Bulgari und Audemars Piguet Uhren mit Repetition-Werk
Repetitions-Uhren sind klingende Botschafter der Minute

Auf den ersten Blick machen sie in am Handgelenk nicht sonderlich viel her. Doch spätestens nach dem Betätigen des Auslösemechanismus geraten Anwesende meist in fasziniertes Staunen. Dann zeigen die klingenden Zeitmesser von Bulgari und Audemars Piguet ihre große Stärke. Zum Niederknien schön! Da kann man den Preis verstehen.

Repetitions-Uhren sind klingende Botschafter der Minute

Zwei klingende Zeitmesser von Format - "Octo Finissimo Répétition Minutes" von Bulgari und "Royal Oak Concept Supersonnerie" von Audemars Piguet

Lauschen Sie – akustische Zeitwiedergabe für musische Uhrenfans

Lassen Sie sich nicht von dem zurückhaltenden Äußeren täuschen. Drinnen steckt eine Diva! Die klassische, gestalterisch extrem reduzierte Armbanduhr mit Repetitionsschlagwerk gibt die aktuelle Zeit minutengenau akustisch wieder. Zuerst die Zahl der Stunden mit tiefem Klang. Die Viertel­stunden repräsentieren anschließend Doppeltöne. Und für jede der nach der letzten vollen Viertelstunde vergangenen Minuten erklingt danach noch ein hoher Ton. Um 12 Uhr 59 heißt es dann besonders aufgepasst. Hier sind anfangs zunächst zwölf tiefe Töne zu hören, dann folgen drei Doppelschläge und anschließend nochmals 14 hohe Laute. Macht insgesamt 32, die 20 bis 25 Sekunden konzentrierten Zuhörens beanspruchen.

Der Tempomat für harmonischen Gleichklang

Das alles kostet natürlich Kraft. Der aus rund 100 Teilen bestehende Schlagwerksmechanismus ist unterm Zifferblatt angeordnet. Die Power erhält er durch das Spannen einer Feder. Mit der vollständigen Betätigung eines Drückers oder Schiebers im Gehäuserand geht schließlich die Aktivierung des Schlagwerks einher. Natürlich muss es sich  dabei absolut korrekt präsentieren. Dafür sorgt die intelligente „Alles‑oder‑nichts‑ Sicherung“, welche vollständig oder gar schlagen lässt. Voraussetzung für präzises Repetieren der Zeit ist eine exakte Synchronisierung der Kadratur mit der Zeigerstellung. Zu diesem Zweck montieren die Uhrmacher die Zeiger ganz zum Schluss in Übereinstimmung mit dem, was der Repetitionsmechanismus schlägt. Spezielle Nockenräder reichen die Zeit dann vom Uhr- ans Repetierwerk weiter, das zum Zwecke des Zählens mit moderater Geschwindigkeit ablaufen muss. Dazu besitzt jedes Uhrwerk mit Minutenrepetition einen „Tempomaten“.

Die Flache: „Octo Finissimo Répétition Minutes“ von Bulgari

Trotz einer komplizierten Minutenrepetition baut das Handaufzugskaliber BVL 362 von Bulgari lediglich 3,12 Millimeter hoch. Gleichwohl handelt es sich nicht um einen Superlativ. Den Weltrekord halten nach gegenwärtigem Kenntnisstand Uhrmacher im Vallée de Joux, wo sich auch die Haute-Horlogerie-Ateliers von Bulgari befinden. Im frühen 20. Jahrhundert gelang es ihnen in zäher Kleinarbeit und im Kampf um jeden Zehntelmillimeter, die Werkshöhe schließlich auf drei Millimeter zu beschränken. Dieser Sachverhalt schmälert die Leistungen der Luxusmanufaktur mit italienischen Wurzeln kein Jota. Zumal von dem aus 362 Komponenten zusammengefügten Mikrokosmos mit drei Hertz Unruhfrequenz und ca. 42 Stunden Gangautonomie insgesamt 50 Exemplare entstehen. In der aktuellen Uhrenszene gibt es jedoch kein flacheres Handaufzugswerk mit dieser Komplikation. Damit es die Zeit mit zwei kleinen Hämmern minutengenau auf zwei direkt im Gehäuse montierte Tonfedern schlägt, muss der dezente Drücker in der linken Schalenflanke betätigt werden.

Optimal gestaltetes Zifferblatt für perfekte Töne

Für ein optimales Klangerlebnis besteht das 40 Millimeter große Gehäuse mit Sichtboden aus leichtem, antiallergischem Titan. Für eindrucksvolle akustische Zeit-Erlebnisse sorgt ferner ein speziell gestaltetes Zifferblatt. Durchbrochene Strich-Indexe lassen die Töne besser nach vorne abstrahlen. Für den gleichförmigen Ablauf der Schlagfolge sorgt hingegen ein geräuschloser Fliehkraftregler. Zum Tauchen taugt diese Armbanduhr, welche am Handgelenk gerade einmal 6,85 Millimeter dick aufträgt, logischer Weise nicht. Aber die Wasserdichte der flachen Schale reicht immerhin bis zu drei bar Druck. Damit ist dieses tönende Oeuvre spritzwassergeschützt. Zum Händewaschen kann es problemlos am Unterarm verbleiben. Bulgari fertigt von der „Octo Finissimo Répétition Minutes“ insgesamt 50 Exemplare zu je 165.000 Euro. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, hört man.

Der opulente Gegenspieler: „Royal Oak Concept Supersonnerie“

Als krasses Gegenteil zur Bulgari „Oco Finissimo“ präsentiert sich die ausgesprochen opulente „Royal Oak Concept Supersonnerie“ von Audemars Piguet. Einende Elemente sind die Minutenrepetition, 42 Stunden Gangautonomie, drei Hertz Unruhfrequenz und das Gehäusematerial Titan. Die 44 Millimeter große Schale hat es tatsächlich in sich. Sie repräsentiert das Resultat achtjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Uhrmacher der Manufaktur und Wissenschaftler der Polytechnischen Hochschule Lausanne haben ein neues, durch drei Patente geschütztes Gehäusekonzept ersonnen. Seitliche Öffnungen im äußeren der beiden Gehäuseboden lassen die Minutenrepetition besonders klangstark in Erscheinung treten.

Starke Optik, starker Klang

Beim Klangkörper kamen bewährte Prinzipien aus dem Streichinstrumentenbau zur Anwendung. Das entsprechende Knowhow haben erfahrende Handwerker aus dem Vallée de Joux eingebracht. Den Ablauf des Schlagwerks steuert ein überliefertes Ankersystem, welches nach Aussagen von Audemars Piguet flexibler ist als eine Art Zentrifuge und zudem ungewollte Geräuschemissionen durch Erschütterungen beiBewegung unterbindet. Die nachteiligen Störgeräusche sind bei diesem Zeit-Boliden kaum mehr wahrnehmbar,niedrige Frequenzen werden gedämpft.

Nichts fürs kleine Portemonaie

Das Handaufzugskaliber 2937 aus eigener Manufakturmisst 29,90, seine Bauhöhe beträgt 8,28 Millimeter. Neben dem klangstarken Schlagwerk besitzt es auch noch ein Minutentourbillon sowie einen Schaltrad-Chronographen mit 30-Miniten-Zähler. Für alle Funktionen zusammen benötigen die Uhrmacher 478 Komponenten. Einen Sichtboden besitzt die bis zwei bar Druck wasserdichte Armbanduhr nicht. Dafür kann man jedoch durch das durchbrochene Zifferblatt auf die vorderseitig agierende Schlagwerks-Kadratur blicken. Das Investment: 589.500 Euro.

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