Äquationsanzeige

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Die Äquationsanzeige bei Uhren verdeutlicht die Abweichung der mittleren von der wahren Sonnenzeit.

Mittlere Sonnenzeit oder wahre Sonnenzeit?

Die Erde dreht sich nicht nur um eine geneigte Achse, sondern auch auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Daher beträgt der Unterschied zwischen dem kürzesten und dem längsten Sonnentag des Jahres 30 Minuten und 45 Sekunden. Da die Sonnenzeit mit ständig wechselnden Tageslängen für das gesellschaftliche Leben problematisch wäre, wurde eine mittlere Sonnenzeit festgelegt. Die Länge des mittleren Sonnentags errechnet sich aus der durchschnittlichen Länge aller wahren Sonnentage eines Jahres. Er dauert 86.400 Sekunden, eine Zeit, die von allen gängigen Uhren angezeigt wird.

Äquationsanzeige

Zeigt den Unterschied zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit an: Die Äquationsanzeige.

Die Äquationsanzeige signalisiert die Differenz

Äquationsanzeigen hingegen verdeutlichen die Abweichung der mittleren von der wahren Sonnenzeit. Maxima in der Zeitgleichung entstehen Mitte Februar (+14 Minuten, 24 Sekunden) und Anfang November (‑16 Minuten, 21 Sekunden). Viermal jährlich (jeweils um den 16.4., 14.6., 1.9. und 25.12.) sind die Länge des wahren und des mittleren Sonnentags identisch.

Äquationsanzeigen gibt es schon lange

Die Erfindung von Äquationsuhren geht auf das späte 17. Jahrhundert zurück. Damit sie neben der normalen auch die wahre Sonnenzeit anzeigen können, besitzen die Uhren entweder zwei Minutenzeiger oder zwei getrennte Zeigerpaare. Herzstück solcher Uhren ist eine nierenförmige Scheibe, die sich einmal jährlich um ihre Achse dreht. Ihre Form ist der Zeitgleichung entsprechend berechnet. Von ihrem Umfang tastet ein spezieller Mechanismus die Zeitgleichung ab, um sie dann aufs Zifferblatt zu übertragen.

Vielen Uhrmacher haben Groß- und Taschenuhren mit Äquationswerk hergestellt. Armbanduhren mit Äquationsanzeige sind hingegen sehr selten. Eine, die zudem ein ewiges Kalendarium besitzt, stammt beispielsweise von Breguet.