SIHH 2018
Edel und Stahl

Im Genfer Uhrensalon zeigten sich stählerne Schönheiten von ihrer besten Seite. Neue Features, attraktive Formen, smartes Innenleben: wunderbare Modelle für jeden Geschmack.

Edel und Stahl

Feierte jüngst ihren 25. Geburtstag und bekam 2018 eine stählerne Re-Edition: Die "Royal Oak Offshore"

Und es geht doch – gestählt in die Zukunft

In den vergangenen 20 Jahren konnte, ja musste man bei Armbanduhren den Eindruck gewinnen, dass die Preise so gut wie keine Grenzen kennen. Regelmäßig kletterten sie in – für Normalsterbliche – beinahe unerreichbare Höhen. Trotzdem: Wer sich beizeiten mit der Richtigen eingedeckt hat, kann sich nunmehr aufrichtig freuen. Bestes Beispiel ist die 1993 während der Basler Uhrenmesse vorgestellte „Royal Oak Offshore“ von Audemars Piguet.

Gérald Genta, seines Zeichens Designer der klassischen Royal Oak von 1972, liebte hingegen den opulenten Newcomer so gar nicht. Wenig schmeichelhaft bezeichnete er ihn gar als „entartetes Walross“. Dem Erfolg tat das trotzdem keinen Abbruch. 2018 feiert der markante Edelstahl-Chronograph mittlerweile seinen 25. Geburtstag. Selbst Arnold Schwarzenegger zeigte sich ebenso begeistert wie LeBron James und Michael Schumacher. Das Urteil des siebenfachen F1-Champions:

Manchmal führt nur Langsamkeit zur Exzellenz.

Michael Schumacher

Formel-1-Weltmeister

Der Geduldige wird belohnt!

Kein Wunder, dass Audemars Piguet anlässlich des Jubiläums zum Genfer Uhrensalon (SIHH) eine stählerne Re-Edition des 42 Millimeter großen, bis zehn bar wasserdichten Boliden auflegt. Tief im Inneren findet sich das Modul-Automatikkaliber 3126/3840, ein Gemeinschaftswerk von Audemars Piguet und Dubois-Dépraz, dem anerkannten Spezialisten für Stopp-Module. Damals Mutige dürfen sich glücklich schätzten. Beim Lancement im Jahr 1993 wurde die „Royal Oak Offshore“ für umgerechnet 9.495 Euro angeboten, jetzt muss Mann ungefähr das das Dreifache investieren. Um Kaufwillige ist das Familienunternehmen aus dem Vallée de Joux gleichwohl nicht verlegen. Also wird der Preis irgendwie stimmen. Andererseits, und das zeigte sich auch während des SIHH, legten etliche Uhrenhersteller mehr oder minder eiserne Disziplin bei der Kalkulation stählerner Neuigkeiten an den Tag. Luxusuhren werden dadurch zwar nicht billig, aber sie gewinnen eine preiswerte Dimension.

Zweimal stahlhart kalkuliert

Genau das war Alain Zimmermann, dem CEO von Baume & Mercier ein echtes Anliegen, als er beim Forschungs- und Entwicklungszentrum des Richemont-Konzerns und beim ebenfalls zur Gruppe gehörenden Werkespezialisten Valfleurier ein Automatikwerk der keineswegs alltäglichen Art in Auftrag gab. Ohne Frage wird das 4,2 mm hohe „BM12-1975A“ mit dem selbst entwickelten und produzierten DUW 3001 von Nomos konkurrieren. Mit Stahlgehäuse bieten die Schweizer knapp unter, die Sachsen -je nach Ausführung der ebenfalls sehr klassisch gehaltenen Schale- moderat über 2.500 Euro an.

Aus der Eidgenossenschaft gibt es für’s Geld zwar keine echte Manufaktur, aber doch jede Menge uhrmacherischer Innovation. Kugellagerrotor, 120 Stunden Gangautonomie, neu gestalteter Silizium-Hochleistungshemmung und patentierte „Twin-Spir“-Unruhspirale aus Silizium gehören zum Leistungskatalog der 40 mm großen „Baumatic“. Magnetfelder bis zu 1.500 Gauss beißen sich hier förmlich die Zähle aus. Präzisionsfreaks bekommen das Ganze gegen geringen Aufpreis auch mit offiziellem Chronometerzertifikat.

Illus

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