Rolex „Datejust“
Wie die Lupe aufs Uhrenglas kam

Ein Geburtstagsgeschenk, eine unzufriedene Ehefrau und eine Sternstunde während der Morgentoilette: Warum Rolex-Gründer Hans Wilsdorf diesen einen Augenblick in seinem Badezimmer niemals vergessen hat …

Wie die Lupe aufs Uhrenglas kam

Kluge wie kreative Lösungen die überraschen

Der Rolex-Gründer hatte seiner zweiten Ehefrau eine „Datejust“ geschenkt. Bei dieser Armbanduhr, vorgestellt im Jahr 1945 zum 40. Geburtstag der renommierten Uhrenmarke, handelte es sich um eine Weltpremiere: wasserdichtes Gehäuse, Rotor-Selbstaufzug, amtliches Chronometerzertifikat und dazu auch noch ein Fensterdatum. Letzteres, bemängelte die Gattin allerdings, ließe sich nur schwer ablesen. Dazu sei erwähnt, dass Betty Wilsdorf-Mettler nicht wirklich gut gesehen hat. Ihre Kritik jedoch ließ den durchaus eitlen Gemahl nicht ruhen.

Wahre Größe

Beinahe täglich verbrachte er eine Stunde oder mehr zur Morgentoilette im Bad. Irgendwann im Jahr 1952, erinnerte sich Betty Wilsdorf-Mettler, hörte sie ihn laut „heureka!“ rufen, „ich hab’s“. Was war passiert? Etwas sehr Erfreuliches.

Beim Waschen spritzte ein Tropfen Wasser exakt dort aufs Glas seiner „Datejust“, wo sich im Zifferblatt das kleine Datumsfenster befand – und der Lupeneffekt war bestechend. Danach waren die Techniker an der Reihe. Kurzerhand klebten sie eine Vergrößerungslinse auf das Uhrenglas. Das Schweizer Patent von 1954 trägt die Nummer CH 298953. Auf diese Weise erhielten die „Datejust“, was nichts anderes heißt als „Date just in time“, und andere Rolex-Klassiker ihren letzten Schliff.

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