Zifferblätter aus dem All

Interstellar: 8 Uhren mit Meteorit-Zifferblatt

Zifferblätter bestimmen das Aussehen und die Wirkung von Uhren. Entsprechend hoch im Kurs sind bei einigen Uhrenliebhabern eine Uhr mit Meteorit-Zifferblatt. Wir stellen ihnen interessante Modelle von sportlich bis elegant-luxuriös vor.

„Der Weltraum, unendliche Weiten…“

Kennen Sie noch den Satz aus dem Vorspann, mit dem jede Raumschiff Enterprise Folge begann? Auch Uhren mit Meteorit-Zifferblatt setzen auf den Reiz des Unbekannten und Ungewissen. Schließlich stammen Meteoriten aus den unermesslichen Weiten des Weltalls und durchstreifen in Jahrmillionen das All. Entsprechend hoch ist der Reiz dieser seltenen Fundstücke und noch mehr, von Uhren mit einem Zifferblatt aus dem Gestein eines Meteoriten.

Dabei ist die Analyse dieser seltenen Fundstücke unter einem physikalisch-chemischem Gesichtspunkt eher schlicht. In der Regel handelt es sich bei Meteoriten um Trümmergestein eines Kometen, Asteroiden oder Meteoriten, dem die Erde eben im Weg stand. Die Bestandteile der Meteoritengesteine sind vorwiegend Silikatminerale oder Eisen-Nickel-Legierungen, wobei für Meteoritzifferblätter aufgrund des metallischen Glanzes vorwiegend Eisen-Nickel-Meteorite Verwendung finden.

Meteorit

Ein roher, unbehandelter Meteorit nach seiner langen Reise und heißem Eintritt in die Atmosphäre

Meteorit-Zifferblatt

Um die Besonderheit von Zifferblättern aus Meteoritgestein zu verstehen, gilt es zeitlich etwas auszuholen. Genauer gesagt viele Millionen Jahre. Denn die Struktur eines Meteoriten entsteht während der langsamen Abkühlung der zunächst homogenen Eisennickel-Legierung aus Taenit. Geschieht diese Abkühlung extrem langsam über viele Millionen Jahre, bilden sich im Temperaturfenster von 750 bis 450 Grad innerhalb des Taenits kristalline Strukturen und Flächen von Kamacit. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre erhitzt sich zwar die Außenfläche, die kristallinen Strukturen im Meteoriteninnern bleiben jedoch erhalten. Selbst beim Aufbrechen eines Roh-Meteoriten sind die Strukturen nicht sichtbar. Erst der Wiener Forscher Alois von Beckh-Widmanstätten entdeckte im Jahr 1808 die kristalline Struktur an einer Säure ausgesetzten Stelle des Eisenmeteoriten von Hraschina. Der englisch-italienische Chemiker William „Guglielmo“ Thomson fand sogar bereits 1804 ebenfalls heraus, Eisen-Nickel-Meteoriten, werden sie verschiedenen Säuren ausgesetzt, ihre kristall-glänzende Struktur preisgeben. Gleichwohl werden die Strukturen heute als Widmanstätten-Strukturen bezeichnet.

Die Verarbeitung von Meteoritengestein ist durchaus herausfordernd, da der Grundstoff deutlich härter als normales Gestein ist. Zudem ist die Mineralstruktur sehr unregelmäßig und unvorhersehbar, was eine vorausschauende Bearbeitung des Gesteins voraussetzt. Entsprechend sind es in der Regel Spezialisten und besondere Hersteller, die mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl den gleichermaßen seltenen wie teuren Grundstoff bearbeiten. Anschließend muss der Stein in extrem dünne, farblich harmonierende Lagen geschnitten und poliert werden. Dabei variiert das erzielte Ergebnis je nach Meteorit und Zusammensetzung sehr stark. Entsprechend breit ist das Spektrum an Farben und Strukturen der Zifferblätter, die hergestellt werden können.

Einzigartigkeit

Worin sich alle Uhren mit einem Zifferblatt aus Meteorit-Gestein gleichen, ist ihre Einzigartigkeit. Da sich in jedem Meteoriten die kristallinen Strukturen und Lagen individuell herausbilden, ist jedes Zifferblatt praktisch ein Unikat.
Darum geht es wohl in der Mehrzahl der Fälle auch den Uhrenliebhabern, die sich für eine Meteorit-Uhr entscheiden. Gleichwohl gibt es ein breites Angebot an Meteorit-Modellen. Von sportlich bis super elegant, von günstig bis ultra-luxuriös geht die Spanne. Wir stellen Ihnen einige Uhren vor, die ein Stück Weltraum ans Handgelenk bringen.

Rolex Cosmograph Daytona Meteorite

Nach dem Erfolgs des Modell Rolex GMT-Master II Meteorite legt Rolex mit dem Daytona Chronographen im Meteorite-Look nach. Ausgestattet mit dem Rolex-eigenen Kaliber 4130 bietet der Rolex Chronometer der Superlative ein Ganggenauigkeit von +2/-2 Sekunden pro Tag. Die bis 100 Meter wasserdichte Uhr mit Cerachrome-Keramik-Lünette bietet überdies eine Gangreserve von 72 Sunden und kostet in Weißgold mit Oysterflexband 31.850 Euro.

Formex Essence Automatic Chronometer Space Rock

Das im Direktvertrieb über das Internet agierende Jungunternehmen Formex hat auch ein Weltraumgesteinszifferblatt im Angebot. Die 43 mm große Formex Essence Space Rock ist COSC zertifiziert, bietet ein Sellita SW200-1 Automatikkaliber mit 38 Stunden Gangreserve und ist trotz Saphirglasboden bis 100 Meter wasserdicht. Der Preis der Uhr liegt bei 1.525 Euro. Allerdings war die erste Auflage schnell ausverkauft. Gleichwohl ist zu erwarten, dass schnell nachgelegt werden wird und günstiger ist es kaum möglich, eine Uhr mit vernünftigem Werk und Meteorit-Zifferblatt zu bekommen.

Omega Speedmaster Grey Side of the Moon Meteorite

Also die Omega Speedmaster Moonwatch-Monduhr muss natürlich mit einem Meteorit-Modell aufwarten. Die Tachymeterskala auf dem beschichteten Keramikring ist aus 18 Karat Rotgold gefertigt und auch die Indizes und Zeiger sind aus Gold. Aber auch das Innenleben glänzt mit dem Omega Co-Axial Chronographen-Kaliber 9300 und der neuen Si14-Silizium-Unruh-Spiralfeder. Das Gehäuse wiederum ist aus leichter, wie kratzfester Keramik und mit Lederband kostet diese Meteorite-Omega 14.500 Euro.

Jaquet-Droz Grande Seconde Off-Centered Meteorite

Die kleine, feine Manufakturmarke Jaquet-Droz offeriert ebenfalls ein interessantes Modell mit Gestein aus dem Weltall. Die 39 mm große 18-Karat goldene, bis immerhin 30 Meter Wassertiefe dichte Jaquet-Droz Grande Seconde Off-Centered Meteorite Automatikuhr mit 68 Stunden Gangreserve wird angetrieben vom Kaliber 2663 und arbeitet bei 28.800 Halbschwingungen. Die zur 7 geschobene kleine Sekunde wird durch das im Uhrzeigersinn leicht versetzte Kaliber erzeugt. Entsprechend ist die Krone bei 4 Uhr. Der Preis für die limitierte 39 mm Variante liegt bei 22.300 Euro.

Parmigiani Tonda 1950 Meteorit Abyss Blue

Ebenfalls aus einem feinen Gestüt ist das Modell Parmigiani Tonda 1950 mit blauem Meteorit-Gestein. Dabei wurde für das besondere blaue Zifferblatt die Meteorit-Oberfläche galvanisch behandelt.
Die klassische automatische Dresswatch ist 43 mm groß und hat ein Roségold-Gehäuse sowie eine Wasserdichtigkeit von 30 Meter. Im Inneren der Uhr arbeitet das superflache Manufaktur-Kaliber PF701 mit 42 Stunden Gangreserve. Mit Alligatorlederband und Goldschließe kostet die in Blautönen changierende Uhr 21.200 Euro.

Hermes Arceau L’heure de la Lune Meteorite

Dieses interessante Modell mit Mondgestein-Zifferblattoberfläche und zwei sich im Kreis bewegenden Zifferblättern für Zeitanzeige und Datum ist ein faszinierendes Modell, weil ungewöhnlich, aber in der Mondanzeige durchaus funktional. Wir haben dieses Hermes Modell bereits vorgestellt, hier durfte es jedoch nicht fehlen. Der Preis dieser Hermes Uhr lag ursprünglich bei 23.000 Euro, inzwischen ist sie für 35.000 Euro zu haben.

De Bethune DB28XP Meteorite

Diese Uhr scheint direkt aus dem Film Starwars zu stammen. Das Meteorit-Zifferblatt strahlt im ultraleuchtenden Blau und das Zifferblatt weist feine Strukturen und Farbeinschlüsse auf, die das Sonnensystem symbolisieren sollen. Das 43 mm große Gehäuse ist aus ultrahartem Zirkonium und im Gehäuse-Inneren schweingt das Handaufzugskaliber DB2115v7 bei  28.800 Halbschwingungen. Kürzere Weltraumflüge würde die 6-Tage-Gangreserve locker überstehen und um den Anzug im All nicht zu stören, wurde die Krone bei der 12 platziert. Galaktisch ist allerdings auch der Preis der De Bethune DB28XP Meteorite. Jede der auf 10 Exemplare limitierten Meteorit-Modelle kostet 120.000 Euro. Dafür könnte man fast einen Weltraumflug buchen und sich direkt ein Stück Weltraumgestein holen, aber es gibt ja Leute mit Flugangst. Für die hat De Bethune einfach ein interstellares Angebot.

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