Vacheron Constantin Taschen-Uhr 57260
Die komplizierteste Uhr der Welt

Sind Sie auch der Typ „Auf keinen Fall was von der Stange!“? Wenn für Sie also nicht nur der Anzug, sondern auch die Uhr maßgefertigt sein soll, dann sind die exklusiven Stücke der Nobelmanufaktur wahrscheinlich genau das Richtige. Referenz gefällig? Unter dem Decknamen „Tivoli“ wurde das 1 Kilogramm schwere, aufwändige Meisterstück 57260 erbaut. Notiz: Wenn wir sagen aufwändig, das ist das sogar noch untertrieben!

Die komplizierteste Uhr der Welt

Die Vacheron Constantin Taschenuhr 57260 ist ein Stück Ewigkeit

Exklusivität als Markenzeichen

Von keinem Geringeren als Pablo Picasso selbst stammt die Aussage „unter den Menschen gibt es sehr viel mehr Kopien als Originale.“ Der seitdem zunehmende Trend zu Individualität und ausgeprägter Persönlichkeit bestätigt dieses Statement, denn dadurch unterscheidet sich ein Mensch vom anderen. Das gilt wohl für viele Bereiche des Lebens, also auch für Uhren. Die Zeitmesser von Vacheron Constantin besaßen derweil schon immer eine besondere Ausstrahlung.  Aus diesem Grund sind Großserienfertigungen in der von Juan Carlos „Charly“ Torres geleiteten Manufaktur traditionsgemäß fremd.

Für all jene, die es indes noch exklusiver lieben, bietet das Mitglied der Richemont-Gruppe „Quai de l’Ile“ Rechnung. Denn diese Uhrenlinie lässt sich im Rahmen eines vorgegebenen Auswahlspektrums selbst gestalten.

Auch für die Einmaligkeit muss man Kompromisse eingehen

Wer hingegen noch mehr Individualität wünscht, muss derweil das 2007 gegründete Unikate-„Atelier Cabinotier“ besuchen. Hier versteht man sich auf quasi maßgeschneiderte Uhren. Vorausgesetzt, der Wunsch korrespondiert auch mit der Vacheron Constantin-Philosophie. Zur Begrenzung von Wildwuchs behält sich Charly Torres deshalb stets die letzte Entscheidung vor.

Tierkreiszeichen, Jahreszeiten, Sternbilder - was es auch sei, die Referenz 57260 lässt es ablesen Bilder Vacheron Constantin

Tierkreiszeichen, Jahreszeiten, Sternbilder - was es auch sei, die Referenz 57260 lässt es ablesen Bilder Vacheron Constantin

Letztere findet sich, sofern unbedingt gewünscht, auf der dem Werk zugewandten Seite. Darüber hinaus steckt die Grenzen allein der Himmel. „Die meisten unserer Kunden sind Liebhaber, welche sich etwas ganz Besonderes gönnen. Sie wollen Diskretion und auf keine breite Öffentlichkeit. Allenfalls Freunde dürfen die Freude an einer sehr individuellen Uhr teilen.“ Alles, was die Werktische von „Les 3P“ im Atelier Cabinotier verlässt, gibt es definitiv so nur ein einziges Mal. Abgesehen von einem zweiten Komponentensatz, den Vacheron Constantin lediglich zu späteren Servicezwecken fertigt.

„Les 3P“ sind demzufolge die Top-Spezialisten der Manufaktur. Yannick Pintus, mit 38 Jahren jüngstes des Trios, arbeitet seit nunmehr 17 Jahren bei der Manufaktur. Mike Pinzus, 41, bringt es hingegen auf 21 und der Senior Jean-Luc Perrin, 50 auf nunmehr 20 Jahre in den Diensten von Vacheron Constantin. Vor acht Jahren schließlich nahmen sie unter dem Decknamen „Tivoli“ das ambitionierteste der bisherigen Projekte in Angriff.

Acht Jahre Entwicklungsarbeit für eine grapefruitgroße Taschenuhr mit hebräischem Kalender

Ursprünglich, so erzählte Charly Torres schon 2009, sollte der mit Abstand komplizierteste aller Vacheron Constantin Zeitmesser und die aufwändigste Taschenuhr überhaupt, bis 2013 zur Zufriedenheit des vermutlich amerikanischen Bestellers ticken. Nachdem der wahrscheinlich dem jüdischen Glauben angehörige Auftraggeber zu den ursprünglich angedachten Funktionen auch noch einen immerwährenden hebräischen Kalender wünschte, musste der Zeitraum bis zur Fertigstellung indes um zwei Jahre gestreckt werden. Nichtsdestoweniger kam 2015 Vacheron Constantin insofern entgegen, als die Genfer Traditionsmanufaktur dann ihren 260. Geburtstag feiern würde. Am Anfang des Projekts standen übrigens monatelange Vertragsverhandlungen zwischen den Rechtsanwälten beider Seiten. Als ausgewiesener Kenner und passionierter Sammler hochkarätiger Taschenuhren wollte der Kunde, der deshalb auch zwei Uhrmacher zur Pflege und Wartung seiner Sammlung beschäftigt, natürlich nichts dem Zufall überlassen.

Der Vertrag regelte natürlich auch, wie die Vorstellung des hoch komplexen Zeitmessers mit dem Kaliber 57260 über die Bühne gehen würde. Vacheron Constantin durfte damit am 17. September 2015, dem 260. Jahrestag der Firmengründung an die Öffentlichkeit. Der Name des Käufers blieb dabei logischer Weise natürlich geheim. Darüber hinaus war es den anwesenden Journalisten obendrein untersagt, selbst aufgenommene Bilder oder Filme zu publizieren. Somit präsentiert sich das Oeuvre mit zwei Gesichtern und 57 mechanischen Funktionen ausschließlich in sehr offiziellem und dadurch natürlich bestmöglichem Licht.

Das Meisterwerk in Zahlen

Doch nun zum Zeitmesser, der mit seinen 9,8 Zentimetern Durchmesser und 50,55 Millimetern Bauhöhe eher das ist, was man früher Kutschenuhr bezeichnete. In der Tasche spazieren tragen wird der Eigentümer den schätzungsweise sechs bis sieben Millionen Franken teuren Mikrokosmos wohl kaum. Er krönt – vorerst zumindest – eine äußerst illustre Palette doppelgesichtiger Zeitmesser, zu der zum Beispiel die 1910 fertiggestellte „Universaluhr“, die 1915 gezeigte Sternenhimmel-Taschenuhr von Audemars Piguet oder von Patek Philippe die Taschenuhren Nr. 125.009 von 1905 sowie Nr. 198.240 von 1929 für James Ward Packard, die 1933 an Henry Graves jun. gelieferte Nr. 198.385, die Kaliber 89 und schließlich die Star Caliber 2000 gehören. Vacheron Constantin kann in diesem Zusammenhang dagegen die berühmte „Faruk“ vorweisen.

Bei der Entwicklung des Meisterstücks 57260 orientierten sich „Les 3P“ aber zweifellos an der Kaliber 89 von Patek Philippe, die mit ihren 1.728 Komponenten und 33 verschiedenen Funktionen seit 1989 immerhin als Maß aller komplizierten Dinge galt. Ihr Auktionspreis von fünf Millionen US-Dollar im Jahr 2004 bildete dementsprechend für Charly Torres und sein Team dann auch einen wichtigen Anhaltspunkt beim bereits 2007 ausgehandelten Preis für die 57260.

Besonders: Der immerwährende hebräische Kalender

Nun erlaubt indes die reine Zahl der Komponenten, beim Kaliber sind es deren 2.826 im Vergleich zu 1.728 beim Kaliber 89 sowie die Auflistung von 57 Funktionen versus 32 beim Kaliber 89 noch kein Urteil über den erreichten Rang in der Komplikationenskala. Schließlich ist es immer eine Frage was und wie man zählt. Aber in diesem Fall siegt am Ende doch der Newcomer von Vacheron Constantin, denn er bietet unter dem Strich eine ganze Reihe gleichermaßen einzig- wie neuartiger Aspekte. Dazu gehören zum einen der immerwährende hebräische Kalender, welcher nach dem Prinzip des 19 Jahre umfassenden metonischen Zyklus funktioniert. Berechnet wird er aus dem angenommenen Datum der Entstehung der Welt im Jahr 3760 v. Chr. zu dem sich heuer noch 2015 addieren. Daraus ergibt sich das auf den Foto erkennbare Jahr 5775 ergibt.

Andererseits hat es aber auch der Gregorianische Kalender des Kalibers 57260 in sich. Hier kann der Eigentümer immerhin zwischen konventioneller Indikation mit retrogradem Datumszeiger oder dem als ISO 8601 bekannten Geschäftskalendersystems mit 52 Wochen und 7 Tagen wählen. Letzteres, kreiert von der Internationalen Organisation für Normung, kommt nunmehr hauptsächlich im globalen Finanzsektor zur Anwendung. Zu den Filetstücken dieses Zeitmessers gehört jedoch ein Schleppzeiger-Chronograph mit zwei retrograden Zeigern. Rechts bewegt sich der Stopp-, links der Einholzeiger.

Eine Sternstunde der Haute Horlogerie

Das Westminster-Schlagwerk mit insgesamt fünf Hämmern bietet eine bislang ungekannte Fülle an Einstellmöglichkeiten. Beispielsweise lässt sich der Selbstschlag für ungestörten Schlaf zwischen 22 und acht Uhr automatisch stumm schalten. Beim ebenfalls vorhandenen Wecker kann Mr. Unknown aus den USA wählen, ob er das volle Klang-Programm oder nur ein dezentes Bimmeln auf einer Tonfeder möchte. Darüber hinaus ist alles vorhanden,  was Uhren dieser gigantischen Größenordnung auszuzeichnen pflegt: Sternenhimmel, Sternzeit, Mondphasen (verknüpft mit dem hebräischen Kalender und damit ein Tag Abweichung erst nach 1027 Jahren), Äquation, Zeiten des Sonnenauf- und untergangs, umfassendes Zeitzonen-Dispositiv und zu allem natürlich noch ein Tourbillon. Eigentlich hätte, weil es sich um eine Art Taschenuhr handelt, folglich ein klassischer Drehgang gereicht.

Aber das war den Uhrmachern dann doch zu wenig. Deshalb nutzten sie den reichlichen Höhen-Platz für ein sphärisches Minutentourbillon mit sphärischer Unruhspirale. Der Anker besitzt überdies massive Diamant-Paletten. Nachdem Vacheron Constantin dieses gewaltige Zeit-Opus mit Genfer Siegel liefert, darf es deshalb pro Woche nicht mehr als eine Minute falsch gehen. Die Uhrmacher sprachen bei der Vorstellung in Genf jedoch von weitaus besseren Werten. Nach ihre Messungen soll die Uhr täglich nur zwischen minus und plus einer Sekunde von der Norm abweichen.

Für den Fall der Fälle: Ein Unikat mit doppelten Komponetensatz

Vertragsgemäß wird es diesen hochkomplizierten Zeit-Boliden nur ein einziges Mal geben. Die dafür nötigen Komponenten hat man im Atelier Cabinotier jedoch trotzdem gleich doppelt gefertigt. Man weiß ja nie, ob trotz sorgfältiger Pflege eines Tages nicht doch einmal Reparaturen nötig sind. Und spätestens dann möchte Vacheron Constantin sein Versprechen, jede Uhr mit dieser Signatur wieder instand setzen zu könne, auch tatsächlich einlösen. Auch bei manchen der sehr besonderen Komplikationen behält sich das Richemont-Mitglied dazu die Nutzung in anderen Kalibern vor. Somit kann es durchaus sein, dass man zum Beispiel das Wochen-Kalendarium oder weiterhin den retrograden Schleppzeiger-Chronographen eines Tages auch in einer Armbanduhr finden wird. Beim Kugel-Tourbillon wurde das hingegen schon realisiert. Allerdings nur in Gestalt unverkäuflicher Prototypen.

Die 57260 in Fakten:

  • Durchmesser 98 Millimeter
  • Bauhöhe 50,55 Millimeter
  • 2.826 Komponenten
  • darunter 242 funktionale Steine
  • Gesamtgewicht 957 Gramm
  • 57 Funktionen
  • Zehn Scheiben
  • 31 Zeiger
  • Sphärisches Minutentourbillon
  • Unruhfrequenz 2,5 Hertz
  • acht Jahre Entwicklungszeit
  • zehn Patente, weitere in Prüfung
  • 85 Prototypen und technische Detailstudien
  • 16 Kilogramm Zeichenpapier
  • Unikat

Die Funktionen der Referenz  57260

Zeitanzeigen

  1. Stunden, Minuten und Sekunden der mittleren Sonnenzeit (Regulator-Anzeige mit dezentralem Stundenzeiger)
  2. Drehgang mit kugelförmiger Unruhspirale
  3. Sphärisches Minutentourbillon
  4. zweite 12-Stunden-Zonenzeit mit Stunden und Minuten
  5. Tag-/Nachtanzeige für die zweite Zonenzeit
  6. Weltzeitindikation (heure universelle)

Gregorianischer Kalender

  1. ewiger gregorianischer Kalender
  2. Anzeige der Wochentage
  3. Monate
  4. retrograde Datumsanzeige
  5. Schaltjahranzeige und Vier-Jahres-Zyklus
  6. Nummer des Wochentages (ISO 8601 Kalender)
  7. Anzeige für die Nummer der Woche innerhalb des Jahres (ISO 8601 Kalender)

Immerwährender hebräischer Kalender

  1. Immerwährender hebräischer Kalender mit 19-Jahres-Zyklus
  2. Hebräischer Name des Tages
  3. Hebräischer Name des Monats
  4. Hebräische Datumsangabe
  5. säkularer hebräischer Kalender
  6. Hebräisches Jahrhundert, Jahrzehnt und Jahr
  7. Anzeige für die Nummer der Monate im hebräischen Kalenderjahr (12 oder 13 Monate)
  8. Anzeige für die Goldene Zahl im 19-Jahres-Zyklus

Astronomische Indikationen

  1. Indikationen für die Jahreszeiten, Tagundnachtgleichen, Sonnenwenden und Sternzeichen mit „Sonnen“-Zeiger
  2. Sternenkarte (kalibriert für die Stadt des Eigentümers)
  3. Sternenstunden
  4. Sternenminuten
  5. Sonnenaufgangsstunden (kalibriert für die Stadt des Eigentümers)
  6. Sonnenuntergangsstunden (kalibriert für die Stadt des Eigentümers)
  7. Zeitgleichung (Äquation)
  8. Länge des Tages (kalibriert für die Stadt des Eigentümers)
  9. Länge der Nacht (kalibriert für die Stadt des Eigentümers)
  10. Mondphasen und -alter, alle 1027 Jahre Korrektur um einen Tag

 Religiöser Kalender

  1. Datumsanzeige für Jom Kippur

Chronograph mit drei Schalträdern

  1. Retrograder Fünftelsekunden-Chronograph – ein Schaltrad
  2. Retrograder Schleppzeiger-Chronograph – ein Schaltrad
  3. 60-Minuten-Zähler
  4. 36. 12-Stunden-Zähler – ein Schaltrad

Wecker

  1. Wecker auf einfachen Gong
  2. Anzeige für die Weckerfunktionen an/aus
  3. Anzeige für Weckereinstellung auf normalen Ton oder Spielwerk
  4. Weckermechanismus gekoppelt mit Westminster-Schlag
  5. Weckereinstellung auf großes oder kleines Schlagwerk
  6. Wecker-Gangreserveanzeige

Schlagwerk

  1. Westminsterschlag mit 5 Gongs und 5 Hämmern
  2. Gongschlag zur vollen Stunde vom großen Schlagwerk
  3. Gongschlag zur vollen Stunde vom kleinen Schlagwerk
  4. Minutenrepetition
  5. Nachtruhe-Modus (die Stunden bestimmt der Eigentümer)
  6. System zur Sperrung der Zugfeder im voll gespannten Zustand
  7. Anzeige für den Schlagwerk-Modus (Grande oder Petite Sonnerie)
  8. Anzeige für den Funktionsmodus lautlos / Schlagen / Nacht

Weitere Funktionen

  1. Gangreserveanzeige für das Gehwerk
  2. Gangreserveindikation für das Schlagwerk
  3. Positionsanzeige für die Aufzugskrone
  4. Sperrmechanismus für das Schlagen
  5. Aufziehsystem für zwei Federhäuser
  6. Manuelles Einstellsystem mit zwei Positionen und zwei Richtungen
  7. Bündig im Gehäuserand versenkbare Aufzugskrone für das Weckerwerk

Die 360 Grad-Ansicht vermittelt ein harmonisches Bild des Uhrenkunstwerks Bilder Vacheron Constantin

In der 360 Grad Ansicht zeigt sich die harmonische Gestaltung

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