Grün ist Trend

Als im Jahr 2011 der Film Green Lantern mit Ryan Reynolds und Carol Ferris in die Kinos kam, ging es weder um grüne Uhren oder ein grünes Zifferblatt. Grün war einfach nur exotisch und auch sonst war die Reaktion auf den doch sehr amerikanischen Film von Warner Bros. eher verhalten. Aber vielleicht brauchen grüne Trends einfach nur etwas länger, bis sie dann mit Macht und in Masse auftauchen.
Gleiches war nun auf der Watches and Wonders 2021 in Genf zu beobachten. Fast jede der prestigeträchtigen Uhrenmarken hatte ein mehr oder minder grünes Zifferblatt im Angebot. Dabei waren ganz unterschiedliche Grüntöne im Angebot. Von Mintgrün, zu Hellgrün, von Waldgrün zu verlaufenden Schwarzgrün-Farbtönen – ein jeder konnte ins seinem Wunsch-Grünton fündig werden. Wie lange der Trend anhält, bleibt abzuwarten, doch die Attraktivität vieler Modelle scheint dazu angetan, dass uns Uhren mit einem grünem Zifferblatt oder grünen Zifferblatt-Elementen noch eine ganze Weile erhalten bleiben. 

Grünes Zifferblatt

Wie es sich für die führenden Uhrenmarken der Welt gehört, setzen sie nicht nur Maßstäbe, sondern sorgen auch dafür, dass Trends entstehen, bzw. sich durchsetzen. Die Audemars Piguet Royal Oak Jumbo mit grünem Zifferblatt und Platingehäuse sowie die letzte Stahlversion der Patek Philippe Nautilus 5711 1A/014 in Grün sorgten dafür, dass Uhrensammler weltweit in Verzückung gerieten. Der allzugroßen Freude setzte allenfalls der Umstand bei, dass die Wahrscheinlichkeit auf dem Weg zum Juwelier von einem Meteor erschlagen zu werden gleichhoch ist wie die Wahrscheinlichkeit, auf normalem Wege eine der grünen Raritäten zu ergattern. Aber grün ist die Hoffnung, sagt man…

Grüne Uhren

Neben Patek und Audemars haben aber einige anderen Uhrenmarken ebenfalls attraktive Uhren in interessanten grünen Farbtönen im Angebot. So kombiniert die Moser & Cie. Pioneer Tourbillon Mega Cool zum Preis von 52.400 Euro ein ins Blaue gehende Grün des Sonnenschliff-Zifferblatts mit einem sichtbaren Tourbillon.
Die alltagstaugliche Uhr mit Doppelspirale und 3 Tagen Gangautonomie wirkt durch das 43 mm Stahl-Gehäuses und Armband sehr sportlich, bietet vorzügliche 12 bar Wasserdichtigkeit und ist auch dank leuchtender Superluminova Anzeige im Dunkeln gut ablesbar. Für den notwendigen Luxus sorgt wiederum das Manufaktur-Kaliber HMC 804, der 18 Karat Rotgold-Rotor und die feine Verarbeitung des präzisen Uhrwerks. Da kommt doch ein grünes Leuchten in die Augen. 

Monaco leuchtet grün

Da sag noch einer, mit der TAG Heuer Monaco wären nun alle möglichen Kombinationen durchexerziert. Ganz im Gegenteil. Echte Uhrenklassiker wie die Monaco vertragen eben viele Varianten – und das grüne Zifferblatt mit den schwarzen Totalisatoren ist absolut gelungen. Da braucht es nicht gleich einen komplett neuen technischen Unterbau, sondern kann es ruhig beim bewährten TAG Heuer Calibre Heuer 02 Automatic belassen.
Die TAG Heuer Monaco Green Dial mit einer Gehäusegröße von 39 mm wird passend zum Grand Prix de Monaco Historique 2021 in einer Auflage von 500 Exemplaren aufgelegt. Der Preis des grüngewandeten Chronographen liegt bei 6.500 Euro. Dafür gibt es ein Racing-Green moderner Interpretation.

Grünes Zifferblatt

Dass Rolex auf einen fahrenden Zug aufspringt, ist eher ungewöhnlich. Aber offenbar wollte auch der Marktführer aus Genf nicht auf ein neues grünes Zifferblatt verzichten und legte zur Watches and Wonders in Genf zum Preis von 6.700 Euro in Stahl das 36 mm Modell der Rolex Oyster Perpetual Datejust auf. Markant dabei das Zifferblatt mit seiner hochwertigen, leicht changierenden grünen Zifferblattoberfläche in Palmenoptik, die eine interessante Struktur aufweist. 
Es wird seine Liebhaber finden, bzw. Käufer, die überhaupt froh sind, eine Rolex zu ergattern. Ob diesem Zifferblatt nun eine über Dekaden gehende Zukunft vorherzusagen ist, bleibt abzuwarten. Aber auch Rolex will abseits der bestehenden Top Modellen mit Spielarten (wie etwa der in Genf vorgestellten neuen Rolex Explorer II) von Bekanntem glänzen. 

Piaget Altiplano Ultimate Concept Edition “La Côte-aux-Fées”

Manchmal kann man auch mit dem Bekannten spielen und doch einen neuen Eindruck machen. Dies zeigt die ultraflache Piaget Altipiano Ultimate Concept Edition der “Küste der Feen”. Wie genau es zur Namensfindung kommt, wäre gegebenenfalls nochmals zu eruieren, aber einen Namen muss diese Edition ja bekommen. Wundersam feenhaft ist sicher die unglaubliche Bauhöhe von 2 mm. Sie sorgt dafür, dass sich die Uhr eher einer weiblichen Zielgruppe widmen wird. Weiteren wundersamen Gefühlen steht allenfalls der Preis entgegen. Er liegt bei knapp 400.000 Euro und wird manch Interessenten grün anlaufen lassen, was aber ausschließlich auf die Reflexionen der grünen Zifferblatt-Elemente zurückzuführen ist.  

Modernes Mint Grün

Natürlich würde es den Rahmen sprengen, alle weiteren grünen Uhren und grünen Zifferblätter ausführlich vorzustellen. Aber dieses Modell ist wert, einen würdigen Abschluss dieser grünen Runden abzugeben. Es ist die feine Manufakturuhr Speake-Marin One&Two Openworked Dual Time Mint. Sie kommt mint-farben, mit einem DLC-beschichteten Titangehäuse in wahlweise 38 oder 42 mm großem Gehäuse. Die Konstruktion des Zifferblatts mit kleiner Sekunde und wie des Mikro-Rotor Automatikkalibers SMA 02 ist eine eigene Entwicklung. Interessanterweise hat die Uhr zwei Zeitanzeigen, eine kleine Sekunde und eine retrograde Datumsanzeige. Das Modell arbeitet bei 4 Hz und verfügt bei Vollaufzug über eine Energiereserve von bis zu 52 Stunden. Um das Mint Grün gut zur Entfaltung kommen zu lassen, werden alle der auf 10 Exemplare pro Größe limitierten Edition mit einem ebenfalls mintgrünen Armband ausgeliefert. Soviel grüne Freundlichkeit und die viele Handarbeit hat natürlich ihren Preis. Er liegt bei rund 32.000 Euro. Genaueres gibt es bei Speake-Marin direkt anzufragen. Auf alle Fälle ein interessantes Modell und ein grünes Zifferblatt im echten Art déco Stil.