1969 gehörte die zur damaligen Zeit von Jack Heuer geleitete Uhrenmarke TAG Heuer zu den Pionieren des Chronographen mit Selbstaufzug.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Firma zum damaligen Zeitpunkt noch schlicht Heuer hieß. Der Zusammenschluss mit der Firmengruppe TAG (Techniques d’Avant Garde) zu TAG Heuer erfolgte erst im Jahr 1985, bis diese im Jahr 1996 an die Börse gebracht und schließlich 1999 von der LVMH Gruppe gekauft wurde. In besagtem Jahr also debütierte im Chronographen TAG Heuer Monaco das während vier langer Jahre zusammen mit Breitling, Büren und Dubois-Dépraz entwickelte Mikrorotor-Kaliber 11. Seine Entwicklung hatte die damalige Verhältnisse enorme Summe von 500.000 Schweizerfranken verschlungen.

Bei Heuer hießen die mit der Weltpremiere ausgestatteten Zeitmesser unter anderem Heuer Autavia, Heuer Carrera und Heuer Monaco. Für letzteren hatte Jack W. Heuer, wie er mit vollständigem Namen heißt, erstmals überhaupt eine quadratische und dennoch wasserdichtes Uhrengehäuse entwickeln lassen. „Weil unser Marketingetat nach dem gewaltigen Entwicklungs-Kraftakt beinahe erschöpft war, mussten wir intelligente, weniger kostspielige Methoden der Verkaufsförderung suchen“, so Heuer. Und die fand der Patron für seine Heuer Monaco auf dem Golfplatz.

Einstieg wie ein Amateur

Dort berichtete ihm ein Freund ganz nebenbei, dass Joseph „Jo“ Siffert nach einem Sponsoren Ausschau halte. Bald darauf besuchte der clevere Unternehmer den Porschehändler in seinem Autohaus. Dort verfehlte die neue, sehr markante Heuer Monaco ihre Wirkung nicht. Die Offerte, den eidgenössischen Formel-1-Piloten im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen und eines seiner schwäbischen Fahrzeuge zu erwerben, überzeugte vollends.

Der neue Partner nannte fortan eine Monaco sein Eigen, platzierte das Heuer-Logo deutlich sichtbar auf seinen Renn-Overall und klebte ein weiteres prominent auf seinen legendären Porsche 908. „Das war sicher ein amateurhafter Einstieg ins Formel-1-Geschäft, bekennt Jack W. Heuer rückblickend, „aber wir engagierten uns als erste branchenfremde Marke in diesem rasanten Hochleistungssport und fuhren nicht schlecht damit“.

Die teuerste Tag Heuer der Welt

Der Deal zahlte sich 1970 aus, als Lee H. Katzin mit Steve McQueen den Film „Le Mans“ drehte. Jack W. Heuer hatte den Filmausstatter Don Nunley, damals Property Master genannt, mit reichlich Stickern, Borduhren und Chronographen ausgestattet. Nach vielen Testrunden in Le Mans bat der Produzent Steve McQueen, endlich sein filmisches Outfit festzulegen. Der Schauspieler entschied sich für den Dress des gerade neben ihm stehenden Jo Siffert, den er ja schließlich auf der Leinwand darstellen sollte.

Im Zuge dieser Wahl befestigte der Rennfahrer schnell ein Stoffabzeichen des Heuer Chronomatic am Overall. Außerdem durfte der Mime Steve McQueen beherzt in die Schachtel mit Heuer Chronographen greifen – und entschied sich für exakt jene Heuer Monaco, auf die auch der Rennfahrer blickte und auf den Standfotos zu erkennen ist. Im Juli 2012 erlöste dieser legendäre Zeitmesser auf einer Auktion sagenhafte 650.000 US-Dollar. „Ich glaube“, so Jack W. Heuer, „dass niemals mehr für eine Heuer Uhr bezahlt wurde.“ Wer die letzten Auktionsergebnisse kennt weiß wiederum, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss.