Chrono Sapiens – die Herren der Zeit
Im Gesprächmit Aldo Magada, CEO Zenith: Wie wir zur Cohiba Zigarre kamen

Sind Sie ein Liebhaber von Luxusuhren und genießen gern einen Stumpen? Wir führten mit dem damaligen CEO ein Interview über die spannende Geschichte der außergewöhnlichen Kooperation mit Cohiba. Schnell wird klar: nach der ersten Überraschung zeigt sich, wie gut beides zusammenpasst.

Im Gesprächmit Aldo Magada, CEO Zenith:  Wie wir zur Cohiba Zigarre kamen

Wie beurteilen Sie die Kooperation zwischen Zenith und Cohiba?

AM: Zigarren gehören zu unserem Universum, Zigarren verstrahlen Lebensstil, Zigarren besitzen eine lange Kultur. Bei mechanischen Uhren ist das keinen Deut anders. Dass hier zwei Kultmarken zusammenfanden, ist demnach mehr als logisch.

Der Impuls ging ja bekanntlich von Jean-Claude Biver aus. Warum speziell Zenith?

AM: Nachdem Jean-Claude Biver den Ball ins Rollen gebracht hatte, sprach ich mit Ricardo Guadalupe, dem Hublot CEO. Auf diesem Terrain kooperiert Hublot ja schon mit Fuentes. Das schied also aus. TAG Heuer besitzt ein Profil, zu dem Luxuszigarren nicht passen. Also traf ich Javier Terrez in Spanien.

Was macht den Reiz der Marke Cohiba aus?

AM: Cohiba ist nicht irgendeine Zigarre. Cohiba ist die Königin unter den Zigarren, ist das Flaggschiff unter dem Dach von Habanos.

Wie verlief das Treffen mit Javier Terrez?

AM: Sehr angenehm. Wir sprachen über das Projekt, fassten den 50. Cohiba Geburtstag im Jahr 2016 ins Auge und begannen auf dieser Grundlage unsere Planungen für eine Partnerschaft.

Habanos hat Mitsprachenrecht bei den Uhren mit dem Cohiba Logo.

AM: Ja, sie haben ein Vetorecht. Aber ich muss sagen, dass die Leute von Habanos sehr aufgeschlossen sind. Das gestaltete sich alles ziemlich einfach. Das Einzige, was sie sich erbaten, war eine Limitierung passend zum 50. Geburtstag, also 50, aber auch 5 oder 500. Die Jubiläumsuhren sind sehr Zenith und sehr Cohiba. Da hat alles gepasst.

Warum habt ihr euch für die Zenith El Primero Open entschieden?

AM: Die Open ist eine Uhr mit extrem hohem Wiedererkennungswert. Das macht Sinn.

Könnte man die Open weiterhin als Bestseller bezeichnen?

AM: Als einzelne Referenz mit Sicherheit ja. Aber sie wird jetzt herausgefordert von der Pilot mit Bronzegehäuse, welche sich nicht zuletzt auch wegen ihrer starken Persönlichkeit blendend verkauft.

Wie sieht der Vertrag mit Habanos aus. Ist er kurz- oder langfristig gestaltet?

AM: Der erste Vertrag bezieht sich nur auf das Jahr des 50. Geburtstags. Und damit diese drei Modelle, von denen wir 5, 50 und 500 Exemplare fertigen werden. Aber unsere erklärte Absicht ist ein Vertrag, der sich über drei bis fünf Jahre erstreckt. Ein Vertrag, der sich auf ein singuläres Ereignis bezieht, lässt sich relativ leicht ausgestalten. Alles weitere verknüpft sich mit viel Arbeit.

Was ist mit den USA? Dort liegt Habanos ja im Streit mit einer Firma, die sich handstreichartig die Markenrechte am Namen Cohiba angeeignet hat.

AM: Richtig. In den USA dürfen wir die Uhren aus den genannten Gründen nicht offiziell anbieten. Aber amerikanische Aficionados werden sich die Uhr schon zu besorgen wissen, wenn sie eine besitzen wollen.

Welche der drei Uhren kommt bislang am besten an?

AM: Die 50 rotgoldenen Cohiba Chronographen sind bereits an den Fachhandel ausverkauft.

Das sind in meinen Augen auch die schönsten.

AM: Hier harmonieren die Farben besonders gut. Bei den Stahluhren sind bereits mehr als zwei Drittel an den Fachhandel verkauft, ohne dass wir große Anstrengungen unternommen haben. Ich bin zuversichtlich, dass auch hier bald nichts mehr da sein wird.

Und die Christophe Colomb als Haute Horlogerie Stück?

AM: Hier haben wir auch schon eine feste Bestellung und zwei Kaufoptionen. Aber wie gesagt ohne groß die Werbetrommel zu rühren.

Hier ist der Schriftzug ja sehr dezent ausgefallen.

AM: In dieser Preiskategorie können wir das Cohiba Logo nicht zu augenfällig platzieren. Das würde nur billig aussehen. Deshalb haben wir ein handgraviertes Zifferblatt, dessen Struktur einem Tabakblatt nachempfunden ist. Aber beider Verpackung gibt es natürlich schon viel Cohiba.

Wie geht Zenith mit den zunehmenden Anti-Raucher-Aktionen in vielen Ländern um?

AM: reden wir nicht über die gesundheitlichen Aspekte. Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich. Wir forcieren niemand zum Rauchen von Zigarren. Für uns ist die Zigarre ein Stück Kulturgut. Man raucht sie unter Freunden und teilt den Genuss. Der Vergleich mit gutem Wein liegt da nicht fern.  Zigarren raucht man ja auch nicht in die Lunge wie Zigaretten. Uns ist bewusst, dass wir uns in gewisser Weise auf einem schwierigen Parkett bewegen. Öffentliches Rauchen ist mehr und mehr verboten. Aber Zigarren raucht man oftmals in Clubs, Lounges oder eben genussvoll zu Hause.

Sind Zigarrenraucher oder Cohiba Aficionados eine spezielle Zielgruppe?

AM: Ob es da Überschneidungen gibt, ob Raucher von Luxus-Zigarren wie Cohiba ein Faible für eine mechanische Uhren besitzen, kann ich nicht quantifiziert sagen. Aber Zigarren sind Leidenschaft und Uhren wie die von Zenith mit Sicherheit auch. Und ich sehe immer wieder Leute, die Zigarren rauchen, alten Cognac trinken, auf eine hochwertige mechanische Uhr blicken und dazu auch noch ein Faible für schöne Oldtimer besitzen. Das passt schon zusammen. Aber ich kann nicht sagen, wie viele der Zigarrenraucher auch Uhren-Aficionados sind.

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