Die Astroscope von MeisterSinger stellt die Wochentage ungewöhnlich durch die Darstellung von Himmelskörpern dar
Wochentag, Datum und ein Zeiger

Am 14. Februar öffnet die Inhorgenta 2020 ihre Türen. Zum Kreis der Aussteller gehört auch die in Münster beheimatete Uhrenmarke MeisterSinger. Deren neuestes Produkt, die „Astroscope“ stellt die Wochentage auf sehr ungewöhnliche Weise dar.

Wochentag, Datum und ein Zeiger

Neu 2020 von MeisterSinger: die Astroscope

Ein Zeiger reicht

Die Kalender zeigten das Jahr 1798, als Abraham-Louis Breguet seine „Montre Souscription“ präsentierte. Die vorausbezahlte und deshalb zu günstigeren Konditionen erhältliche Serien-Taschenuhr sollte einen Beitrag zur kontinuierlichen Auslastung der Werkstätten leisten. Bei ihrer Konzeption beschränkte sich der Meister auf einen Zeiger. Und zwar den zur Indikation der Stunden des Tages. Diesem Prinzip folgte Manfred Brassler bei der Gestaltung seiner MeisterSinger Armbanduhren.

Wie Abraham-Louis Breguet, so MeisterSinger. Links die “Montre Souscription” vom Breguet, rechts die “Urban” aus dem Hause MeisterSinger

Wer meint, für den Alltagsgebrauch sei das ein Zeiger zu wenig, irrt gewaltig. Hat man sich erst einmal an den Anzeige-Minimalismus gewöhnt, bereitet er keine Probleme mehr. Dafür sorgt nicht zuletzt auch das spezielle Design des Zifferblatts und der darauf verewigten Indexierung. Das Credo des autodidaktischen Firmengründers Manfred Brassler: „Stunden, halbe und viertel Stunden sowie die Minuten müssen sich klar voneinander abheben.“ Und das ist dem autodidaktischen Produktgestalter bei seinen philosophisch anmutenden Einzeiger-Armbanduhren auch bestens gelungen. Seiner Kreativität sind auch die Einer-Stundenziffern mit vorangestellter 0 und der keilförmige, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattete Nadelzeiger  zu verdanken.

MeisterSinger “Astroscope” Blue

Neu aus Münster

Beide Merkmale kennzeichnen das neueste Produkt aus der altehrwürdigen westfälischen Universitätsstadt. Die Besonderheit des während der Inhorgenta 2020 vorgestellten „Astroscope“ besteht in der Wochentagsindikation. Selbige ist kennt man bei Armbanduhren seit 1916. Als Pionier des Day-Date-Zeitmessers fürs Handgelenk kann H. Moser & Cie. gelten.

Von H. Moser & Cie. aus dem Jahr 1916 stammt die vermutlich erste Armbanduhr mit Datums- und Wochentagsanzeige

1916: Von H. Moser & Cie. stammt die vermutlich erste Armbanduhr mit Datums- und Wochentagsanzeige

Die wohl bekannteste Vertreterin dieser Gattung präsentierte Hans Wilsdorf im Jahr 1956 mit der Rolex-Referenz 6511. Deren Gehäuse und Armband war nur in Gold oder Platin erhältlich. Und daran hat sich seitdem bei der legendären „Day-Date“ aus Genf nichts geändert.

Genau 50 Jahre nach H. Moser & Cie. präsentierte Rolex die legendäre “Day-Date”.

Genau 50 Jahre nach H. Moser & Cie. präsentierte Rolex die legendäre “Day-Date”.

Die klassische Kombination aus einem breiten Zifferblattausschnitt, in dem sicher Name des jeweiligen Wochentags zeigt, und einem Fensterdatum, war MeisterSinger freilich zu wenig.

Der Newcomer berücksichtigte die Tatsache, dass die Woche unter anderem auf der babylonischen Mythologie basiert. Wie auch bei anderen Völkern war die Zahl 7 dort besonders heilig. Der Grund: Sie verknüpfte sich mit den Himmelskörpern Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Deren Namen wiederum leiten sich ab von römischen Göttern. Die Benennung der Wochentage geht auf die nordische Mythologie zurück.

Aber  auch dort spielten die Himmelskörper eine entscheidende Rolle. Beredte Beispiele sind Montag und Mond oder Sonntag und Sonne. Sie sowie die fünf Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn nutzt das „Astroscope“ zur Darstellung der Wochentage.

MeisterSinger “Astrocope” Old Radium

MeisterSinger “Astrocope” Old Radium

MeisterSinger “Astroscope” Blue

MeisterSinger “Astroscope” Blue

Allerdings nicht in der tradierten, konsequent aufeinanderfolgenden Weise,  sondern scheinbar unlogisch pendelnd. Trotzdem folgt das Anzeigesystem einer vorgegebenen astronomischen Konstellation, welche die mit mehreren Punkten bedruckte Wochentagscheibe widerspiegelt. Unter dem Zifferblatt bewegt sie sich in 24-Stunden-Schritten kontinuierlich im Kreis. Ein Umlauf dauert die bekannten und gewohnten sieben Tage.

Die vier peripheren weißen Punkte reichen bei der MeisterSingerAstroscope” zur Darstellung der sieben Wochentage. Die Scheibe dreht in 24-Stunden-Schritten einmal pro Woche um 360 Grad. Der zentrale Punkt dient zur Lagerung der Scheibe.

Als Antrieb dient das bewährte Kaliber Sellita SW220. Neben dem Stundenzeiger bewegt das Automatikwerk auch noch einen Ring zur Anzeige des Datums in einem kleinen Fenster bei „6“. Das 40 Millimeter große Sichtboden-Stahlgehäuse widersteht dem Druck des nassen Elements bis zu fünf bar.
Wer die Wochentage auf bislang noch nie dagewesene Weise ablesen möchte, muss dafür 1.990 Euro investieren.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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