Time out Glosse - Interview mit einer Portugieser Uhr
Interview mit einer Uhr: Die IWC Portugieser

Uhrenklassiker sind Helden und echte Stars. Manche kommen rech robust und selbewusst, daher, andere durchaus intellektuell und sensibel. Eines jedoch eint sie alle: Sie haben Geschichte und viel zu erzählen. Heute im “Interview” die IWC Portugieser. Ein Gespräch über Charakter, Carbon und Paulo Coelho.

Interview mit einer Uhr: Die IWC Portugieser

Die IWC Portugieser kann viel über die so spannende, wie wechselvolle Geschichte von IWC in Schaffhausen erzählen

IWC Portogieser. Eine Ikone unter den Uhren. Und Sie sind sehen blendend aus, keine Frage. Doch welche Eigenschaft bewundern Uhrenliebhaber bei ihnen am meisten?

Manche sagen, ich wäre schön. Echte Kenner freuen sich vermutlich über meine feinen IWC-Werke. Auf jeden Fall hat man mit mir die Möglichkeit, ein echtes Stil-Statement abzugeben.

Erzählen Sie uns von ihrer größten Stärke … 

Es ist die Klarheit meines Designs, verbunden mit der markanten Größe, das seit fast 80 Jahren Uhrenliebhaber auf der ganzen Welt begeistert und von der IWC Portugieser träumen lässt.

Und welchen Fehler entschuldigt man am ehesten?

In meinen jungen Jahren war ich für rauhe maritime Umgebung vielleicht noch etwas zart besaitet. Aber mal ehrlich: Ist das bei wahren Schönheiten nicht fast immer der Fall?
Dann wäre da noch meine Größe… Doch auch da bin ich selbstbewusst. Groß ist eben groß, und das geht nun mal nicht klein.

Was wäre für Ihren Träger das größte Unglück?
Eine Carbon-Version von mir.

Selbst bei diesem grausigen Bild einer Carbonversion bleiben Sie erstaunlich ruhig. Sie wirken so klar, so unaufgeregt. Ticken Sie eigentlich nie aus?

Ich bin eben stets ein auffallend unauffälliger Begleiter. Deshalb: nein, ich bin nun mal eher klar und zurückhaltend. Wahre Größe erfordert dieses Wissen um das richtige Auftreten wie im angemessenen Stil.

Sprechen wir einmal über Sie privat… Welcher prominente Zeitgenosse beeindruckt Sie?

Ich liebe klares Design. Entsprechend imponieren mir Frank O. Gehry und seine Entwürfe. Wer kann sich zum Beispiel der Faszination seines Guggenheim Museums in Bilbao entziehen?

Und um wessen Handgelenk würden Sie gerne einmal getragen werden?

Darf ich Film- oder Romanhelden auch nennen?

Ja, natürlich.

Also von Brian Sweeney Fitzcarraldo getragen zu werden, das wäre großartig, er ist so stilvoll, so mutig beim Umsetzen seines utopischen Plans, mitten im Urwald ein Opernhaus zu bauen. Im echten Leben wäre es vielleicht Paolo Coelho. Er hätte sicher Augen und Ohren für mein faszinierendes Gangwerk – und vermutlich auch das richtige Gefühl für das philosophische Vermessen der Zeit. Und wenn ich in die Geschichte eintauchen darf…

Bitte, nehmen Sie uns mit …

Der Portugiese Vasco da Gama und seine Entdeckerreisen faszinieren mich noch heute und stecken auch ein bisschen in meiner Geschichte. Schließlich ist die Sehnsucht nach Weite und neuen Ufern zeitlos. Zugegeben, ich habe da natürlich auch einen gewissen regionalen Bezug …

Und der wäre?

Ich wurde 1938 erfunden, als sich zwei waschechte Portugiesen eine große Uhr wünschten, die präzise wie ein Marinechronometer laufen sollte. Dementsprechend ist auch der Hafen von Lissabon ein Lieblingsplatz von mir. Die Schiffe, all die fernen Ziele, zu denen sie aufbrechen – das ist wunderbar. An so einem Ort würde ich liebend gerne für immer bleiben. Irgendwo am Ufer eines südlichen Meeres.
Wenigstens liegt Schaffhausen am Rhein, also an einem großen Fluss. So muss ich auf Wasser und ein bisschen Fernweh nicht ganz verzichten.

Haben Sie eigentlich Hobbys?

Ich liebe Architektur, Design und Kunst. Aber auch in der Musik fühle ich mich ein bisschen zu Hause. Nicht umsonst sagt man mir nach, dass ich trotz meines maritimen Erbes oft am Handgelenk von kreativen Menschen auftauche.

Wie steht es mit Sport?

Über einen Lieblingssport muss ich kurz nachdenken. Primzahlenaufzählen, vielleicht. 

Gibt es eine Lieblingsfarbe?

Meist kann ich mich nicht entscheiden: Steht mir ein weißes Zifferblatt besser oder ein blaues … Letztendlich hoffe ich, dass diese Frage ungelöst bleibt und es Menschen gibt, die zwei Portugieser einfach schöner finden als nur eine davon.

Und wenn ihre letzte Stunde schlägt …

Solange Menschen ihr Leben und ihre wertvolle Zeit genießen, wird es mich geben. Ich bin also, wenn Sie so wollen, zeitlos und mache mir um meine Zukunft keine Sorgen. 

Über den Autor

Wolfgang Winter

Uhrenkosmos Partner und Autor.

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