Die G-Shock von Casio und wie es zur Entwicklung kam
Unkaputtbar

Stürze, Nässe oder extreme Temperaturen machen der Casio G-Shock Uhr nichts aus. Diese Uhr wurde im Jahr 1983 auf den Markt gebracht und war für starke Belastungen gebaut. Ob drinnen oder draußen hängt von Ihnen ab.

Unkaputtbar

Die G-Shock GMW-B5000 -1ER hat nicht nur im Outdoor Bereich Freunde, sondern wird auch im Musik Bereich gern getragen.

Aus Schaden wird man klug

Die Geschichte der „G-Shock“ Armbanduhr ist für eine Quarzuhr durchaus bemerkenswert. Sie reicht zurück bis ins Jahr 1983. Das Unternehmen Casio, das hinter diesem Klassiker einer Multifunktionsuhr steht, gehört im Land der aufgehenden Sonne zu den „Big Three“ der Technologie-Unternehmen. Die Firma wurde im Jahr 1946 von Tadao Kashio und seinen drei Brüdern Toshio, Kuzuo, und Yukio gegründet. Das Unternehmen fertigte über Jahrzehnte elektronische Geräte. Am Anfang standen Radio und Rechenmaschinen. 1974 folgten dann auch digitale Zeitmesser.

Eine belastbare Uhr

1983 war dann eines der der markantesten und wohl auch wichtigsten Jahre in der Firmengeschichte, denn in diesem Jahr wurde die erste „G-Shock“ Armbanduhr lanciert. Durch ihre extreme Belastbarkeit in allen Lebenslagen sorgte diese, in zwei Jahren entwickelte „G-Shock“ Urform zunächst in den USA für Furore. Sie war extrem zuverlässig, unempfindlich und dank ihrer ausgeklügelten Konstruktionsprinzipien nahm sie selbst einen Sturz aus hoher Höhe klaglos hin. Der Modellname, bei dem G für Gravitation oder Erdanziehungskraft steht, kam deshalb nicht von ungefähr. Vater dieser Revolution fürs Handgelenk war ein Entwickler namens Kikuo Ibe. Ihm war zu Zeiten die Armbanduhr seines Vaters aus den Händen geglitten und beim Sturz zu Boden in tausend Einzelteile zersplittert. Dermaßen leidgeprüft träumte er von einer unzerstörbaren, absolut robusten wie zuverlässigen Uhr. Als Inspiration, so die Legende, diente Kikuo Ibe ein Kind, das mit einem „Flummi“-Springball spielte. Einem solcherart verpackten Uhrwerk, so die Idee, könne wohl auch der härteste Umgang nichts anhaben.

Die Lösung ist nachgeben

Solch eine Entwicklung dauert mitunter lange und zunächst konnte keine der Neuentwicklungen die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen. Der finale Test war so simpel wie einleuchtend. Die Kreationen wurden vom Ingenieur schlichtweg aus dem dritten Stock des Tokioter Casio-Gebäudes geworfen und man besah sich unten das Ergebnis. Auf diese Art wurden an die 200 Entwürfe zerstört. Erst ein konstruktiver Geniestreich brachte die Lösung in Form einer schwebenden Aufhängung der Elektronik in einem stoßfesten Gehäuse aus elastischem Material. Schleudertraumata, leichtere Hammerschläge, Fensterwürfe, Schweiß- oder Wasserattacken wie heftige Temperaturschwankungen sind dank dieser Lösung kein Thema mehr. Selbst härteste Dauerstrapazen beeindrucken die „G-Shock“ nicht.
Daher sprach niemand von einem Aprilscherz, als die schwarze, bis 20 bar wasserdichte G-Shock DW 5000C-1A am 1. April 1983 in japanische Läden gelangte. Mit 11.400 Yen, was umgerechnet 90 Euro entspricht, war der Preis für eine Quarzuhr durchaus üppig. Aber für das Geld gab es eine einzigartige Uhr, die durch ihre Vorzüge in puncto Robustheit wie Genauigkeit bis heute Käufer überzeugt hat.
Zum Erfolg der Uhr trug in der USA auch ein ausgesprochen kreativer TV Werbespot bei. In diesem montierte ein Eishockeyspieler die Uhr auf einen Puck und schoss diesen mit aller Kraft in die Bande und das Tor. Die Botschaft kam an und jeder wusste: Eine Uhr, die dieser Belastung standhält war wirklich etwas besonderes und für den Sport, das rauhe Arbeiterleben oder die Wildnis gemacht.

Auf und ab

Bis sich rund um ein Globus der verdiente große Erfolg einstellte, musste sich Casio in Geduld üben. Natürlich fand die Quarz-Uhr ihre Liebhaber und Kunden, aber die Verkaufsstückzahlen waren zunächst übersichtlich. Gerade im klassischen, desingorientierten Europa tat man sich schwer. Erst die konsequente Weiterentwicklung des Designs in den frühen 1990-er Jahren und viele neue Farbvaianten und Farbcodes ermöglichten den Aufstieg zum Stückzahl-Millionär.

In Zentraleuropa kamen die Designentwürfe übrigens erst 1994 auf den Markt. Wobei die Uhren tatkräftige Unterstützung durch den kanadische Schauspieler Keanu Reeves und die Moderatoren des Musiksenders MTV erhielten. Einschränkend musste Casio 1997 auch massive Lieferengpässe bei neuen G-Shock-Modellen einräumen. Das tat der Marke nicht sehr gut. Im Zuge der Jahre löste man jedoch auch diese Probleme und G-Shock – den Namen Casio findet man nur unter der Lupe – mauserte sich zu einer eigenständigen, extrem erfolgreichen Marke.

Diese erfolgreiche Eigenständigkeit zeigen auch die Verkaufszahlen. Insgesamt wurden deutlich mehr als 70 Millionen G-Shocks in über hundert Ländern dieser Erde verkauft. Ein bemerkenswerter Erfolg. Dazu beigetragen hat sicher die fast  unüberschaubare Vielfalt von fast 3.000 unterschiedlichen Designs, Entwürfen und Funktionsvarianten seit Einführung der Uhr. Allein 1994 lancierte Casio 74 G-Shocks. 1997 waren es 35 und 1998 insgesamt 221 neue Versionen. Das zarte Geschlecht erfreute sich hingegen an der 1994 lancierten Baby-G. Kein Wunder, dass auch die Zahl der G-Shock-Fans und -Sammler rund um den Globus enorm anstieg.

Aus der Krise

Der Erfolg hielt lang an. Jedoch auch der längste Anstieg geht irgendwann einmal ein Ende. Das musste auch Casio Anfang des 21. Jahrhunderts erfahren. Der Hype um die Uhr war zu Ende und das Smartphone und seine Funktionalitäten hatte viele Funktionen der G-Shock ersetzt. Da auch viele andere klassische Technikgeräte in einem Produkt-Abschwung waren, geriet das Unternehmen Casio in die Krise. Aus dieser schaffte es das Unternehmen erst durch radikales Sparen. Man war aber auch klug genug zu sehen, dass es auch neuer Vorgaben bedurfte, um das Unternehmen flott zu bekommen. Casio musste innovativer, smarter und schneller als seine Wettbewerber werden.

Ab dem Jahr 2009 war die Krise überwunden und die G-Shock Uhr erlebte eine bemerkenswerte Renaissance. Ausgelöst wurde sie durch mehrere Faktoren. Nun ging es nicht mehr um technische Avantgarde und oder besondere Funktionalität. G-Shock wurde zur Lifestyle-Marke. Die G-Shock Uhren erreichten dank der Hip Hop- und Actionsport-Szene in der USA echten Kultstatus. Aber auch die analogen Zeitmesser wurden auf einmal gesucht. Diese neue Begehrlichkeit der „toughen“ Uhr, eindrucksvoll repräsentiert durch die optisch wie technisch opulente „Mudmaster“, schwappte nach Europa über und sorgte auch in der Alten Welt für das erhoffte Comeback und entsprechende Umsatzzahlen..

Erinnerungen an die Zukunft

Dass Retrolook nicht nur bei mechanischen Uhren absolut in ist, bewies die Casio Quarzuhr während der Münchner Uhrenmesse Inhorgenta. Dort ist das Unternehmen seit Jahren ein gerne gesehener Aussteller. Im Februar 2019 konnten sich die Fachbesucher an einer glänzenden Neuinterpretation des G-Shock Klassikers erfreuen.
Gestalterisch handelt es sich bei der G-Shock GMW-B5000 um eine Renaissance des ersten Modells von 1983. Jedoch ausgeführt in massivem Metall. Alternativ zum silbrig glänzenden Edelstahl-Look sind auch Ausführungen mit schwarzer oder goldfarbener Beschichtung zu haben. Somit kommen Liebhaberinnen und Liebhaber der ikonographischen Achteck-Schale mit eingebautem Quarzwerk und digitalem LED-Display auf ihre Kosten. Erstaunlicher Weise wirkt selbst die goldfarbene Variante am Handgelenk nicht übertrieben. Dieser echte Blickfang sorgt sicher für reichlich Gesprächsstoff. Ob an der Bar, auf der Tanzfläche oder beim urbanen Sundowner – Sie werden sicher eine spannende Geschichte erzählen können.

Technisch ist die GMW-B5000 natürlich auf der Höhe unserer Zeit, auch wenn sie keine umfassende Smartwatch ist. Wichtige Funktionen sind jedoch enthalten. So ist zum einen eine Verbindung zum Telefon per Bluetooth möglich. Damit lassen sich weltweit Uhrzeiten und auch die Tiden finden und synchronisieren. Dabei profitiert die Anzeige der Welt- oder Alarmzeit natürlich vom deutlich größeren Display. Auf Knopfdruck wandern überdies die Koordinaten des aktuellen Standorts inklusive Datum und Uhrzeit zum Telefon. So wird ein Wiederauffinden oder eine Rekonstruktion der Ortskoordinaten deutlich erleichtert.
Kurzum – einige Features erleichtern den Alltag. Aber entscheidend bei dieser Uhr wird für viele Träger eher der Coolness-Faktor sein.

Wichtige Produktdaten der Casio G-Shock

  • Stoßfestes Gehäuse
  • Wasserdicht bis 20 bar Druck
  • LED-Display
  • Mineralglas
  • Solarbetrieb
  • LED Licht
  • Bluetooth Low Energy
  • Funksignalempfang Regionen EU, USW, JPN, CHN
  • Weltzeit Funktion
  • Stopper und Timer
  • fünf frei wählbare Alarme
  • Flight Log Memory

Die Preise bewegen sich je nach Ausstattung im Bereich von etwa 300 bis 500 Euro

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden

Illus

Beliebteste

Chrono Sapiens - Die Herren der Zeit
Der Gipfelstürmer: Jérôme Lambert

Für Montblanc gab es mit Jérôme Lambert nur eine Richtung: bergauf. Mit Mut, Visionen und dem nötigen Fingerspitzengefühl bekleidet der Franzose nach einem erfolgreichen Intermezzo in Hamburg bei Richemont in Genf inzwischen eine übergreifende Führungsposition. Ab dem 10. September 2018 lenkt er den Luxuskonzern als CEO

ABONNIEREN SIE JETZT UNSEREN NEWSLETTER

Aktuelle Glossarbeiträge