Lochstein

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Der Lochstein ist ein zylindrischer, im Zentrum durchbohrter synthetischer Stein, meist ein Rubin.

Lochstein

Vermindert Reibung und Abnutzung im Räderwerk: Der Lochstein.

Er wird in die entsprechenden Bohrungen der Platine, Brücken und Kloben eingepresst, um die Reibung zu vermindern und damit eine zu schnelle Abnutzung zu verhindern.

In Lochsteinen bewegen sich die schnelldrehenden Zapfen des Räderwerks. Bei sehr feinen Uhren besitzen die Stein-Löcher keine zylindrische sondern eine gerundete Form. Hier spricht man von olivierten Bohrungen. Durch die Olivierung wird die Lagerreibung reduziert, weil sich die Berührungsfläche des Zapfens verringert. Außerdem besitzt der Zapfen eine größere Bewegungsfreiheit. Damit werden die Reibungsflächen verkleinert.

Lochstein und Chaton

Früher wurden die Lochsteine bei feinen Uhren in Chatons gefasst und anschließend mit der Platine, den Brücken und den Kloben verschraubt.

Unter einem Chaton versteht man ein kreisrundes Stück Metall mit einer passenden Bohrung, die den Stein aufnimmt. Der Chaton seinerseits wird in der Platine, der Brücke oder dem Kloben durch Einpressen oder Verschrauben befestigt.

Ursprünglich hatte der Chaton primär ästhetische Zwecke: Aus Gold oder goldähnlichem Metall gefertigt, sollte er den Glanz schöner Steine noch besser zur Geltung bringen. Dann entdeckten die Uhrmacher auch die pragmatische Seite der Chatons. Man konnte sie als Ganzes in der Fabrik kaufen und so einen gebrochenen Stein relativ leicht ersetzten. Der Einbau eines Chatons verursachte wesentlich weniger Arbeit als das Fassen eines Steins. Durch einen einzigen Stanzendruck erhielt die Platine alle Löcher für die Chatons mit der nötigen Genauigkeit. Erst als die Steinfabrikanten in der Lage waren, ihre Produkte in durchgängig einwandfreier Qualität und exakt gleicher Größe anzubieten, konnten die Uhrenhersteller auf die Chatons verzichten.

Besonders bei Liebhabern alter Uhren stehen Uhrwerke mit chatonierten Steinen hoch im Kurs – insbesondere dann, wenn die Chatons auch noch verschraubt sind. Diese Werke sind ebenso schön wie selten.  Doch spielen Chatons für die Präzision einer Uhr keine besondere Rolle. Die Form und Politur von Zapfen und Steinen ist hierfür deutlich wichtiger.

Der schöne Schein

Dennoch setzten manche Uhrenfabrikanten bis in die 50er Jahre auf die Optik. Sie versahen die Kloben, Brücken und die Platine mit Senkungen. Diese wurden nicht selten auch noch vergoldet. So entstand zumindest bei oberflächlicher Betrachtung der Eindruck, dieses Uhrwerk besäße ein klassisches Steinfutter.

Für diese Art der Bauernfängerei hält die französisch orientierte Uhrmachersprache natürlich den treffenden Ausdruck bereit: “faux chaton” oder auf gut deutsch “echt falsch”.