zum Ausgleich deshalb ein Ketten- und Schneckengetriebe (Chain And Fusée) ein. Die Federspannung wird zwischen geparkt, indem sie eine Kette auf eine konische zulaufende Schnecke aufzieht, die sich während des Ganges wieder abgewickelt. Ähnlich dem Ritzel einer Kettenschaltung beim Fahrrad ändert die konische Form der Schnecke die Übersetzung und verstetigt so die Kraftzufuhr, allerdings voll automatisch!
Die Unruh folgt auch historischen Vorbildern. Es wurde eigens ein geschnittener, bi-metallischer „Guillaume‘ Unruhreif“ entwickelt und mit originalen Legierungen hergestellt. Der Schnitt im Reif und die Fusion unterschiedlicher Metalle helfen, temperaturbedingte Verformungen zu kompensieren.

Während der „Chain and Fusée“-Mechanismus für Berthoud historisch logisch ist, bleibt festzuhalten, dass die Lange „Tourbillon Pour le Merite“ von 1994 das System erstmals für eine Armbanduhr einsetzte. Sie war mit 38,5 Millimetern noch deutlich kleiner als die 44 Millimeter große Berthoud.
Independent Creative Horlogerie
Die Mitglieder der „Time Aeon Foundation“ hinter dem Berthoud Projekt sind gleichzeitig wichtige Protagonisten der Bewegung unabhängiger Uhrmacher, die in den 1980er Jahren anfing, mit eigenen Kreationen auf sich aufmerksam zu machen.
Die „Académie Horlogère des Créateurs Indépendants“ (AHCI) ist die zweite wichtige Organisation der unabhängigen Uhrmacher. Besonders die Prototypen der dazugehörigen Meisteruhrmacher werden regelmäßig bei Wettbewerben wie dem Grand Prix D’Horlogerie ausgezeichnet oder tauchen als Charity Lose, wie bei Phillips oder bei der „Only Watch“ Auktion auf.

Viele der unabhängigen Meister Uhrmacher haben bei Haute Horlogerie Marken wie Patek Philippe oder Audemars Piquet gearbeitet, bevor sie anfingen, eigene Ideen zu verwirklichen. Andere, wie Francois Paul Journe verfolgten von Anfang an unternehmerische Ambitionen. Journes Onkel war schon Uhrmacher und trainierte ihn auf die Restaurierung historischer Zeitmesser. Der Tradition Breguets folgend, entwickelte Francois Paul Journe selbst ein Tourbillon, bei dem erstmalig bei einer Armbanduhr ein „Remontoir d’Égalité“ eingesetzt wurde.
Wie beim Ketten- und Schneckengetriebe liegt das Ziel darin, die Energiezufuhr zu verstetigen. Das wird bei Journes „Tourbillon Souverain a Remontoir d’Égalité“ mit einer Feder erreicht, die im Sekundentakt neu geladen wird (Phillips Lose 61, 97, 159).
Journes zweite große Leistung war der „Chronomètre a Résonance“, eine Armbanduhr mit zwei Unruhen, deren Schwingungen sich gegenseitig, für einen verbesserten Gang neutralisieren und nebenbei zwei Zeitzonen anzeigen. Das Phillips Los 182 ist ein sehr frühes Beispiel aus der Zeit, als Journes Kunden noch, ähnlich wie beim Immobilienkauf vom Developer, die Uhren vorfinanzierten („Souscription“). Bei Christies ist das Los 143 ein frühes Beispiel aus der anschließenden Serienproduktion mit rhodiniertem Messing-Werk.

Los 182 zeigt schon wichtige stilistische Elemente der Designsprache von Journe, wie z.B. die tropfenförmigen Zeiger und die verschraubten Rahmen um die Anzeigen auf dem Zifferblatt, die die Marke heute wiedererkennbar machen. Besonders frühe Journe Uhren sind extrem nachgefragt und erzielen regelmäßig hohe Preise bei Auktionen. So erreichte ein „Tourbillon Souverain à Remontoire d’Egalité“-Prototyp von 1993, den Journe nachweislich eigenhändig zusammenbaute, im vergangenen Jahr bei Phillips einen Preis von 7.3 Millionen Schweizer Franken.
Mit eigenen Showrooms in wichtigen Lifestyle Metropolen ist FP Journe nicht länger ein Geheimtipp, sondern Rivale der traditionellen Häuser der Haute Horlogerie. Neben hochkomplizierten Uhren gehören auch alltagstaugliche Modelle im gefälligen Design zum Programm, die ebenfalls begehrt sind.

Die meisten der „Independents“ erreichen im Vergleich zu FP Journe eine viel kleinere Gruppe von Enthusiasten, die sich an technischer Brillanz ergötzen können, ohne den praktischen Nutzen in den Vordergrund zu stellen. Uhren sind häufig groß dimensioniert und erfinden manches Mal alte Räder neu. Man findet aber auch konventionelle Konstruktionen, die in einer handwerklichen Perfektion geliefert werden, die bis heute von keiner Computerfräse erreicht wird.
Diesen Ruf der Perfektion haben sich neben dem legendären Philippe Dufour sicher auch Christian Klings und Svend Andersen erarbeitet. Sie lassen die traditionelle Schweizer Luxusuhrmacherei wieder aufleben, indem sie auch individuelle Wünsche umsetzen und Ausstattungselemente wie Gehäuse, Zifferblätter oder Zeiger von den Meistern ihres Metiers bestellen.

Mid-Century Industrial Design
Uhren faszinieren durch die Verbindung von Technik und Design. Hinter den Marken stehen meist große Uhrmacher oder Geschäftsleute, aber nur selten Designer. Dementsprechend bewegt sich das Uhrendesign eher behäbig und der sich wandelnde Zeitgeschmack setzt sich nur langsam durch. In diesem Bewusstsein hat es schon vor den unabhängigen Uhrmachern Versuche gegeben, Disruption zu erreichen.
Gilbert Albert und Gerald Genta waren wahrscheinlich die bekanntesten Designer, denen es gelang, eine Spur zu hinterlassen. Gilbert Albert war von Mitte der 1950er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre bei Patek Philippe Creative Director und wurde später selbständig. Mit 10 Auszeichnungen für das weltweit beste Schmuckdesign war er das Wunderkind der Branche, allerdings schafften es bei Patek nur wenige seiner Kreationen in den Katalog. Dazu zählen die Phillips Lose 18, 88 und Christies‘ Los 17.
Gerald Genta hat dagegen viele berühmte Designs geliefert, wie die Rolex King Midas (Christies Los 14), die Audemars Piguet Royal Oak, die Patek Philippe Nautilus, die Cartier Pasha und viele mehr. Los 112 bei Christies und 108 bei Phillips sind von Genta entworfene Audemars Piguet Cobras, deren Design mich schon als Jugendlicher faszinierte. Los 127 ist eine „inhouse“ avantgardistisch gestaltete mechanische Seiko, die noch vor der „Quarzkrise“ ihre Schweizer Wettbewerber in Präzisionswettbewerben schlug.

Traditionelle Oberklasse
Uhren mit Schlagwerken waren schon immer Standards der Haute Horlogerie. Die Phillips Lose 141 und 142 sind Beispiele von Vacheron Constantin und von Patek Philippe. Der Vergleich der Designs ist wieder interessant. Die Patek ist ein zeitlos elegantes Schmuckstück, das bis heute nichts an Strahlkraft verloren hat. Die Vacheron wirkt dagegen mit ihrem Retrodesign ohne überraschende Momente konventionell bis „gelernt“. Die Patek ist über 70 Jahre alt, die Vacheron ist nur 25 Jahre alt.

Liebhaber „konventioneller“ Haute Horlogerie kommen in Genf voll auf ihre Kosten. Neben der 1518 in Stahl gibt es ein breites Angebot von Patek Chronographen mit ewigem Kalender, darunter eine weitere 1518 in Roségold mit passendem Zifferblatt (Phillips Los 144) und zwei Exemplare der ersten Serie des Nachfolgemodells 2499 mit rechteckigen Drückern (Phillips Los 213, Sotheby’s 160). Der schönste ewige Kalender ohne Chronograph ist sicher die Patek Modell 2497 aus dem Phillips Los 199.

Wem es nicht auf Komplikationen ankommt, bekommt mit den Phillips Losen 205 und 21 und Christies Los 73 exquisite Time Only Calatravas geboten.

Die Nautilus nimmt für Patek Fans einen ähnlichen Status ein, wie die Daytona für Rolex Enthusiasten. Gegenüber der Vergangenheit ist das Angebot an aktuellen Modellen in diesem Herbst aber zurückgegangen, genauso wie bei der Royal Oak von Audemars Piguet auch. Die „Jumbo Ur- Nautilus“ ist im Preis jetzt wieder ähnlich wie vor dem „Post Corona Hype“ und damit vielleicht günstig (Phillips Lose 163, 194, Christie’s Lose 130, 131, Antiquorum Los 287, Sotheby’s Los 149).
Die schönste Nautilus im Herbst ist aber Los 89 bei Christie’s. Diese moderne Uhr verbindet einen zeitlosen Look mit moderner Technik. Mit ihrem attraktiven blauen Zifferblatt ähnelt sie einer 5711 in Stahl, ist aber ein limitiertes Sondermodell in Platin. Die Uhr wurde noch vor der Edition zum 40. Jubiläum hergestellt, hat also keine polarisierende Prägung auf dem Blatt, sondern nur den sehr begehrten „Tiffany“-Händleraufdruck. Die neuwertige Uhr kommt im „Full-Set“. Wer stellt sich nicht gerne ihr sattes Gewicht am Handgelenk vor?

Vintage Rolex Uhren
Der Rückgang von Vintage Uhren zugunsten von unabhängigen Uhrmachern, weniger bekannter Marken der Spitzenklasse und zugunsten neuwertiger Uhren mit Wartezeit betrifft Rolex Daytona Uhren nicht. Allein im Phillips Katalog stehen 19 zur Auswahl. Dabei wird die gesamte Palette geboten, vom frühen Handaufzugsmodell, inklusive der meisten bekannten Paul Newman Varianten, über automatische Zenith-Modelle mit „Floating“- oder „4-line“-Dials bis hin zu Juwelen besetzten Exemplaren der Gegenwart und der Vergangenheit. Im Phillips Katalog stehen die Lose 33, 34 und 204 heraus, bei Christies das Los 62.
Die vielleicht wertvollste Daytona in diesem Herbst ist ein goldenes Modell 6239 mit Paul Newman Blatt (Phillips Los 34). Es ist interessant zu beobachten, dass der Wert goldener Uhren im Zeitablauf schneller wächst als der von Stahlvarianten. Eine goldene Automatik-Daytona eines abgelaufenen Modells mit Standardblatt kostet im Sekundärmarkt derzeit nicht wesentlich mehr als eine vergleichbare Stahlversion.
Bei den Handaufzugsmodellen ist der Unterschied viel größer und ganz besonders bei Exemplaren mit Paul Newman Blatt. Im Schnitt werden Paul Newmans in Stahl ohne verschraubte Drücker zwischen 150.000 – 300.000 Schweizer Franken bewertet, in Gold – aber ohne Newman Blatt – ebenfalls. Goldene Daytonas mit Paul Newman Dial liegen dagegen bei 350.000 – 700.000 Schweizer Franken. Die 6239 aus Los 34 bei Phillips wird noch höher, nämlich auf 500.000 bis 1 Million Schweizer Franken geschätzt. Die Uhr ist eine der seltensten Paul Newman Varianten und befindet sich im „NOS“-Zustand.

Noch seltener als goldene Newmans sind Daytonas mit Handaufzug und Sonderzifferblatt. Während sich die Graphik der Standardblätter im Zeitablauf graduell entwickelte, existieren komplett abweichende Blätter kaum. Weniger als eine Handvoll „Albinos“ sind bekannt und wenige Uhren mit Pulsationsskala. Skalen auf dem Zifferblatt einer Daytona überraschen, wenn man überlegt, dass der Fortschritt der Daytona gerade darin bestand, die Tachymeter Skala vom Zifferblatt auf die Lünette zu verlagern.
Bei Christie’s Los 64 kehrt sie in Form der Pulsationsskala zurück. Auch international ist es sehr selten, so eine Uhr angeboten zu bekommen. Das Exemplar ohne Daytona Aufdruck wurde noch nie vorher öffentlich gehandelt und wird, trotz altersgemäßem Zustand, auf 400.000 – 600.000 Schweizer Franken geschätzt. Interessanterweise findet sich im Phillips Katalog eine „Pre-Daytona“, auch mit Pulsationsskala. Von diesem Modell existieren ebenfalls nur wenige. Das Blatt ist aber kein eigenständiger Entwurf, wie bei der Daytona, denn die Pulsationsskala wurde hier einfach über die existierende Graphik gedruckt.

Die Preise für automatische Daytonas in Stahl standen zuletzt unter Druck. Die Modernisierung der weißen und schwarzen Zifferblätter bewegt sich bei Stahlmodellen nur in kleinen Schritten, die die Gesamtoptik eher graduell entwickeln. Wer Vielfalt will, findet sie derzeit nur bei Edelmetall. Ausnahmen bilden „Floating“ und „4-Liner“ (Phillips Lose 52 und 54) Zifferblätter, die einen eigenen Look ergeben.
Man unterscheidet einfach versiegelte und mehrfach klar lackierte („Porcelain“) Varianten. Möglicherweise ist das Phillips Los 204 eine der letzten Gelegenheiten, eine „Porcelain-Floating“ Zenith-Daytona im „NOS“ Zustand mit „Full Set“ zu ersteigern. „Porcelain“-Zifferblätter fallen nicht nur durch die Graphik selbst, sondern durch eine optische Tiefe auf, die entsteht, weil abschließend auf eine dicke transparente Lackschicht gedruckt wird.
Los 33 im Phillips Katalog ist ein Prototyp in Stahl, dessen silbernes „Sunburst“ Zifferblatt an die letzten Handaufzugsmodelle erinnert. Die Schätzung von 200.000 – 400.000 Schweizer Franken zeigt den Appetit auf außergewöhnliche Automatik-Daytonas in Stahl.

Genfer Herbstauktionen 2025
Außer den beschriebenen Daytonas gibt es bei den Herbstauktionen 2025 in Genf noch ein paar andere interessante Vintage Rolex Uhren zu bewundern. Los 77 und 121 bei Phillips sind noch 2 sehr seltene „Pre Daytonas“. Die erste ist ein „Prince of Darkness“ Modell 6238 in Stahl mit schwarzem Galvano Blatt. Die Uhr ist in einem fantastischen Zustand und wird mit Box und Zertifikat geliefert. Ernsthafte Interessenten sollten aber prüfen, ob es Belege für die gemeinsame Genese von Gehäuse und Zifferblatt gibt, denn die Seriennummer ist sehr niedrig für den Graphiktyp des Galvanoblattes.
Los 121 ist eine noch seltenere 6238 in 14k Gelbgold mit einem der letzten traditionellen Chronographen Zifferblätter von Stern Frères. Stern wurde bei Handaufzugsmodellen ab ca. 1967 komplett durch Singer als Zifferblattlieferant ersetzt.

Los 78 bei Phillips und Los 121 bei Christie’s sind interessante „Milsubs“. Los 195 bei Phillips und 92a bei Christie’s sind sehr seltene Submariners mit Explorer Dial, wobei die Phillips Uhr in einem wesentlich attraktiveren Zustand ist. Auch die wunderschöne GMT-Master mit Bakelit Lünette, braunem Galvanoblatt und „Serpico Y Laino“-Händleraufdruck muss erwähnt werden (Los 185 Phillips Katalog).
Die großzügig erscheinende Schätzung von 100.000 – 200.000 Schweizer Franken vergleicht sich mit 25.000 – 45.000 Schweizer Franken für das gleiche Modell bei Sotheby’s (Los 130). Bei der GMT von Sothebys ist das Blatt aber schwarz geblieben und es fehlt der Händleraufdruck. Außerdem sind die Zeiger teilerneuert. Trotzdem wäre es interessant, die Uhren zu vergleichen.

Über alle Zweifel erhaben ist dagegen die goldene Rolex GMT-Master mit dem Wüstenfalken aus Antiquorums Los 674. Die mega-seltene Uhr war wohl ursprünglich als Geschenk des damaligen Rolex Direktors André Heiniger an Scheich Al Maktum gedacht. Sie ging aber nicht, wie die meisten vergleichbaren Stücke über Asprey in London in den Orient, sondern wurde letztlich über den Uhrenhändler Seddiqi vor Ort verkauft.

Cartiers bei den Genfer Herbstauktionen
Bei Cartiers schafft es in diesem Herbst Sotheby’s, die interessantesten Stücke zu präsentieren. Das Titellos ist eine hochwertig verarbeitete „Mystery Clock“ Tischuhr aus dem Besitz von Gunter Sachs, hergestellt 1925 (Los 169). Daneben gibt es einige Limited Edition Uhren aus der Zeit zwischen 2010 und 2014, die Haute Joaillerie und Haute Horlogerie zugleich darstellen (Lose 116 – 118, 170-173).
Die Marke Cartier ist für beides glaubwürdig, so dass sich die Schätzpreise der Lose im Vergleich zu den ursprünglichen Katalogpreisen wie Sonderangebote lesen. Die einzige „Crash“ der Saison ist, auch bei Sothebys, das Los 165. Sie ist ebenfalls eine Limited Edition aus dem Jahr 1994, in Roségold mit Bordeaux-farbiger Graphik.

Herbstauktionen 2025 in Genf
Am Schluss ist sicher noch das Los 133 im Phillips Katalog erwähnenswert. Die Uhr war ursprünglich eine Audemars Piguet, die in den 1960er Jahren bei Cartier selbst in ein Tank-artiges Gehäuse eingesetzt wurde und ein Zifferblatt bekam, das durch einen Ausschnitt den Blick auf das schön skelettierte AP-Werk freigibt.
Wie immer ist der Platz zu knapp, um alle interessanten Objekte zu beschreiben. Besonders, wer Vintage liebt und nicht in der 6-stelligen Liga mitspielen kann oder will, bekommt im Katalog von Antiquorum jede Menge geboten. Neben Stücken in altersgemäßem Zustand gibt es auch Uhren, die im unbenutzten Originalzustand mit allen Accessoires angeboten werden. Das Rating System des Hauses ist ein guter Ausgangspunkt, um die Qualität eines Loses einzuschätzen, es ersetzt aber nicht die persönliche Untersuchung. Viel Spaß beim Bieten!
Kataloge Live Genfer Herbstauktionen 2025
Antiquorum, Important Modern and Vintage Timepieces
https://www.christies.com/en/auction/rare-watches-30905/
Phillips in Association with Bacs & Russo, Decade One
https://www.phillips.com/auction/CH080425
Sotheby’s Important Watches Part 1
https://www.sothebys.com/en/buy/auction/2025/important-watches-part-i-ge2504





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