Punze

You are here:
< Back

Eine Punze ist ein Stempel in Uhrengehäusen, anhand derer sich verschiedene Informationen über die Uhr ablesen lässt.

Sie verrät Art und Feingehalt des verwendeten Edelmetalls, Herkunftsland und teilweise -ort, Herstellungsjahr und Gehäusemacher.

Häufig beinhalten sie auch das Markenzeichen der herstellenden oder liefernden Uhrenfirma sowie eine Referenz- und eine Seriennummer.

Punze

Punzen im Gehäuseboden einer Armbanduhr von Patek Philippe.

Punzen in Sammler-Armbanduhren und ihre Bedeutung

1. Schweiz

„Kleine Helvetia“ Seit 17. Mai 1881 verwendete kleine Garantiepunze in kleinen Goldartikeln Schweizer Provenienz. Sie garantiert einen Mindestfeingehalt von 750/1000 (18 Karat).

Der kleine Buchstabe gibt die Ortschaft der Punzierung an:

+ = Bern, B = Biel, C = La Chaux-de-Fonds, D = Délémont, F = Fleurier, G = Genf, g = Grenchen, L = Le Locle, N = Neuenburg, n = Le Noirmont, P = Porrentruy, I = Saint Imier, S = Schaffhausen, T = Tramelan.

Höhe der Punze: 1,2 mm; Breite: 0,7 mm

„Große Helvetia“ Seit 17. Mai 1881 benutzte große Garantiepunze für  große Goldartikel Schweizer Provenienz. Garantie für einen Mindestfeingehalt von 750/1000 (18 Karat). Orts-Buchstaben siehe oben.

Höhe der Punze: 2 mm; Breite: 1,5 mm

„Großes Eichhörnchen“ Garantiepunze für große Goldartikel aus Schweizer Produktion, verwendet seit 17. Mai 1881. Sie garantiert einen Mindestfeingehalt von 583/1000 (14 Karat). Orts-Buchstaben siehe oben.

Höhe der Punze: 2 mm; Breite: 1,5 mm

„Kopf des Steinbocks“ Garantiepunze für eidgenössische Platingehäusen gemäß  Verordnung vom 17. Juli 1935, in Kraft getreten am 1. August 1935. Garantierter Mindestfeingehalt von 950/1000. Analoger Orts-Buchstabe.

Höhe der Punze: 1,2 mm; Breite: 0,7 mm

„Ente“ Garantiepunze für Silberartikel Schweizer Provenienz; gewährleistet einen Mindestfeingehalt von 925/1000. Verwendung seit 17. Mai 1881. Der Buchstabe gibt wiederum die Ortschaft der Punzierung an.

Höhe der Punze: 2,2 mm; Breite: 2,2 mm

Auch der jeweilige Gehäusemacher geht aus einer eigenen Punze hervor. Es kommt vor, dass mehrere Gehäusemacher eine gemeinsame Punze in Verbindung mit einer Kennziffer verwenden. Voraussetzung ist in diesem Fall die vorherige Registrierung der Punze beim eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum.

Eine weitere Punze gibt die Stärke des Gehäusematerials in Zehntelmillimetern an.

Der Schriftzug „patented“ weist darauf hin, dass ein Gehäuse und/oder bestimmte Konstruktionsmerkmale einem patentrechtlichen Schutz unterliegen.

2. Frankreich

„Eule“ Punze des Materialprüfungsamtes in Paris für Golduhren und -schmuck, die aus Ländern ohne Handelsabkommen mit Frankreich stammen, z.B. Brasilien, Kanada, China, U.S.A., Spanien, Finnland, Ungarn, Peru, Polen, UdSSR. Sie wird seit dem 29. Juni 1893 verwendet und garantiert einen Mindestfeingehalt von 750/1000 (18 Karat).

Die Punze ist auch auf Objekten mit o.a. Feingehalt zu finden, bei denen die französische Herkunft wegen des Fehlens einer Goldschmiede- oder sonstigen Feingehaltspunze nicht nachgewiesen werden kann.

„Adlerkopf“ Punze des Materialprüfungsamtes in Paris für kleine Goldartikel aus französischer Produktion, bestimmt zum Verkauf innerhalb Frankreichs. Gewährleistet einen Mindestfeingehalt von 750/1000. Verwendet seit 1. Januar 1847. Mit Wirkung vom 1. Juli 1919 wurde der Gebrauch auf alle französischen Materialprüfungsämter ausgedehnt.
„Hundekopf“ Seit 5. Dezember 1912 gültige Punze des Materialprüfungsamtes in Paris für Platinartikel aus französischer Produktion, bestimmt zum Verkauf innerhalb Frankreichs. Garantiert einen Mindestfeingehalt von 950/1000.

3. Deutschland

Reichskrone mit Sonnenring In Deutschland gibt es keine staatliche Kontrolle der Feingehaltsstempel. Seit 16. Juli 1884 ist jedoch gesetzlich verpflichtend, dass der Feingehalt von Goldgehäusen nicht unter 585/1000 und der von Silbergehäusen nicht unter 800/1000 liegen darf. Der Feingehalt ist in Tausendsteln zu punzieren, daneben sollten im Gehäuse die Handwerkerpunze und die Reichskrone zu finden sein. Diese wird vom jeweiligen Handwerker angebracht und nicht von einem staatlichen Materialprüfungsamt.

4. Italien

 Facettierte Raute Garantiepunze des Lieferanten.
Dieses Identifikationsmerkmal wird vom Staat verliehen und beinhaltet neben einer persönlichen Nummer des Händlers den Kennbuchstaben der Provinz. Das republikanische Regime als Nachfolger des Königs hob die Facettierung der Raute auf.