Tudor Geschichte: Der Weg zum Erfolg (Teil III)

Tudor Geschichte: Von der Rolex Submariner zur Tudor Black Bay

Bei Rolex und Tudor legten professioneller Taucherarmbanduhren in den frühen 1950-er Jahren den Grundstein zum Erfolg. Seither ist die Tudor Geschichte gespickt mit erfolgreichen Modellen. Aktuell sticht die Tudor Black Bay Linie erfolgreich heraus. Auch ihre Wurzeln reichen weit in die Vergangenheit.

von | 25.09.2021

Das Vorbild heißt Submariner

Der Beiname dieser wichtigen Taucheruhr der Tudor Geschichte sagte beinahe alles: „The diver‘s friend“. Und das nicht ohne Grund: Am 26. Oktober 1953 hatte das Institut für Tiefseeforschung in Cannes geradezu euphorisch über fünfmonatige Tests mit der neuen Rolex Submariner aus dem Hause Rolex berichtet. Nach insgesamt 132 Tauchversuchen in Wassertiefen zwischen zwölf und 60 Metern gab es beim besten Willen nichts zu kritisieren. Im Gegenteil: „Bei einem Landungsmanöver … stürzte sie sogar einmal auf einen etwa zwei Meter tiefer liegenden Betonkai. Trotz dieses äußerst heftigen Schocks erlitt die Präzision keinerlei Einbuße; der einzige Schaden bestand darin, dass ein Stückchen Leuchtmasse vom großen Zeiger abfiel.“
Ihre durch und durch professionellen Eigenschaften verdankte die „Mutter aller Taucheruhren u.a. René-Paul Jeanneret. Den Rolex-Direktor und begeisterten Unterwassersportler verband nämlich eine enge Freundschaft mit dem engagierten Tauchprofi Jacques-Yves Cousteau. Folglich floss auch dessen Gedankengut in die Gestaltung Rolex Submariner ein.

Das daraus resultierende Know-how zeigte sich in der legendären Rolex Submariner. 1954 beeindruckte diese die Besucher der Basler Uhrenmesse durch ihren markanten Auftritt mit mattschwarzem Zifferblatt, unübersehbaren Leuchtziffern und Leuchtindexen sowie Leuchtzeigern für Stunden, Minuten und Sekunden. Wasser konnte dem hauseigenen Rolex Automatikkaliber A.296 bis zu zehn bar Druck nichts anhaben. Die vorzügliche Ausstattung des Newcomers vervollkommnete ein griffiger Glasrand mit deutlichen Markierungen im Abstand von fünf Minuten. Den Nullpunkt symbolisierte dabei die ins Zifferblatt-Zentrum zeigende Pfeilspitze mit mittig angeordnetem Leuchtpunkt.

Bis 1981 konnte man die Lünette übrigens in beiden Richtungen drehen. Erst 1981 unterband ein Sicherheits-Sperrmechanismus ein versehentliches Verstellen im Uhrzeigersinn. Durch die nur nach vorne gerichtete Einstellung konnte sich die Rest-Tauchzeit nun allenfalls verkürzen, nie jedoch verlängern.

Abgetaucht mit Tudor

Für Hans Wilsdorf war es fast eine Selbstverständlichkeit, dass sich auch Tudor des Themas Taucheruhren annahm. Dies geschah im Jahr 1954. Nicht umsonst besitzt in Sammlerkreisen die Tudor Oyster Prince Submariner mittlerweile ein hohes Renommee. Anfangs reichte die Wasserdichte der Referenz 7922 mit originalem „Oyster“-Gehäuse bis zu zehn bar Druck. Dieser Wert entspricht immerhin einer Tauchtiefe von rund 100 Metern.

Tudor „Oyster Prince Submariner“, Referenz 7922, 1954, Automatikkaliber 390

Die 1957-er Version der Tudor „Oyster Prince Submariner„, Referenz 7922, verfügte erstmals über eine Tauchzeit-Drehlünette mit augenfälliger Minutenteilung für die erste Viertelstunde. 1958 präsentierte Tudor dann die bis 200 Meter wasserdichte Referenz 7924. Ihr imposantes Bedienelement gegründete den Beinamen Tudor „Big Crown“. 

Tudor „Oyster Prince Submariner“, Referenz 7922, 1957

Tudor „Oyster Prince Submariner – Big Crown“, Referenz 7924, 1958

Der markante Flankenschutz für die Schraubkrone kennzeichnete auch die Referenz 7928. Ihr Boden trug die Gravur „Original Oyster Case by Rolex“. Die folgenden Jahre standen im Zeichen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Ab 1964 kam die Tudor „Oyster Prince Submariner“ als 7928 gar als US-Navy Taucheruhr zu militärischen Ehren. Die Französische Marine nutzte wiederum ab 1974 mehrere Referenzen dieses Tauch-Boliden für die Ausstattung ihrer Soldaten.

Tudor „Oyster Prince Submariner“, Referenz 7928, US-Navy

Mit der Referenz 7016 startete 1969 die zweite, bis 1999 hergestellte Tudor Modellreihe. Kennzeichen sind der so genannte „Snowflake“-Stundenzeiger und ein Wappenschild anstelle der Rose. Im Inneren der „Oyster“-Schale löste das 2483 Kaliber von Eta das bis dahin verwendete Automatikkaliber FEF 390 ab.

von 1969 an war das Nachfolgemodell der Tudor Prince Oyster Submariner im Einsatz

Die Tudor Oyster Prince Submariner, Referenz 7016, Kaliber Eta 2483, 1969 - 1999

Tudor „Oyster Prince Submariner“, Referenz 7016, Kaliber Eta 2483, 1969 – 1999

Die im gleichen Jahr lancierte Referenz 7021 beseelte wiederum das Eta-Werk 2484 mit Fensterdatum, über dem sich damals auch noch die für Rolex patentierte Zykloplupe wölbte. Wer beizeiten in einen derartigen Zeitmesser investierte, kann sich nicht nur über die schöne Uhr, sondern auch über eine stetige Preisentwicklung freuen. Aktuell kann man beispielsweise mit einer TudorBlack Bay“ abtauchen. Sie ist in verschiedenen Ausführungen mit dem Manufaktur-Automatikkaliber MT5601 erhältlich.

Auf alle Fälle löste sich Tudor langsam von Rolex und startete mit der Tudor Black Bay eine eigene erfolgreiche Uhrenlinie.

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