Die "große" und die "kleine" Rolex
Revolution im Hause des Königs

Im Hause Rolex hält man nichts von überstürzten Veränderungen – und erst recht nicht vom Zufall. Wie die Könighäuser Europas legt auch die noble Manufaktur Wert auf Althergebrachtes. Einen Hauch von Revolution kann man beim Automatikkaliber 3255 trotzdem spüren. Und auch bei Rolex-Tochter Tudor tut sich einiges.

Revolution im Hause des Königs

Durch 14 Patente geschützt: Das Automatikkaliber 3255 von Rolex.

Mehrere Jahre lang tüftelten die Techniker bei Rolex am Automatikkaliber 3255, das Ergebnis ließ die Manufaktur durch stolze 14 Patente schützen.

Innovatives Automatikkaliber

Revolutionär ist in der Tat die patentierte „Chronergy“-Hemmung: Sie besitzt einen 15 Prozent höherem Wirkungsgrad, wovon beispielsweise die Gangautonomie profitiert. Ihre Rubinpaletten sind nur 1,25 Millimeter breit – halb so groß also wie herkömmliche Exemplare. Durch Elektroformung (LiGA-Verfahren) fertigt Rolex Anker und Ankerrad, und zwar ganz aus paramagnetischen Nickel-Werkstoffen. Ins Werk setzen die Uhrmacher die bewährte, amagentische „Parachrom“-Breguetspirale aus Eigenproduktion. Dünnere Federhaus-Wandungen sorgen dafür, dass der tickende Mikrokosmos die Energie länger speichert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Gangautonomie liegt bei stolzen 70 Stunden.

Auf Herz und Nieren getestet

In bewährter Tradition ist die Ganggenauigkeit auch beim Kaliber 3255 von der Prüfbehörde COSC-zertifiziert. Allerdings übertrifft das Kaliber das vorgeschriebene Delta, das zwischen täglich -4 und + 6 Sekunden liegt, um einiges. Weniger als -2 bis +2 Sekunden weichen die Werte von der Norm ab.

Doch die auf das Uhrwerk beschränkte COSC-Prüfung allein reicht Rolex nicht. Bevor das Oevre die Fabrik verlässt, wird das Stück zwei Tage lang verschiedenen Tests unterzogen. Die Manufaktur simuliert dann etwa das übliche Trageverhalten der Uhr am Handgelenk, ähnlich wie der Fleuritest. So will Rolex die eigenen Qualitätsstandards sichern.

Die Preise für das Kaliber liegen zwischen 30.200 Euro für die Gelbgold-Version über 32.450 Euro für Weiß- oder Everrose-Gold. Für stattliche 54.050 Euro hingegen gibt es Platin satt.

Um die Qualität des tickenden Mikrokosmos zu gewährleisten, werden beim Kaliber 3255 von Rolex auch diverse interne Tests durchgeführt.

Revolution im Hause Tudor

Auch die Rolex-Tochter Tudor hatte 2003 einen ersten Anlauf zum eigenen Manufakturkaliber unternommen. Gemeinsam mit einem externen Partner entwickelten die Techniker das Automatikkaliber T 8000 für Damenuhren. Hinzu kamen die größeren Pendants T 8008 (kleine Sekunde) und T 8050 (Zentralsekunde). Die Leistungen der Kaliber ließen jedoch zu wünschen übrig.

Erfolgreicher war Anlauf Nummer zwei. Zur Baselworld 2015 präsentierte Tudor die hauseigenen Automatikkaliber MT 5612 und MT 5621.

Das MT 5621 besitzt im Vergleich zu ihrer Schwester eine Gangreserveanzeige. Der Rotor des 33,8 Millimeter großen und 6,5 Millimeter hohen Manufakturwerks spannt die Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Ebenso wie beim Kaliber 3255 reicht die Gangautonomie nach Vollaufzug für etwa 70 Stunden.

Qualität, streng geprüft

Die Unruh befindet sich wie beim Kaliber 3255 unter einer Brücke. Mit variablem Trägheitsmoment vollzieht das kleine Uhrenherz gemeinsam mit einer amagnetischen Silizium-Unruhspirale stündlich 28.800 Halbschwingungen. Und: COSC-zertifiziert ist das Uhrwerk natürlich auch.

Das Kaliber MT 5612 verbauen Uhrmacher in der sportiven, bis 50 bar wasserdichten Titan-„Pelagos“ mit Keramiklünette. Der Preis dieser Uhr liegt bei 3.750 Euro. „North Flag“ heißt das relativ zurückhaltend gestaltete Edelstahl-Keramik-Modell, in dem sich das MT 5621 befindet. Mit Metallband ist das Stück für 3.120 Euro zu haben.

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  1. Mehr Chrooperation, bitte! | Uhrenkosmos - […] der Gangregler fällt bei Tudor etwas anders aus. Unter der langgesteckten Brücke schwingt eine kleine Glucydur-Unruh mit […]
  2. Von königlichem Geschlecht | Uhrenkosmos - […] anderer Name hatte es Hans Wilsdorf infolge seiner anglophilen Einstellung ebenfalls angetan: Tudor. Er erinnert an das bedeutende englische…

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