Vom uhrmacherischen Glanzstück „1858 Chronograph Rattrapante Bronze LE100“ fertigt Montblanc nur 100 Exemplare
Ein Zeiger mehr im Schlepp-Tau oder auch Minerva sei Dank

Die Steigerungsform des normalen Chronographen ist der Chronograph Rattrapante. Während des Genfer Uhrensalon 2019 zeigte Montblanc das Manufaktur-Handaufzugskaliber MB-M 16.31 mit klassischer Schleppzeiger-Mechanik

Ein Zeiger mehr im Schlepp-Tau oder auch Minerva sei Dank

Minerva sei Dank. Die nach der Schutzherrin der Handwerker benannte Uhrenmarke brachte viel technisches Verständnis und die Lust auf Komplikationen zu Montblanc.

Minerva sei Dank

Der Kalender zeigte 2007, als der Weg des 1858 von Charles-Yvan und Hyppolite Robert gegründeten Uhrenmarke und Manufaktur Minerva in den von Montblanc mündete. 1908 hatte Minerva das erste Uhrwerk mit Chronograph vorgestellt. Beim 19/9CH stand 19 stand für den Durchmesser von 19 Linien (Durchmesser 42,86 Millimeter), 9 für die Nummer des Werks in den Musterbüchern und CH für die integrierte Stoppfunktion mit Schaltradsteuerung und einem Drücker zum Starten, Stoppen und Nullstellen.
Deutlich flacher trat im Jahr 1931 das Kaliber 17/29 in Erscheinung. Aus ihm leitet sich das nun von der Mutter Montblanc in Villeret gefertigte Kaliber 16.29 mit 38,4 Millimeter Durchmesser ab.
Der Komparativ zum Chronographen heißt Rattrapante. Mit Hilfe des Schleppzeigers lassen sich simultan zwei gleichzeitig beginnende Ereignisse stoppen oder etwa bei Wettkämpen Zwischenzeiten nehmen. Zu diesem Zweck kann man den Einholzeiger per Knopfdruck anhalten, die Zwischenzeit ablesen und wieder nachspringen lassen.
Eine technisch durchaus komplizierte Angelegenheit. Aber Minerva ist ja nicht umsonst die Schutzherrin der Handwerker, des Gewerbes und der Künstler.

An die Marke Minerva glaubte auch der Münchner Uhrenfabrikant und -händler Andreas Huber. Er verwendete 1936 Minerva Schleppzeiger-Chronographen zur Zeitnahme während der Olympischen Winterspiele. In den Taschenuhrgehäusen fand sich allerdings keine eigene Minerva-Mechanik, sondern das zugekaufte Handaufzugskaliber 9 des Spezialisten Valjoux.

Der neue Montblanc 1858 Rattrapante Bronze LE 100

Nach dem 2013 vorgestellten „ExoTourbillon Rattrapante“, Kaliber MB-M16.61, stellt Montblanc im Zuge des Genfer Uhrensalons SIHH einen zweiten Schleppzeiger-Chronographen hauseigener Provenienz vor.
Das Handaufzugskaliber MB M1 16-31 im „1858 Chronograph Rattrapante Bronze LE100“ basiert auf dem 16.29. Es zeichnet sich durch klassische Konstruktion mit zusätzlichem Schaltrad und rückwärtigem Schleppzeiger-Mechanismus aus. Zum Anhalten des Einholzeigers legen sich die Backen der Zange an das zugehörige Rad.
Nach dem Öffnen erfolgt die unverzügliche Synchronisierung von Chrono- und Schleppzeiger.

Uhrmacherische Feinbearbeitung auf höchstem handwerklichen Niveau ist ein weiteres Merkmals des aus 262 Teilen assemblierte Mikrokosmos-Uhrwerk von 38,4 Millimeter Durchmesser und 8,13 Millimeter Höhe. Reminiszenz an die Vergangenheit sind die große Schraubenunruh mit Breguetspirale, eine Schwanenhals-Feinregulierung für den Rücker und gemächliche 2,5 Herz Unruhfrequenz. Nach Vollaufzug stehen ausreichende rund 50 Stunden Gangautonomie zur Verfügung.

Etwas ungewöhnlich für derartige Luxus-Uhren-Uhrmacherkunst ist das 44 Millimeter große Sichtboden-Gehäuse. Es besteht aus Bronze und erhält im Laufe der Zeit eine individuelle Patina. In der Mitte des schwarz lackierten, durch und durch nostalgisch wirkenden Zifferblatts findet sich eine spiralig aufgewundene Tachymeterskala zur Ermittlung von Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 400 und 20 Stundenkilometern. Die äußere Telemeterskala hingegen nutzt die unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht und Schall für chronographische Entfernungsmessungen. Sie ermöglichen die Entfernungsbestimmung zum Beispiel im Fall eines Gewitters.

Die Edition dieser uhrmacherischen Glanzstücke von schweizer Uhren mit ihren nützlichen Funktionen beschränkt Montblanc auf 100 Uhren.
Der Preis der Montblanc 1858 Chronograph Rattrapante Bronze Le 100 liegt bei circa 32.500 Euro.
Minerva sei Dank.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller Montblanc
Name Montblanc 1858 chronograph rattrapante bronze le100
Referenz
Premiere Mai 2019
Uhrwerk Minerva Kaliber MB-M 16.31 / 25 Rubine (oliviert)
Aufzug Handaufzug
Durchmesser 38,4 mm
Bauhöhe 8,13 mm
Platine Neusilber rhodiniert
Brücken Neusilber rhodiniert
Werkveredelung Ausfräsungen beidseitig perliert, handanglierte Kanten, , Genfer Streifen Verzierung, Räderwerk vergoldet N2, kreisgeschliffen, angliert, beiseitig diamantierte Naben,
Triebe mit polierten Stirnflächen und polierten Zahnungen, rollierte Zapfe, Spirale mit Phillips-Endkurve,
Bauteile 262 Komponenten
Unruhfrequenz 2,5 Hz / 18.000 Halbschwingungen/Stunde
Gangautonomie 50 Stunden
Chronograph Eindrücker-Chronograph mit Schaltradsteuerung, horizontaler Kupplung und halbspringendem Minutenzähler
Zusatzfunktionen Rattrapante / Schleppzeiger-Funktion mit Zange und Schaltrad
Gehäuse Bronze, Zifferblatt
Zifferblatt Lack
Zeiger goldbeschichtet
Durchmesser 44 Millimeter
Höhe 14,55 Millimeter
Wasserdichte drei bar, circa 30 Meter
Armband Alligatorleder, handgenäht, Dornschließe aus Bronze
Preis Circa 32.500 Euro
Limitierung 100 Exemplare, erhältlich ab Mail 2019

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Illus

Beliebteste

ABONNIEREN SIE JETZT UNSEREN NEWSLETTER

Aktuelle Glossarbeiträge