Kompensationsunruh

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Die Kompensationsunruh ist eine bimetallische Unruh mit einem zweifach aufgeschnittenen Reif, die die negative Wirkung von Temperaturschwankungen auf den Gang einer mechanischen Uhr ausgleichen soll.

Temperaturschwankungen verändern das Elastizitätsmodul einer Stahl-Spiralfeder bei Uhren. Steigende Temperaturen verursachen ein Nachgehen, sinkende hingegen ein Vorgehen. Bereits vor mehr als 200 Jahren erfand der englische Uhrmacher John Arnold den bimetallischen, aufgeschnittenen Kompensationsunruhreif, der imstande war, den nicht unerheblichen Temperaturfehler der Stahl-Spiralfeder (weitgehend) auszugleichen.

Ein bimetallischer Unruhreif besteht aus zwei miteinander verbundenen Metallen (z.B. innen Stahl und außen Messing). Messing besitzt einen höheren Ausdehnungskoeffizienten als Stahl. Bei steigenden Temperaturen dehnt sich Messing stärker aus, die freien Enden verlagern sich in Richtung Unruhwelle. Dadurch würde die Uhr normalerweise vorgehen – dies wird beim bimetallischen Unruhreif durch die Längenausdehnung der Stahlspirale kompensiert. Bei sinkenden Temperaturen wirkt die Unruh entgegengesetzt.

Wegen der hohen Kosten und der aufwendigen Handhabung wurden Kompensationsunruhn jedoch nur in besseren Uhren verwendet, während bei billigeren Werken die Temperaturfehler in Kauf genommen wurden