Eine kleine Stilkunde über Herrenhemden
Bis aufs Hemd!

Das klassische Herrenhemd passt zur Uhr. Nur – nicht alles was die Bezeichnung Herrenhemd trägt, verdient es als solches bezeichnet zu werden. Die kleine Stilkunde in Uhrenkosmos.com

Bis aufs Hemd!

Die kleine Stilkunde im Uhrenkosmos - oder auch, was ein klassisches Herrenhemd ausmacht!

Sprechen wir nicht lange drum herum – ein klassisches Herrenhemd ist der ideale Begleiter für eine schöne mechanische Uhr. Bitte genau lesen: Ein klassisches Herrenhemd. Leider bestehen jedoch im Verständnis vieler, was ein  klassisches Herrenhemd von einem wärmenden Stück Stoff unterscheidet, große Unterschiede. Um nicht zu sagen Missverständnisse. Entsprechend ein paar kurze Bemerkungen zum klassischen Herrenhemd.

Kommen wir zunächst zum Material. Ein qualitativ hochwertiges Herrenhemd besteht aus Baumwolle. Und zwar zu 100%. Aus Kunststoff ist allenfalls die Verpackung. In einem heißen Sommer könnte man bei Seide oder Leinen noch ein Auge zudrücken, aber wir sprechen ja vom klassischen Herrenhemd. Also bleibt es bei Baumwolle. 

Kommen wir zu den Knöpfen. Diese sind aus Perlmutt. Sind sie es nicht, dann hoffentlich aus einem hochwertigem Kunstoff, der aber nicht versucht, wie Perlmutt auszusehen. Das geht nämlich zumeist schief.
Die Knopflöcher sind sauber gefräst und die Knöpfe sind über Kreuz genäht. Sind diese in zwei geraden Reihen vernäht, empfiehlt es sich, bei der nächsten Reise gleich das Nähzeug einzupacken. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass sich mehrere Knöpfe in die Unabhängigkeit verabschieden, sehr hoch ist. Gute Hemden haben übrigens Ersatzknöpfe vernäht und liefern auch gegebenenfalls Knöpfe nach, aber das wissen Sie ja sicher. 

Bei der Gelegenheit ist auch zu erwähnen, dass Knöpfe farblich nicht zum Hemdenstoff kontrastieren. Also schwarze oder bunte Knöpfe zu weißen Hemden? Nein. Nicht gut. Das Gegenteil ist der Fall. Knöpfe passen sich der Hemdfarbe an. Und für diejenigen, die bisher glaubten, dass viereckige Knöpfe oder sonstige wildgeformte Knöpfe zum Hemd kreativ sind, gibt es eine ganz einfache Lösung: Knöpfe abschneiden, passende Knöpfe aussuchen, annähen, fertig. 

Womit wir bei der Frage wären, ob und wann Manschettenknöpfe zu tragen sind. Das bleibt wirklich dem Träger überlassen. Anzug mit Hemd und Manschettenknöpfen? Super. Jeans und weißes Hemd mit Manschettenknöpfen? Klasse. Es gibt viele Möglichkeiten der Kombination. Einzige Bedingung –  Sie denken nicht einmal im Schlaf daran, auf die Manschette dick und fett Ihre Initialen einzusticken. Das hat da nichts verloren und ist nur peinlich. Wenn unbedingt nötig, dann auf der linken Seite des Hemds, knapp 10 cm über dem Bund ist Platz für die Initialen. Je dezenter, desto besser. 

Womit wir beim letzten Punkt dieser kleinen Hemden-Exkursion wären. Der Hemdfarbe. Klassische, schöne Hemden sind weiß. Oder blau. Vielleicht auch rosa. Machmal schwarz, selten grau. Aber sie sind nicht grün und nicht gelb. Beige können Sie in der Wüste oder in einer polnischen Kolchose tragen. Und Rot, wenn Sie als Stierköder in einer Arena in Pamplona engagiert sind. Womit auch alle sonstigen Applikationen, Farbdrucke oder bunte Farbspiele gemeint sind. Auch farbige Abnäher, Innenmanschetten in bunt oder Kragenvariationen in kariert sind erlaubt, geschweige denn erwünscht. 

Heißt das, dass man diese Hemden jetzt gleich wegwerfen muss? Ganz im Gegenteil. Vielleicht steht ja in den nächsten Jahren ein Besuch in der Karibik oder beim Mardi Gras in New Orleans an. Da kann man diese Exemplare gerne wieder rausnehmen. 
Ansonsten bleiben Sie einfach bei blau oder weiß. Gerne im Wechsel. Punkt.
Dafür gibt es eben guten und nicht ganz so guten Stil

Über den Autor

Wolfgang Winter

Uhrenkosmos Partner und Autor.

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