Der Uhrenkosmos präsentiert Chronographen im so genannten Pandalook - Teil 1
Geschecktes am Handgelenk

Seit Jahren erfreuen sich Chronographen-Armbanduhren großen Beliebtheit. Das liegt weniger an der Stoppfunktion, welche inzwischen zur Standardausstattung aller Smartphones gehört, sondern an der starken Optik des strukturierten Zifferblatts. Besonders augenfällig Chronographen mit farblich abgesetzten Feldern für die Permanentsekunde und Totalisatoren.

Geschecktes am Handgelenk

Pandalook fürs Handgelenk

Der Pandalook hat Geschichte

Weiß und schwarz: Diese beiden Farben kennzeichnen Pandabären.  Genauer gesagt das weiße Fell und die schwarzen Flecken um die Augen. Sie sind symptomatisch für den possierlich wirkenden Ailuropoda melanoleuca. Kein Wunder, dass Chronographen mit schwarzen Feldern für Permanentsekunde und Totalisatoren vor weißem Hintergrund einen so genannten „Pandalook“ bescheinigt.
Dieser Pandalook ist jedoch keineswegs neu. Vielmehr gibt es diese Form der Gestaltung seit vielen Jahrzehnten und neue Uhren im Pandalook sind nicht anderes als eine Rückkehr zu den Ursprüngen. Diese lagen in den 50er Jahren. Damals entstanden die ersten „gescheckten“ Auftritte von Chronographen am Handgelenk . Einer der Protagonisten jener Jahre war Universal Genéve, also eine bedeutende Größe auf dem Gebiet des Chronos-Graphen, also Zeit-Schreibens.

Die Geschichte der im Oktober 2018 von Breitling reanimierten Linie „Premier“ reicht zurück bis in die 1940-er Jahre. Sie verkörperte die elegante Seite der 1884 gegründeten Traditionsmanufaktur. Auch sie bietet Zifferblätter im Pandalook.

Im „Premier B01 Chronograph 42“ verbaut das Unternehmen stoppende Mechanik aus eigener Manufaktur. Davon kündet das im echten Pandalook gehaltene Zifferblatt. 42 Millimeter ist die stählerne Schale groß. Das COSC-zertifizierte Schaltradkaliber B01 mit Rotor-Selbstaufzug, Vertikalkupplung und 30-Minuten-Totalisator schützt sie bis zu zehn bar Wasserdruck. 7.550 Euro mit Lederband.

Für das 43-mm-Sichtbodengehäuse des „TimeWalker Manufacture Chronograph“ verwendet Montblanc Stahl und Keramik. Aus dem harten schwarzen Material besteht die Lünette mit Tachymeterskala.

Die Mechanik des Manufaktur-Chronographen mit Selbstaufzug, Schaltradsteuerung und Vertikalkupplung heißt MB 25.10. Ihre Entwicklung erfolgte in Kooperation mit der Schwester Valfleurier. 30 Millimeter Durchmesser und 7,90 mm Höhe sind die gleichen Maße, welche auch das Valjoux 7750 aufweist. Vier Hertz Unruhfrequenz gestatten Stoppvorgänge auf die Achtelsekunde genau. Bis 30 Minuten und 12 Stunden reichen die waagrecht angeordneten Totalisatoren. Bei „6“ rotiert die Permanentsekunde. Durchaus attraktiv auch der Preis mit circa 4.990 Euro. Wieder eine Uhr mehr im Retro-Pandalook Design.

Mit „Laureato“, dem Namen der sportiv-luxuriösen Chronographen-Uhrenlinie von Girard-Perregaux hat es natürlich seine Bewandtnis.

Er geht zurück auf die 1970er-Jahre, den italienischen Importeur der Zeitmesser dieser altehrwürdigen Marke und den Film „The Graduate“ von Mike Nichols. Auf gut Italienisch heißt das eben nichts anderes als Il Laureato. Erste Uhren erschienen 1975 auf der chronometrischen Bühne. Neu ist ein Edelstahl-Chronograph mit Zifferblatt im Pandalook. Vor schwarzen Feldern drehen 30 Minuten und 12 Stunden reichende Totalisatoren sowie bei „3“ eine Permanentsekunde. Beim Automatikkaliber 0330-0137/0138/0141 handelt es sich um eine Modul-Konstruktion. Der Gehäusedurchmesser beträgt 42 Millimeter. Preis circa 14.200 Euro.

 

Gleich zwei Gangregler besitzt das modular aufgebaute Automatikkaliber 9004 des Chronographen von Zenith.

Mit fünf Hertz oszilliert der für die Uhrzeit zuständige Part nach Vollaufzug rund 50 Stunden lang. Der zweite tickt zehn Mal so schnell, also mit 50 Hertz, und gestattet das Stoppen von Zeitintervallen zwischen einer Hundertstelsekunde und 30 Minuten. In diesem Fall beträgt die durch eine Indikation bei „12“ dargestellte Gangautonomie des Chronographen nur 50 Minuten. Das aus 293 Komponenten assemblierte und von der COSC zertifizierte Manufakturwerk kommt seinen Aufgaben in einem 44 mm großen Titangehäuse nach. Es ist wasserdicht bis zehn bar und verfügt natürlich über einen Sichtboden. 11.200 Euro.

Wird demnächst fortgesetzt

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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