Longines und die seinerzeit flachste Armbanduhr der Welt
Eine Armbanduhr wie tickendes Blattgold

Mit der „Feuille d’or“ hat Longines im Jahre 1979 die seinerzeit flachste Quartzarmbanduhr der Welt hergestellt. Aber auch heute fasziniert die Uhr durch ihren dezenten Auftritt, nur eben in Gold

Eine Armbanduhr wie tickendes Blattgold

Das "Goldblatt" von Longines ist eine Quartzuhr in beeindruckend ultraflacher Bauweise Bild Uhrenkosmos

1978 hatte die japanische Citizen Watch Co. mit einem weniger als 1 mm hohen Uhrwerk Maßstäbe gesetzt. Samt Gehäuse lag die Höhe der Uhr zunächst jedoch bei mehr als 4 mm. Im Laufe des Jahres 1978 konnte die japanische Uhrenindustrie ihren eigenen Rekord verbessern, und zwar auf eine Höhe von 2,5 mm Höhe für die ganze Uhr.

Dies ließ die Konkurrenz im Land der Berge natürlich nicht ruhen. Insbesondere für den größten schweizerische Rohwerkefabrikaten, die ETA SA, war es Ehrensache, der japanischen Leistung ein adäquates Produkt entgegenzusetzen. So kam das ehrgeizige Projekt “Delirium” ins Laufen, das nicht nur Rekorde brechen, sondern in letzter Konsequenz auch den Weg aus einer der schwersten Krisen in der Geschichte der schweizerischen Uhrenindustrie weisen sollte. Eine rege Forschungstätigkeit erfüllte die Grenchener Labors und Werkstätten. Bereits am  12.01.79 konnten die ETA-Techniker einer ersten spektakulären Erfolg vorweisen: die weltweit flachste Quarz-Armbanduhr mit analoger Zeitanzeige. Einschließlich Gehäuse brachte es dieser elegante Zeitmesser auf eine Bauhöhe von lediglich 1,98 mm. Verständlich, dass die Medien euphorisch darüber berichteten und den eidgenössischen Erfindungsgeist priesen.

 

Der Weg zur größtmöglichen Kleinheit

Dieser aufsehenerregende Erfolg spornte die ETA natürlich gewaltig an. Bei 1,98 mm konnte und sollte nicht Schluss sein. Die Abkehr von konventionellen Konstruktionsprinzipien hatte sich als absolut richtiger Schritt erwiesen, denn bei der „Delirium“ diente der Gehäuseboden gleichzeitig als Werksplatine.

Nach der Montage des Uhrwerks und der Zeiger wurde in dieser revolutionären Bauweise nur noch der Glasrand samt Glas aufgesetzt. Die Chancen, welche diese „Reduktion der Ebenen“ bot (normaler Weise bestehen Uhren aus Boden, Werk und Kalotte mit Glas), nutzten die rekordbesessenen Grenchener mit allen dort zu Verfügung stehenden Mitteln. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die entsprechenden Modelle von Concord, Eterna, und Longines trotz ihres vergleichsweise hohen Preises erstaunlich gut verkauften.

Das Projekt „Delirium très mince“, diese “extraflache Besessenheitn”, sollte zeigen, wer auf der Erde Herr über die Zehntelmillimeter ist. Am 21. Juni 1979 waren bereits 1,5 mm Gesamthöhe unterschritten. Die 1,44 mm hohe Delirium war z.B. bei Eterna als „Linéa II ‑ Collection privée“ in einer limitierten Edition von 50 Exemplaren zu Preisen ab Sfr. 30.000,‑‑ erhältlich.  Im Januar 1980 folgte ein entsprechendes Damenmodell, 1,68 mm hoch. Damit war jedoch immer noch nicht Schluss. Eta zeigte sich erst bei einer Gesamthöhe von 0,98 mm endgültig zufrieden.

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  1. Die eiserne Lady aus dem Kunststoffladen | Uhrenkosmos - […] die Abkehr von überlieferten Konstruktionsprinzipien. Bei dieser Armbanduhr, die beispielsweise Longines unter dem Namen „Golden Leaf“ für stolze 9.000…

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