Unser Markenkosmos zum Uhrenhersteller

Baume & Mercier

Baume & Mercier ist eine traditionsreiche Schweizer Uhrenmarke, deren Ursprünge bis ins Jahr 1830 zurückreichen. Das Unternehmen steht für klassisch-elegante Armbanduhren, sportliche Modelle und ein vergleichsweise zugängliches Preisniveau innerhalb der Schweizer Luxusuhrenindustrie. Zu den bekanntesten Kollektionen zählen die zwölfeckige Baume & Mercier Riviera, die rechteckige Hampton sowie die klassisch gestalteten Linien Clifton und Classima. Seit Juli 2026 gehört Baume & Mercier zur italienischen Damiani-Gruppe.

Die Geschichte begann im Schweizer Jura. Louis-Joseph Baume eröffnete 1830 in Les Bois im Kanton Bern ein Uhrmacheratelier. Vier Jahre später ließen seine Söhne Louis-Victor und Célestin das Unternehmen unter dem Namen „Frères Baume“ eintragen. Die Familie orientierte sich früh international und eröffnete bereits 1840 eine Niederlassung in London. Von dort aus erschloss sie Märkte im Britischen Empire. Bei Chronometerprüfungen und internationalen Ausstellungen errangen ihre Uhren zahlreiche Auszeichnungen.

Die heutige Marke entstand aus der Verbindung von William Baume und Paul Mercier. Der technisch orientierte Uhrmacher und der kunstinteressierte Geschäftsmann begannen im Jahr 1918 zusammenzuarbeiten, und gründeten 1920 in Genf die Marke Baume & Mercier. Präzise Uhrmacherei und ein ausgeprägtes Gespür für Gestaltung bildeten fortan die beiden Säulen des Hauses. Frühe Erfolge erzielte das Unternehmen mit flachen Herrenuhren und kleinen, häufig mit Schmuckelementen kombinierten Damenuhren.

Damenuhren spielten in der Geschichte der Marke eine wichtige Rolle. Ende der 1940er-Jahre wurde die Marquise mit ihrem nahezu unsichtbar in das Armband integrierten Gehäuse zum Verkaufserfolg. Spätere Kollektionen wie Linéa und Catwalk griffen die Verbindung von Uhr und Schmuckstück auf. Seit 1964 verwendet Baume & Mercier den griechischen Buchstaben Phi als Firmenzeichen. Er steht für den Goldenen Schnitt und damit für ausgewogene Proportionen.

Riviera und Hampton als Designklassiker

Die wichtigste Designikone ist die 1973 vorgestellte Riviera. Jean-Claude Gueit entwarf eine sportlich-elegante Stahluhr mit zwölfseitigem Gehäuse und integriert wirkendem Armband. Damit gehörte sie zu den frühen luxuriösen Sportuhren aus Edelstahl. Nach mehreren Generationen und einer längeren Pause kehrte die Riviera 2021 in überarbeiteter Form zurück. Das heutige Angebot umfasst Quarz- und Automatikmodelle, Chronographen sowie Ausführungen mit Baumatic-Kaliber und zusätzlichen Komplikationen.

Ein zweiter gestalterischer Schwerpunkt ist die 1994 eingeführte Hampton. Ihre rechteckige, leicht gewölbte Form orientiert sich an historischen Baume-&-Mercier-Uhren und an der Formensprache des Art déco. Unterschiedliche Größen machen die Baume & Mercier Hampton zu einer Kollektion für Damen und Herren. Angeboten werden Quarzmodelle, mechanische Ausführungen und limitierte Editionen.

Die Classima bildet den klassischen und häufig preisgünstigsten Einstieg in die Uhrenwelt von Baume & Mercier. Runde Gehäuse, übersichtliche Zifferblätter und traditionelle Anzeigen prägen die Kollektion. Die Clifton positioniert sich darüber und verbindet historische Gestaltungselemente mit anspruchsvollerer Mechanik. Sie ist die wichtigste Trägerin des Baumatic-Kalibers und umfasst neben Drei-Zeiger-Uhren auch Modelle mit Mondphase oder ewigem Kalender.

Das Baumatic-Kaliber

Das 2018 vorgestellte Baumatic-Automatikkaliber bildet die technische Grundlage der aktuellen Markenpositionierung. Es entstand unter Beteiligung der Richemont-Werkefertigung ValFleurier und wurde speziell für Baume & Mercier entwickelt. Je nach Ausführung bietet es rund 120 Stunden beziehungsweise fünf Tage Gangautonomie, eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Magnetfelder und verlängerte Wartungsintervalle. Einige Varianten werden von der COSC als Chronometer zertifiziert.

Baume & Mercier ist dennoch keine vollständig vertikal integrierte Manufaktur. Neben dem Baumatic verwendet die Marke zugekaufte Schweizer Automatik- und Quarzwerke. Die Stärke liegt weniger in der vollständigen Eigenfertigung als in der Verbindung bewährter Technik mit eigenständigen Gehäusen, guter Verarbeitung und einem für Schweizer Luxusuhren vergleichsweise moderaten Preis.

1988 gelangte Baume & Mercier gemeinsam mit Piaget unter die Kontrolle von Cartier und später in den Richemont-Konzern. Innerhalb der Gruppe nahm die Marke über Jahrzehnte die Rolle eines zugänglichen Schweizer Luxusuhrenherstellers ein. Zum 1. Juli 2026 schloss Richemont den Verkauf an die familiengeführte italienische Damiani-Gruppe ab. Zu ihr gehören mehrere Schmuckmarken sowie der Uhren- und Schmuckhändler Rocca. Die operative Leitung von Baume & Mercier liegt seit 2024 bei Michael Guenoun.

Das aktuelle Kernprogramm besteht aus Riviera, Clifton, Classima, Hampton und der 2026 vorgestellten Damenuhrenlinie Joia de Baume & Mercier. Die Kollektionen decken sportliche Stahluhren, rechteckige Formuhren, klassische Businessmodelle und schmuckbetonte Damenuhren ab.

Baume-&-Mercier-Uhren zeichnen sich durch ausgewogene Gestaltung, solide Schweizer Technik und ein zugängliches Luxusverständnis aus. Die Marke richtet sich nicht nur an erfahrene Sammler, sondern auch an Käufer, die ihre erste hochwertige Schweizer Uhr suchen. Die eigenständige Riviera, die elegante Hampton und das leistungsfähige Baumatic-Kaliber bilden dabei die wichtigsten Säulen der heutigen Kollektion.

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