IWC Fliegeruhren Big Pilot, Mark 1 und Pilot`s Heritage
Was trägt der Pilot am Handgelenk?

Wer hoch fliegt kann, tief fallen – die Schaffhausener Manufaktur hat das mehrfach erlebt. Echte Höhenflüge haben auch schon so einige ihrer Zeitmesser hinter sich, denn bei Menschen mit Passion für das Steuern von Flugzeugen stehen die Stücke hoch im Kurs. Im Jahr 2017 wurde die Kollektion komplett überarbeitet – wir haben uns die neuen Modelle angesehen.

Was trägt der Pilot am Handgelenk?

Größer, geht n-immer: Die IWC Big Pilot in 55 mm.

Produkt der Leidenschaft

Freudentaumel gehören ebenso zur Geschichte der 1868 in Schaffhausen gegründeten IWC wie heftige Bruchlandungen, verursacht zum Beispiel von den beiden Amerikanern Florentine Ariosto Jones und Ferdinand F. Seeland. Dann 1880, nach dem zweiten Konkurs, nahmen zunächst der Aktionär Johannes Rauschenbach und ab 1881 dann sein Sohn die marode Manufaktur unter ihre Fittiche, und starteten im Folgenden den ersten Höhenflug. Nach dem Tod von Johannes Rauschenbach-Schenk jedoch übertrugen die Erben die Leitung der IWC an Ernst Jakob Homberger, der 1929 zum Alleininhaber wurde. Dessen Söhne Hans und Rudolf besaßen eine unstillbare Passion für die Fliegerei. Ersterer hatte 1933 während eines Aufenthalts in England seine Piloten-Lizenz für Sportflugzeuge erworben. Auch Bruder Rudolf steuerte in der Schweizer Armee bravourös eine MesserschmittMe-109. Somit ist die Fliegeruhren-Geschichte bei IWC irgendwie auch familiär begründet.

Dieser Spezies Armbanduhr wurde speziell in den Pionierjahren der Luftfahrt eine ganze Menge abverlangt. Neben starken Vibrationen und extremen Temperaturschwankungen mussten sie ebenso mit beträchtlichen Magnetfeldern fertig werden wie. Außerdem mussten sie sich im Cockpit schnell und unmissverständlich ablesen lassen. Diese Anforderungen, ebenso Sicherheitsdenken und die grundsätzlich anspruchsvolle Tätigkeit des Fliegens erforderten also eigens konstruierte Zeitmesser. Natürlich mit gleichermaßen präzisen wie verlässlichen Werken. Und ebensolche haben IWC seit 1936 das Renommee eines Fliegeruhren-Pioniers eingetragen.

Eine für besondere Aufgaben

In besagtem Jahr stellte IWC die Piloten-Armbanduhr mit schwarzem Zifferblatt, großen Leuchtziffern und markanten Leuchtzeigern vor. Eine Drehlünette mit Merkpfeil diente dem Einstellen der Abflugzeit. Das 12-linige Handaufzugs-Brückenwerk vom Kaliber 83 besaß eine amagnetische Gangpartie. Die Regulierung erfolgte im Temperaturbereich von minus 40 bis plus 40 Grad Celsius. Bleidichtungen unterbanden das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub ins Edelstahlgehäuse mit unzerbrechlichem Glas. Eine der ersten dieser „Spezialuhr für Flieger“ lieferte IWC noch im gleichen Jahr 1936 an Novotny/Freund in Prag. Bis 1941 gingen überdies mehrere hundert Exemplare an unterschiedliche Kunden.

Der Jumbo unter den Uhren

Darüberhinaus entwickelte IWV Ende der 1930er Jahre für die deutsche Luftwaffe eine professionelle Fliegeruhr. Sie wurde mit mattiertem Stahlgehäuse, Durchmesser 55 Millimeter ausgestattet. Dieser Jumbo ist übrigens das Vorbild der neuen „Big Pilot’s Heritage Watch 55“, Referenz IW510401, welche während des SIHH 2016 in einer überarbeiteten Version zu sehen war. Alle optischen und technischen Spezifika standen in einem Pflichtenheft der Dienststellen und Oberkommandos. Jedes Exemplar musste zudem den Prüfbedingungen „erster Klasse“ für Präzisionstaschenuhren der Deutschen Seewarte genügen.

Die Reglage erfolgte in sechs Lagen und bei drei Temperaturen. Weitere Merkmale waren eine griffige Aufzugskrone, schwarzes Zifferblatt mit Leuchtziffern und -zeigern, Sekundenstopp sowie ein langer Lederriemen zum Tragen über der Montur. Diese Uhr mit einem stattlichen Gewicht von 183 Gramm verfügte außerdem erstmals über einen Magnetfeldschutz für das 19-linige Zentralsekunden-Kaliber 52 T.S.C. (Tirette Seconde Centrale). Zifferblatt, Werkring und Innenboden bestanden dagegen aus Weicheisen. Von diesem Präzisionskaliber fertigte IWC insgesamt 1.200 Exemplare, welche auch in Beobachtungs-Taschenuhren Verwendung fanden. Die Zeitmesser für die deutsche Luftwaffe lieferte IWC auf dem Umweg über einen Berliner Fachhändler namens Siegfried Heindorf.

In The Army Now

Analog zur ersten Fliegeruhr von 1936 bestückte die IWC auch ihre 1945 lancierte Armbanduhr für den militärischen Dienstgebrauch mit dem bewährten Handaufzugskaliber 83. Von der „W:W.W.“ (watch, wrist, waterproof), entstanden in der Zeit von 1945 bis 1947 und 6.000 Exemplare. Selbige besitzen die Gehäusenummern 1131001 bis 1137000. Das schwarze Zifferblatt mit großen Leuchtziffern kennzeichnet eine „chemin de fer“ Minuterie, zu Deutsch Eisenbahngleis. Die Versionen fürs britische Militär tragen auf dem Zifferblatt unterhalb des Firmenlogos den so genannten „Broad Arrow“ („Pfeil des Königs“). Ab 1944 musste das Kaliber 83 eine „Incabloc“-Stoßsicherung besitzen.

In The Army Now

Analog zur ersten Fliegeruhr von 1936 bestückte die IWC auch ihre 1945 lancierte Armbanduhr für den militärischen Dienstgebrauch mit dem bewährten Handaufzugskaliber 83. Von der „W:W.W.“ (watch, wrist, waterproof), entstanden in der Zeit von 1945 bis 1947 und 6.000 Exemplare. Selbige besitzen die Gehäusenummern 1131001 bis 1137000. Das schwarze Zifferblatt mit großen Leuchtziffern kennzeichnet eine „chemin de fer“ Minuterie, zu Deutsch Eisenbahngleis. Die Versionen fürs britische Militär tragen auf dem Zifferblatt unterhalb des Firmenlogos den so genannten „Broad Arrow“ („Pfeil des Königs“). Ab 1944 musste das Kaliber 83 eine „Incabloc“-Stoßsicherung besitzen.

Piloten und ihre Passion für die Fliegeruhr

Zurecht als echte Kult-Uhr gilt die „Mark 11“von 1948. Ab November 1949 lieferte IWC sie an die fliegende Truppe der Royal Air Force und andere Commonwealth Staaten. In deren Diensten blieb sie bis 1981. Neben Militär-Piloten setzten auch zivile Flugzeugkapitäne auf diese Armbanduhr mit Weicheisen-Innengehäuse, in deren Konstruktion alle bisherigen Fliegeruhr-Erfahrungen eingeflossen waren. Der Käfig schützt das Werk bis zu 80.000 Ampere/Meter gegen Magnetfelder. Das darin verbaute Kaliber 89 (Durchmesser 26,5 mm, Höhe 4,25 mm) verfügt über einen patentierten Antrieb für die Zentralsekunde sowie einen Sekundenstopp. Vor dem Versand hatte jede „Mark 11″ ein 648-Stunden-Testprogramm für „Navigator Wrist Watches“ absolvieren. Die Prüfung der Ganggenauigkeit erfolgte in fünf Positionen sowie bei Temperaturen zwischen – 5 und + 46 Grad Celsius.

Mit Power in die Zukunft starten – neue Modelle

Die Fortsetzung der Fliegeruhren-Tradition erfolgte dann 1988. IWC befand sich schon seit zehn Jahren im Eigentum der VDO-Gruppe. Das Modell der Stunde war der  Fliegerchronograph auf Basis des Automatikkalibers Valjoux 7750. 1992 folgte weiterhin eine Schleppzeiger-Variante, auch „Fliegeruhr Doppelchronograph“ genannt.

All jene, die bei der „Mark 11“ zu kurz gekommen waren, konnten ab 1994 dagegen die Mark XII“ mit dem extraflachen Automatikkaliber 884 (Rohwerk LeCoultre), Unruhfrequenz vier Hertz, Regulierung in fünf Positionen, Fensterdatum erwerben. Die 36-Millimeter-Schale, erhältlich einerseits in Stahl und andererseits in Massivgold, verfügte über ein Weicheisen-Innengehäuse.

1998 brachte die„UTC“ mit praktischem Zeitzonen-Dispositiv sowie den „Fliegerchronographen“ mitschwarzem Keramikgehäuse. 2000 stand im Zeichen der auf 38 Millimeter gewachsenen „Mark XV“ mit amagnetischem Innengehäuse und dem bewährten Automatikkaliber Eta 2892-A2.

Schließlich knüpfte IWC 2002 an die Tradition derGroßen Fliegeruhr. Im 46 Millimeter messenden Newcomer tickte das opulente 7-Tage-Automatikkaliber 5011 mit Fensterdatum, Gangreserveanzeige und Zentralsekunde.

Wenn schon Remake, dann think big!

Im Rahmen des Genfer SIHH wird IWC eine komplett überarbeitete Fliegeruhren-Kollektion zeigen. Die Big Pilot’s Heritage Watchbekam zwei neue Modelle. Die Größere verfügt, wie der Namenszusatz 55 verheißt, analog zum Original von 1940 über eine gigantische 55-Millimeter-Schale. Wer diese Armbanduhr tragen möchte, sollte also das passende Handgelenk besitzen. Auch aus Gründen der Gewichtsersparnis besteht das äußere Gehäuse, welches ein Weicheisen-Inneres und das 37,8 mm große Manufaktur-Handaufzugskaliber98300mit 2,5 Hertz Unruhfrequenz und 46 Stunden Gangautonomie bis zu sechs bar Wasserdruck schützt, aus Titan. Somit bringt das Ensemble mit Kalbslederriemen insgesamt nur 150 Gramm auf die Waage. An die Stelle der augenfälligen zentralen Sekunde beim Original tritt nun eine kleine bei der „6“. Beim Ziehen der Krone zum Zweck des akkuraten Zeigerstellens hält sie an. Wegen des bei Automatikwerken üblichen Schleppzaums an der Zugfeder lässt sich der Energiespeicher nicht abreißen. IWC beschränkt die Edition auf 100 Exemplare.

 

…und das gleiche, nur eine Nummer kleiner

Dimensional moderater präsentiert sich dagegen die auf 1000 Stück limitierte „Big Pilot’s Heritage Watch 48“.  Sie besitzt ein sieben Millimeter kleineres Titangehäuse, dessen Wasserdichte dennoch bis sechs bar Druck reicht. Der geringere Durchmesser spart überdies 30 Gramm Gewicht. Natürlich gibt es eine Magnetfeld-Abschirmung für das Manufaktur-Handaufzugkaliber 59215. Dessen Gangautonomie währt 192 Stunden. Durch ein kleines Guckloch im Boden zeigt sich in diesem Fall die Gangreserveanzeige. Auch hier bewahrt eine Rutschkupplung die Besitzer vor dem Abreißen der Zugfeder. Unruh und Unruhspirale oszillieren mit vier Hertz.

Die beiden Modelle im Überblick

Big Pilot’s Heritage Watch 55

Mechanisches Uhrwerk, Kleine Sekunde mit Stoppvorrichtung bei «6 Uhr»,Glucydur®*-Unruh, Breguet-Spirale – Weicheisen-Innengehäuse zur Magnetfeldabschirmung,verschraubte Krone mitRutschkupplung, bei Druckabfall sicherer Glassitz

Werk:

Manufakturkaliber 98300, Frequenz 18 000 A/h | 2,5 Hz, Steine 18, Gangreserve 46 h, Aufzug Handaufzug

Uhr:

Materialien Titangehäuse, schwarzes Zifferblatt, braunes Kalbslederarmband, Dornschliesse aus Titan, Glas Saphir, gewölbt, beidseitig entspiegelt, Wasserdicht 6 bar, Durchmesser 55 mm, Höhe 13,5 mm

Big Pilot’s Heritage Watch 48

Mechanisches Uhrwerkmit Datumsanzeige, Kleine Sekunde mit Stoppvorrichtung bei «6 Uhr», Glucydur®*-Unruh, Breguet-Spirale, Weicheisen-Innengehäuse zur Magnetfeldabschirmung, Sichtfenster mit Saphirglas für Gangreserveanzeige, verschraubte Krone mit Rutschkupplung, beiDruckabfall sicherer Glassitz, limitierte Auflage von 1000 Exemplaren

Werk:

Manufakturkaliber 59215, Frequenz 28 800 A/h | 4 Hz, Steine 30, Gangreserve 8 Tage (192 h), Aufzug Handaufzug

Uhr:

Materialien Titangehäuse, schwarzes Zifferblatt, braunes Kalbslederarmband,Dornschliesse aus Titan, Glas Saphir, gewölbt, beidseitig entspiegelt, Wasserdicht 6 bar, Durchmesser 48 mm, Höhe 14,5 mm

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