Der 50. Geburtstag der TAG Heuer Monaco und das Jubiläumsmodell "Monaco 1969-1979"
50 Jahre TAG Heuer Monaco Chronograph

Anlässlich des 77. Formel 1 Grand Prix von Monaco feiert TAG Heuer den Jahrestag des quadratischen Chronographen-Klassikers mit einer Sonderedition

50 Jahre TAG Heuer Monaco Chronograph

Greetings from Monaco - die Sonderedition des TAG Heuer Monaco Calibre 11 Limited Edition anlässlich des 50. Jahrestags und 77. Formel 1 Grand Prix

1969 – die erste Monaco und die Monaco 1969 Limited

TAG Heuer feiert 2019 den 50. Geburtstag des Uhrenklassikers „Monaco“. Man schrieb das Jahr 1969, als Jack W. Heuer seine erste Chronographen-Ikone mit dem quadratischen Uhrgehäuse präsentierte. Besonders war dabei nicht nur die Gehäuseform. Es handelte sich damals auch um den weltweit ersten Armbandchronographen mit einem  modular aufgebautem Mikrorotor-Automatikwerk und einem wirklich wasserdichten, quadratischen Gehäuse. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Und so ist das Monaco-Modell nicht mehr aus der Unternehmensbiographie wegzudenken. 

Doch die Uhr drehte sich weiter und zehn Jahr nach dem Launch war das im „Monaco“-Gehäuse vorgestellte Kaliber 11 schon wieder Geschichte. Es wurde ein Opfer der Zeit. Diese verlangte damals vornehmlich nach Quarzuhren. Entsprechend wurde ein Modell mit Quarzuhrwerk vorgestellt. 
Doch auch im aktuellen Jahr 2019 ist gilt es, dem aktuellen Stand der Technik zu folgen. Und so tickt in der brandneuen „Monaco 1969-1979 Limited Edition“ ein neuzeitliches, hochpräzises „Calibre 11“. Auch bei diesem Uhrwerk handelt es sich um eine Sandwich-Konstruktion, dessen zeitstoppende Ebene wie schon 1969 vom Werkspezialisten Dubois-Dépraz kommt. Im Gegensatz zu damals befindet sich das Chronographen-Element jedoch nicht auf der Rückseite, sondern direkt unter dem Zifferblatt. Als Antrieb des Kalibers dient ein Eta 2892-A2 Werk mit Zentralrotor.  Es bietet rund 40 Stunden Gangautonomie und eine zeitgemäße vier Hertz Unruhfrequenz für das präzise Stoppen von Achtelsekunden. 

Die Limitierten Sondermodelle zum 50. Jubiläum

Die Vorstellung der neuen limitierten Jubliäums-Monaco Newcomers erfolgt während des 77. Grand Prix von Monaco. Dieser Chronograph ist das erste Modell einer Serie von fünf verschiedenen Chronographen, die zum 50. Jubiläum aufgelegt werden. Vier weitere Jubiläums-„Monacos“ werden im Laufe des Jahres 2019 folgen.

Für eine hohe Authentizität des ersten Modells sorgt das 39 x 39 Millimeter große Stahlgehäuse. Seine Wasserdichte reicht bis zu zehn bar Druck. Wie damals befinden sich rechts die beiden Drücker zur Steuerung der Chronographenfunktionen. Die links positionierte Krone dient zum Stellen der Zeiger und, falls nötig, manuellen Spannen der Zugfeder. Automobile Sportlichkeit vermittelt das gelochte Kalbslederband mit Faltschließe. Die Super-LumiNova-Leuchtmasse auf den vor einem grünen Zifferblatt mit Genfer Streifenmuster drehenden Zeigern gewährleistet wiederum eine gute Ablesbarkeit auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Aus den Bodengravuren „1969-1979 Special Edition“ und „One of 169“ lässt sich unschwer schließen, dass TAG Heuer die Produktion auf 169 Exemplare beschränkt.
Jeder dieser limitierten Chronographen kommt in einem dunkelblauen, speziell gestalteten Etui und kostet rund 5.950 Euro.

Nicht mit von der Partie, aber separat käuflich erwerbbar ist übrigens ein englischsprachiges Buch über das „Monaco“ Geburtstagskind, welches TAG Heuer zu diesem runden Geburtstag herausgegeben hat. Als Autoren verantwortlich zeichnen die Uhrenexperten Michael Clerizo und Nicholas Foulkes sowie Gisbert L. Brunner.

Jahre des Umbruchs und der Weg zum Automatik-Chronographen

Die Beschäftigung mit der Heuer „Monaco“ führt zurück in die 1960-er Jahre. 1961 stieß Jack W. Heuer zum gleichnamigen Familienunternehmen. Ein Aktiengeschenk seines Vaters und der Erwerb von Anteilscheinen seines Onkels Hubert B. Heuer machten den 29-Jährige Jack zum Teilhaber. Mit der Lancierung der Heuer „Autavia“ im Jahr 1962 und 1963 auch noch der nicht minder spektakulären „Carrera“ sorgte der studierte Betriebsingenieur schnell  für Aufsehen.

Die gleichwohl vorhandene Achillesferse beider Chronographen war das Uhrwerk: Das Spannen der Zugfeder erfolgte von Hand, obwohl der Rotor-Selbstaufzug die Handgelenke längst erobert hatte. Auf diesen Komfort wollten potenzielle Kunden auch bei Armbanduhren mit Stoppfunktion nicht mehr verzichten. Trotz intensiver, von der Vereinigung der Schweizer Uhrenindustrie (FH) finanziell unterstützter Werbemaßnahmen entwickelten sich die unmodernen, überkommenen Handaufzugschronographen zu Ladenhütern. Bei der Vereinigung Schweizer Chronographenfabrikanten mit Willy Breitling als Präsident und Jack W. Heuer als Vizepräsident war guter Rat teuer. Es war kaum zu verstehen, aber rund 100 Jahre nach der Premiere klassischer Uhrwerke mit Stoppunktion gab es noch keine Modelle mit Selbstaufzug. Um die Tücken der Zusammenführung von Automatik-Werk mit Stoppfunktion wussten indes die Uhren-Fachleute. Denn mit der einfachen Montage einer Automatik-Baugruppe über oder neben dem Stoppmechanismus war es schlichtweg nicht getan. Hier galt es folgende Probleme zu lösen:

  • Der eingeschaltete Chronograph mit Minuten- und gegebenenfalls auch Stundenzähler benötigte zusätzliche Energie. Sofern das Basis-Uhrwerk diese nicht lieferte, sank die Unruhamplitude und die Uhr blieb einfach stehen.
  • Überdies musste die kinetische Energie auf irgendeine Weg vom Rotor zum Federhaus gelangen. Im Weg befanden sich jedoch zahlreiche Räder, Hebel, Federn und sonstige Bauteile, die eine direkte Krafübertragung unmöglich machten .
  • Schließlich durfte die Kombination eine akzeptable räumliche Dimensionen des Gehäuses nicht überschreiten. In den 1960-er Jahren lautete das Maß aller chronographischen Dinge höchstens 38 Millimeter. Größere Uhren galten als schier unverkäuflich.

Die Zurückhaltung versierter Konstrukteure und einschlägig erfahrener Rohwerkespezialisten Hersteller wie Landeron, Lémania, Valjoux oder Venus besaß also handfeste Gründe.

Heuer-Leónidas, Breitling, Büren – Gemeinsam stark

„Als Fabrikant ohne eigene Chronographenkaliber steckte Heuer-Leónidas in der Falle. Und Willy Breitling ging es nicht besser.“ bekundete Jack Heuer. Und schlimmer noch – eine Änderung der misslichen Situation kostete Geld, sehr viel Geld sogar. Das beide nicht unbedingt so hatten.
Ein Ausweg hatte Vater Charles bereits nach der Patentierung des Mikrorotor-Selbstaufzugs durch die Büren S.A. im Jahr 1954 bereits in petto. Deren ab 1957 gefertigten und danach kontinuierlich optimierten Selbstaufzugs-Uhrwerke eigneten sich perfekt zur Paarung mit einem Chronographen-Stopper von Dépraz & Cie.

Dem Spezialisten Dépraz & Cie verdankte Heuer schon das Modul für die erfolgreiche „Monte Carlo“ Stoppuhr mit digitalem 12-Stunden-Zähler. Allein –  die Nennung des notwendigen Investments für dieses Projekt ließ den Atem stocken. „Für Heuer-Leonidas als relativ kleines Familienunternehmen waren die notwendigen 500.000 Schweizerfranken eine astronomische Summe, die wir unmöglich alleine stemmen konnten.“ In der Not besann sich Jack Heuer auf Willy Breitling. Weil den Erz-Konkurrenten ähnliche Probleme plagten, wurde man rasch handelseinig. Denn auch für die neuen Partner auf Zeit gab es keine Alternative zur Büren S.A. Nur sie verfügten über das nötige Knowhow bei den unverzichtbaren Uhrwerken mit Mikrorotor. Die Lösung war wie folgt:
Das an den Uhrwerken mit Mikorotor befestigte Stoppmodul mit 30-Minuten- und 12 Stunden-Zähler ließ sich problemlos um 180 Grad drehen. Somit konnten die Drücker in der rechten und die selten benützte Krone augenfällig in der linken Gehäuseflanke positioniert werden. Direkt unter das Zifferblatt passte der Ring für das wichtige Fensterdatum. Schon war der Energieengpass gelöst. Ein weiteres Argument für diesen Aufbau bestand in dessen hohen Servicefreundlichkeit.

 

Die Lösung des Kalibers 11

Im Januar 1966 unterzeichneten Jack W. Heuer, Willy Breitling und Hans Kocher in seiner Funktion als Chefkonstrukteur der Büren S.A. eine erste Vereinbarung hinsichtlich der exklusiven Nutzung des anschließend mit der Dépraz & Cie. entwickelten Kalibers. Einen Monat später stand der komplette Vertrag über das geheime „Projekt 99“. Noch im gleichen Jahr 1966 erwarb Hamilton Watch die Büren SA. Am 6. November 1971 gelangte die amerikanische Firma unter das Dach der Société Suisse pour l’industrie horlogère SA (SSIH). Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Rohwerkeherstellung in Büren schon der Vergangenheit an. 99 Jahren nach seiner Gründung war 1972 die Liquidation des Mikrorotor-Erfinders still und leise über die Bühne gegangen.

Doch es war kein Ende für Heuer. Exakt angestimmt auf die Geometrie und Kraftverhältnisse des Automatikkalibers Büren 1282 entwickelte Dubois-Dépraz ein Stopp-Schaltwerk. Letzteres knüpfte an die positiven Erfahrungen bei der Konstruktion des Kalibers Landeron 48 mit kostengünstiger Kulissenschaltung zur Steuerung der Funktionen Start, Stopp und Nullstellung an. Des Weiteren zeichnete sich die Konstruktion durch sorgfältig ausgewuchtete Hebel und Räder aus. Was war wichtig, damit bei stoßbedingten Kräften keine unerwünschten Drehmomente entstanden. Schließlich integrierten die Techniker das Ge­triebe für den 12-Stunden-Zähler erstmals direkt ins Schaltwerk.
Bei der nicht unabdingbaren Kupplung fiel die Wahl auf den 1887 für Edouard Heuer patentierten und nur wenige Komponenten erfordernden Schwingtrieb. Ein durchaus gravierendes Problem des am 3. März 1969 gleichzeitig in Genf und New York vorgestellten Premierenkalibers 11 bestand jedoch in seiner Unruhfrequenz. Selbige hatte Büren zwar schon von ursprünglich 2,5 auf 2,75 Hertz oder stündlich 19.800 statt anfangs 18.000 Halbschwingungen gesteigert. Aber selbst das unterband eine nachhaltig akzeptable Ganggenauigkeit. Nur höhere Schlagzahlen machten und machen Uhrwerke unempfindlicher gegen Erschütterungen und bewirken einen besseren Isochronismus. Umso wichtiger war es daher, Ende 1969 das Nachfolge-Kaliber 12 mit drei Hertz zu lancieren. Keineswegs in Vergessenheit geraten darf ein Zwischenschritt. Das von Mitte bis Ende 1969 verwendete Kaliber 11i verfügte über eine langsamer schaltende und dadurch energiesparendere Datumsmechanik.

Den ökonomischen Aspekten der keineswegs einfachen Epoche trug dann das Kaliber 15 Rechnung. Die mit dem Wegfall des Stundenzählers einhergehende Kostensenkung führte zu preisgünstigeren Modellen. Darüber hinaus brachte es die bis dahin vermisste Permanentsekunde. Bleibt schließlich noch das Kaliber 14 mit so genannter GMT-Funktion zu erwähnen. Es gibt sich durch einen zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger und eine dazu passende Lünette zu erkennen. Trotz der Vielfalt endete 1979 die Geschichte der Kaliber 11 bis 15. Von den rund 350.000 gefertigten Modulen fand nur ein Teil seinen Weg in Uhr-Gehäuse. „Die Quarz-Revolution und ihre Folgen für die Schweizer Uhrenindustrie ließen uns keine andere Wahl.“ konstatiert Jack Heuer retrospektiv. „Aber bekanntlich war Heuer ja auch einer der anerkannten Elektronikpioniere.“ Freaks blickten nun auf „Chronosplit“, die 1977 vorgestellte „Kentucky” mit hufeisenförmiger Schale oder Quarz-Stopper namens „Mikrosplit LCD“, „Manhattan“ oder „Senator“. Sie folgten dem von Jack Heuer propagierten Slogan „Heuer macht keine gewöhnlichen Uhren”.

Druck macht dicht

Während sich Techniker und Uhrmacher intensiv und die Entwicklung des Kalibers 11 kümmerten, beschäftigte sich Jack Heuer bereits mit den künftigen Produkten. An bewährten Klassikern wie „Autavia“ und „Carrera“ führte natürlich kein Weg vorbei. Bei der chronographischen Weiterentwicklung kam ihm dabei erneut ein Zufall zu Hilfe.
Schon seit Jahrzehnten gehörte Heuer zum Kundenkreis der Ervin Piquerez S.A. Besagte EPSA schrieb Wasserdichtigkeit traditionsgemäß groß. In diesem Sinne hatte sie sich schon 1955 die Namen „Monobloc“ und „Compressor“ schützen lassen. Ergänzend zum Schraubboden besaß die letztgenannte Lösung eine patentierte Konstruktion eines integrierten Feder-Mechanismus. Dieser unterbindet das Zusammenquetschen und die Beschädigung des Gummi-Dichtungsrings beim Verschrauben. Denn – zunehmende Tauchtiefe und der dabei kontinuierlich steigende Wasserdruck pressen die Gehäuseteile per se immer fester zusammen.

Ähnlichen Prinzipien genügte die Lösung, die Jack W. Heuer im Zusammenhang mit dem Kaliber 11 zu sehen bekam. Infolge ihrer beachtlichen Dimensionen und Proportionen konnte die markante quadratische Schale zum einen ein Chronographenwerk beherbergen. Zum anderen beeindruckte auch die wasserdichte Ausführung. Die vierteilige Piquerez-Entwicklung für Heuer bestand aus Glas, Gummi-Dichtring, Mittelteil mit integrierten Bandanstößen und einem speziell geformtem Boden als Träger des Uhrwerks samt Zifferblatt und Zeigern. Der intelligente Verschluss erübrigte weitere Schrauben. Beim Assemblieren glitten dabei federnd im Boden befestigte Kegel in entsprechend geformte Aussparungen des Mittelteils. Das Zusammenfügen presste so einen quadratischen Dichtungsring an den Rand des Kunststoffglases und dieses schob sich schließlich gegen die Passung des mittleren Rahmens. Das knapp Formulierte gestaltete sich im uhrmacherischen Alltag zwar deutlich komplizierter, aber die gewünschte Wasserdichtigkeit war da. Hierfür lieferte die EPSA auch ein speziell gestaltetes Werkzeug. Und darauf weist die Gravur „Tool 033“ im Boden jeder „Monaco“ unmissverständlich hin.

Ingenieur Jack Heuer war von dieser Lösung selbstverständlich mehr als angetan. Außerdem versprach der Vertrag mit Piquerez absolute Exklusivität. Nun benötigte der weltweit erste Chronograph mit wasserdichtem quadratischen Gehäuse nur noch einen ebenso beeindruckenden Namen. Mit Blick auf den Automobilsport, welcher es dem agilen Chef immer schon angetan hatte, taufte er den Dritten im Bunde seiner bahnbrechenden Chronographen-Lancierungen auf den einprägsamen Namen „Monaco“.
So wurde die Chronographen-Legende und der echte Uhrenklassiker aus der Taufe gehoben. Bis in die Gegenwart sucht die Uhr dabei nach ihresgleichen. Kein Wunder, dass sich Jo Siffert und Steve McQueen ähnlich begeistert zeigten. Nicht zuletzt dank dieser Helden und Lengenden als Uhrenträger ist die 50 Jahre junge „Monaco“ über die Jahrzehnte hinweg aktuell geblieben ist.
Sammler zahlen übrigens für Original-Exemplare des Heuer Monaco-Chronographen mit der ersten Referenznummer 1133 echte Höchstpreise.
Sie wissen warum.

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