Luxusuhren mit Automatikwerk (Teil 3)
Die große Liebe muss ja nicht gleich am Preis scheitern

Armbanduhren aus Genfer Nobelmanufakturen waren in den vergangenen 20 Jahren fast unbezahlbar. Immerhin wäre für den Preis so manch einer Luxusuhr schon ein geräumiger Neuwagen drin. Mit kostengünstigeren Automatikwerken wollen Uhrenhersteller nun den Markt nach unten öffnen

Die große Liebe muss ja nicht gleich am Preis scheitern

Schmuckstück mit Automatikwerk: Die Parmigiani Fleurier Tonda 1950 Steel.

Kaliber  PF702: Tonda 1950 steel“ von Parmigiani Fleurier

Bei der 40 Millimeter großen „Tonda 1950 steel“ aus dem Hause Parmigiani Fleurier erinnern die markanten Bandanstöße an das im Namen verewigte Jahr. Ein Mikrorotor versorgt das Automatikkaliber PF702 mit frischer Energie. Wegen seiner geringen Bauhöhe von nur 2,6 Millimetern kann man den 30 Millimeter großen, mit drei Hertz tickenden Mikrokosmos durchaus als kompliziert bezeichnen. Ganz nach dem Motto: Je flacher, desto geringer die Toleranzen. Für ein Exemplar des Uhrwerks mit 48 Stunden Gangautonomie sind 146 Komponenten nötig. Am Handgelenk trägt das bis drei bar wasserdichte Oeuvre mit Sichtboden insgesamt 8,2 Millimeter auf.

Kaliber 956: „Memovox Polaris“ von Jaeger-LeCoultre

Ob man im Smartphone-Zeitalter noch einen Armbandwecker braucht? Jaeger-LeCoultre beantwortet die Frage mit einem klaren Ja. Die Antwort kommt in Gestalt der für 12.800 Euro erhältlichen „Memovox Polaris“. Die „Stimme der Erinnerung“ gibt es seit 1951. 1965 und 1968 kamen verschiedene „Polaris“-Modelle auf den Markt, 1970 endete die Produktion. 1.000 Uhren fertigt die Manufaktur zum 50. Geburtstag. Unverändert bleibt das markante Design mit insgesamt drei Kronen: oben zum Einstellen der Weckfunktion, in der Mitte zum Bedienen der innen liegenden Drehlünette sowie unten zum Richten der Zeiger. Das 42 Millimeter Stahlgehäuse ist bis zu einem Druck von 20 bar wasserdicht. Beim 7,45 Millimeter hohen Automatikkaliber 956 bewirkt eine Tonfeder angenehme Klangfülle.

Kaliber 1326: „FiftySix“ von Vacheron Constantin

Wer sich eine echte Vacheron Constantin im Retrolook ums Handgelenk legen will, kann das fortan für weniger als 12.000 Euro tun. Durch den scharf kalkulierten Preis muss das Werk allerdings ohne das Genfer Siegel auskommen. Das stählerne Einsteigermodell der 40 Millimeter großen „FiftySix“ wird mit dem Automatikkaliber 1326 geliefert.

Kennzeichnend für das Kaliber ist sein durchbrochener Kugellagerrotor aus 22-karätigem Gold, der Selbstaufzug vom Typ „Magic Lever“, zwei seriell geschaltete Federhäuser, 48 Stunden Gangautonomie, Sekundenstopp und ein Fensterdatum. Das nach hauseigenen Standards modifizierte und feinbearbeitete Werk misst 26,2 Millimeter im Durchmesser und besitzt eine Bauhöhe von 4,3 Millimeter. Als Basis des mit vier Hertz tickenden Mikrokosmos dient das Kaliber 1904 der Schwester Cartier.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Illus

Beliebteste

ABONNIEREN SIE JETZT UNSEREN NEWSLETTER

Aktuelle Glossarbeiträge