Ewige Kalender
Penible, Faule, Pfennigfuchser – diese Uhr wird jeder lieben

Diese Uhr ist was für Penible. Und für Faule. Denn das Datum der „Slimline Perpetual Calendar“ von Frédérique Constant muss man bis ins Jahr 2100 nicht korrigieren. Wer ein schlankes Budget hat, wird diese Uhr ebenfalls lieben – denn ihr Preis ist mehr als fair.

Penible, Faule, Pfennigfuchser – diese Uhr wird jeder lieben

Ein Luxusstück zum schlanken Preis: Die „Slimline Perpetual Calendar“ von Frédérique Constant ist schon ab 8.000 Euro zu haben.

Ja, während Outdoor-Aktivitäten sollte man das Stück auf einem Umlaufgerät befestigen, das die Zugfeder beständig spannt und ja, die Mechanik benötigt alle fünf bis sechs Jahre eine Revision. Aber wer sich daran hält, muss sich bei den „Slimline“-Modellen von Frédérique Constant um Datum, Wochentag und Monat bis Ende Februar 2100 niemals Gedanken machen.

Ein folgenreicher Rechenfehler

Warum gerade 2100? Alle durch vier teilbare Jahre sind Schaltjahre, sie besitzen 366 Tage, der Februar hat also einen 29. Tag. Diese Schaltjahres-Regel geht auf die alten Ägypter zurück. Julius Cäsar brachte sie wohl von seinen Feldzügen mit und nutzte sie für den nach ihm benannten Julianischen Kalender. Weil er und sein  Astronom Sosigenes das Jahr jedoch um 0,0078 Tage zu lang berechnet hatten, besserte Papst Gregor XIII. 1582 nach. Gemäß seines Gregorianischen Kalenders fällt der 29. Februar in Säkularjahren aus. Es sei denn, die Zahl lässt sich ohne Rest durch 400 dividieren. In diesem Sinn war 2000 ein Schaltjahr. 2100, 2200 und 2300 werden es hingegen nicht sein.

Mit diesen Gregorianischen Ausnahmen kommen die wenigsten ewigen oder immerwährenden Kalender zurecht. Obwohl auch sie normale und Schaltjahre korrekt anzeigen, währt die Ewigkeit hier nur bis zum 28. Februar 2100. Und keinen Tag länger. Dann nämlich wird die Kadratur gemäß dem üblichen Schaltjahreszyklus um Mitternacht auf den 29. schalten, obwohl nach Papst Gregor schon der 1. März sein wird.

Die „Slimline“-Modelle von Frédérique Constant zeigen bis ins Jahr 2100 das korrekte Datum an.

Die „Slimline“ gibt’s zum schlanken Preis

Das kleine (und zugegeben zukunftsferne) Manko lässt sich verschmerzen. Besonders, da Frédérique Constant-CEO Peter C. Stas die Armbanduhr zu einem sehr aggressiven Preis auf den Markt gebracht hat. Die Stahlversion ist für 7.995, die vergoldete Ausführung für 8.295 Euro erhältlich.

Noch dazu stammt die im bekannten „Slimline“-Gehäuse verbaute Mechanik vollständig aus eigener Manufaktur. Eine preisgünstigere europäische Armbanduhr mit ewigem Kalender ist derzeit kaum zu finden. Bedenkt man den Manufakturaspekt, ist der Preis für diese Frédérique Constant ziemlich unschlagbar. Doch dahinter steckt Kalkül. Das Genfer Familienunternehmen gibt zwar keine Umsatzzahlen bekannt, wächst jedoch mit seiner Produktion stetig. Mit der preisgünstigen „Slimline“ will der Hersteller den steigenden Uhrenpreisen entgegenwirken. Andererseits soll die Preispolitik der Uhrenmarke eine bessere Position auf den internationalen Uhrenmärkten sichern.

Bedenkt man den Manufakturaspekt, ist der Preis für diese Frédérique Constant ziemlich unschlagbar.

Gisbert L. Brunner

Uhrenexperte

Neues Schaltwerk, traditionelle Lösung

Um das Schaltjahresproblem zu lösen, haben Chef-Konstrukteur Pim Koeslag und sein Team ein neues Schaltwerk für die „Slimline Perpetual Calendar“  entwickelt. Dessen Funktionsschema orientiert sich jedoch an konventionellen Lösungen. Das Gedächtnis, sprich der Monatsnocken, besitzt unterschiedlich tiefe Einkerbungen. Diese signalisieren der Mechanik die Länge des jeweiligen Monats. Im Februar mit 28 Tagen kommt noch ein weiteres Bauteil ins Spiel. Zum leichteren Einstellen nach langem Liegen besitzt die Uhr auch eine Schaltjahresindikation.

Hierbei wird die auf 29,5 Tage gerundet Standard-Mondphasenindikation durch eine 59-zähnige Scheibe dargestellt. Anders als das Kalendarium geht sie  bereits nach drei Jahren um einen Tag falsch. Für Korrekturen gibt es versenkte Drücker in der Gehäuseflanke.

Aus eigener Fertigung stammt auch das Automatikkaliber 775, das die Kaliberfamilie 7xx mit 30 Millimeter Durchmesser ergänzt. Sein Zentralrotor spannt die Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Nach Vollaufzug lässt der Energiespeicher die Unruh 42 Stunden lang mit vier Hertz oszillieren.

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