Mit der neuen Uhrenlinie FiftySix knüpft Vacheron Constantin an die Referenz 6073 an
Hommage ans Jahr 1956

Mit der neuen Uhrenlinie „FiftySix“ erinnert Vacheron Constantin ans Jahr 1956. Damals präsentierte das Schweizer Traditionsunternehmen die Referenz 6073. Der schnörkellose Klassiker lebt in einer neuen Uhrenlinie wieder auf. Gestalterisch modernisiert und so strukturiert, dass sie der Genfer Manufaktur ein bislang nicht gekanntes Einstiegspreissegment erschließt. In Stahl ist diese Armbanduhr schon für weniger als 12.000 Euro zu haben.

Hommage ans Jahr 1956

Vacheron Constantin Referenz 6073 (links) und die aktuelle FiftySix

Rückblende ins Jahr 1956. Schwingende Quarze und die damit verknüpfte Präzision in der Zeitmessung verlangten nach einer neuen Definition der Sekunde. Fortan dauerte eine solche 1/31.556.925,9747 jenes Umlaufjahres der Erde um die Sonne, welches am 1. Januar 1900, 12.00 Uhr begann. Die Uhrmacher und Produktgestalter von Vacheron Constantin dürfte diese Begriffsbestimmung freilich nur am Rande interessiert haben. Ihre Erzeugnisse tickten wie eh und je, also rein mechanisch. Auf eine Sekunde hin oder her kam es da nicht wirklich an. Bei dem, was 1956 als Referenz 6073 den Weg in die Kataloge fand, hatten sich die Designer vor allem mit den Möglichkeiten befasst, dem runden Gehäuse eine augenfällige Attitude zu verleihen. Und die bestand in einer geraden, mittig vom Gehäuserund unterbrochene Verbindungslinie zwischen den oberen und unteren Hörnern.

62 Jahre nach dem Lancement hat sich Vacheron Constantin auf dieses gestalterische Element besonnen. Bei der „FiftySix“-Kollektion erinnern aber auch die Zifferblätter und Zeiger an die Ära des Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg.Summa summarum verkörpert diese Uhrenlinie eine Neu-Interpretation des Überlieferten unter nostalgischen Vorzeichen. Von Bedeutung ist „FiftySix“ aber auch aus einem ganz anderen Grund: Sie gestattet den Genfern das Betreten einer bislang unüblichen Preisregion. Mit 40 Millimeter großem Stahlgehäuse ist die Einstiegs-„FiftySix“ schon für weniger als 12.000 Euro zu haben.

Dafür gibt es das 26,2 Millimeter große und 4,3 Millimeter hoch bauende Kaliber 1326 mit zwei seriell geschalteten Federhäusern, beidseitig wirkendem Klinken-Selbstaufzug vom Typ „Magic Lever“ und 48 Stunden Gangautonomie. Das Markenlogo in Gestalt eines Malteserkreuzes findet sich im durchbrochenen Kugellagerrotor. Für ein Exemplar dieses Drei-Zeiger-Uhrwerks mit Fensterdatum brauchen die Uhrmacher 142 Komponenten. Hier, beispielsweise an der Verwendung von 22-karätigem Gold für die Schwungmasse und an der gewohnt sorgfältigen Finissage aller Bauteile zeigt sich der Unterschied zum Basiswerk.

Es stammt nicht aus eigenem Haus sondern von der Schwester Cartier. Dort trägt es die Bezeichnung 1904. Seine Unruh vollzieht stündlich 28.800 Halbschwingungen. Zum sekundengenauen Einstellen der Uhrzeit hält sie beim Ziehen der Krone an. Tribut an die Provenienz und natürlich auch den Preis ist der Verzicht auf das Genfer Siegel. Besagter Mikrokosmos zeigt sich durch einen Sichtboden in der bis drei bar druckdichten Schale. Liebhaber edler Metalle erhalten die nostalgiebetonte „FiftySix“ auch in Rotgold. Hierfür werden knapp 20.000 Euro fällig.

Liebhaber waschechter Manufakturarbeit und der imageträchtigen Genfer Punze, müssen in eine andere „FiftySix“-Schatulle greifen. Dort stehen ebenfalls Gehäuse in Stahl oder warmem Rotgold zur Wahl. Datums-, Tages- und Gangreserveanzeige zeichnet die Variante mit dem hauseigenen Automatikkaliber 2475 SC/2 aus. Sein Goldrotor führt der Zugfeder Energie in einer Drehrichtung zu. Ist der „Tank“ komplett gefüllt, tickt das 11½-linige  Oeuvre 43 Stunden lang mit vier Hertz. Der Poinçon de Genève auf Uhrwerk und Gehäuse garantiert einerseits technische und handwerkliche Ausführung auf höchstem Niveau. Zum anderen stellt er sicher, dass das Gesamtkunstwerk pro Woche nicht mehr als eine Minute falsch geht. In dieser Hinsicht muss sich jedes Exemplar vor dem Verlassen der Manufaktur beweisen. Die Preise liegen bei 17.700 bzw. 33.100 Euro.

Mondsüchtige Zeit-Genossen kommen bei der Top-Version zu ihrem Recht. Sie schlägt in Edelstahl mit 22.100 und in Rotgold mit 36.500 Euro zu Buche. Um die Genauigkeit der Darstellung des bleichen Erdtrabanten müssen sie sich rein theoretisch 122 Jahre lang nicht kümmern. Dafür sorgt die ausgetüftelte Unterzifferblatt-Mechanik der Manufaktur-Automatik 2460 QCL/1. Hingegen verlangt das Kalendarium dieser „FiftySix“ immer dann nach manueller Korrektur, wenn der Monat weniger als 31 Tage dauert. Im Laufe eines Jahres ist das bekanntlich fünf Mal der Fall. Die zugehörige Kadratur bildet das Datum, den Wochentag und dazu auch den Monat ab.

Das gegenwärtige Spitzenmodell der Uhrenlinie „FiftySix“ wirbelt mächtig. Es besitzt nämlich ein Minutentourbillon zur Kompensation negativer Schwerkrafteinflüsse auf die Ganggenauigkeit. Für 118.000  Euro bekommen Liebhaber dieser uhrmacherischen Komplikation ein 41 Millimeter großes,  bis drei bar wasserdichtes Rotgoldgehäuse mit entspiegelten Saphirgläsern. Vorne zeigt sich das Drehgestell des Kalibers 2160 durch einen Zifferblattausschnitt.

Rückwärtig gibt sich das hauseigene Automatikwerk 2160 mit circa 80 Stunden Gangautonomie. Den Selbstaufzug besorgt eine peripher drehende Schwungmasse aus 22-karätigem Gold. Diese Konstruktion gestattet zum einen flachere Bauweise. Das 31 Millimeter messende Oeuvre baut 5,65 Millimeter hoch. Es besteht aus 188 Komponenten. Zu ihnen gehört auch eine Glucydur-Unruh, welche im malteserkreuzförmigen Tourbillonkäfig stündlich moderate 18.000 Halbschwingungen vollzieht. Wie alle Manufaktur-„FiftySix“-Modelle gelangt auch dieses Tourbillon mit Genfer Siegel zu den Kunden. Hohe Ganggenauigkeit ist also garantiert.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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