Edmund Hillary und die Geschichte der Rolex Oyster Explorer
Edmund Hillary und die Rolex Explorer

Am 29. Mai des Jahres 1953 erreichte Edmund Hillary und Tenzing Norgay den Mount Everest. Bei der Besteigung des höchsten Gipfel der Erde mit dabei, war eine Rolex Explorer. Aus gutem Grund.

Edmund Hillary und die Rolex Explorer

Die Rolex Explorer der Mount Everest Erstbesteigung wie das aktuelle Modell überzeugen durch Zuverlässigkeit und Präzision.

Der Weg zum Gipfel

Dass Edmund Hillary und sein Sherpa Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des 8.848 Meter hohen Mount Everest erreichten, war nicht unbedingt vorherzusehen. Vor ihnen war bereits ein Dutzend Expeditionen mitunter tragisch, mitunter kläglich an den Naturgewalten und Herausforderungen des höchsten Berges der Erde gescheitert. 13 Menschen hatten für diesen Traum aller Bergsteiger bereits ihr Leben gelassen. Auch im Jahr 1952 verhinderte das Wetter die Versuche einer erfolgreichen Erstbesteigung. So mussten die Mitglieder einer Eidgenössischen Expedition nur 248 Meter unterhalb des Gipfels ihren Traum von der Besteigung des Mount Everest begraben. 

Das Wettrennen um die Erstbesteigung ging jedoch weiter. Nur wenige Monate später, im Frühjahr 1953, unternahmen Briten um Oberst John Hunt einen weiteren, generalstabsmäßig vorbereiteten Anlauf, das höchste Felsmassiv der Erde zu bezwingen. So schafften zunächst nicht weniger als 350 Sherpa-Träger insgesamt 13 Tonnen Material ins 6.400 Meter hoch gelegene Basislager. Weitere kleiner Lager mit Ausrüstung in höheren Lagen folgten. Dann versuchten zunächst die Bergsteiger Charles Evans und Tom Bourdillon die Erstbesteigung des Mount Everest. Am 8.751 Meter hoch gelegenen Südgipfel des Mount Everest mussten sie jedoch wegen Sauerstoffmangel aufgeben. Immerhin, ein erster Erfolg, denn soweit hinauf hatte es zuvor noch niemand geschafft. Aber damit gab man sich nicht zufrieden. Erneut wurden die Hochlager aufgefüllt und ein erneuter Versuch gestartet.

So schlug die Stunde des Neuseeländers Edmund Hillary und seines Nepalesischen Partners Tenzing Norgay. Das erfahrene und eingespielte Bergsteiger-Paar hatte das Glück auf ihrer Seite. Sie schafften den Weg durch die berüchtigte Todeszone oberhalb der 8.000 Meter bei gutem Wetter, ohne die gefürchteten Steinschläge und dank der guten Vorbereitung mit ausreichend Sauerstoff. Den Gipfel des Mount Everest erreichten sie schließlich am 29. Mai. Als Hillary in diesem historischen Moment auf seine Rolex-Armbanduhr blickte, zeigte diese 11 Uhr 30.

Tenzing Norgay und Edmund Hillary erreichten am 29. Mai 1953 den Gipfel des Mount Everest. Die Uhrzeit: 11.30h

Edmund Hillary und Tenzing Norgay erreichten am 29. Mai 1953 um 11.30h den Gipfel des Mount Everest.

Die Uhr am Berg

Das es eine Rolex-Uhr war, die es auf den Gipfel des Mount Everest schaffte, war kein Zufall. Edmund Hillary wie alle anderen offiziellen Expeditionsmitglieder auch, hatten ihre Expeditionsuhren zwei Monate vorher in Jamnagar, einer indischen Stadt an der Grenze zu Nepal, in Empfang nehmen dürfen. Der Absender dieser wertvollen Fracht war das Rolex Hauptquartier in Genf. Die Unterstützung kam jedoch nicht überraschend. Denn Menschen, die das Außergewöhnliche wagten, unterstützte der Rolex-Gründer und Generaldirektor Hans Wilsdorf bereits seit dem Start der wasserdichten „Oyster“-Schale im Jahr 1926.
In diesem Sinne stellte der gebürtige Oberfranke Wilsdorf seit dem Jahr 1950 auch Bergsteigern und Abenteurern auf dem Weg zum Mount Everest besondere Vorserienmodelle zur Verfügung. Auf diese Weise konnte die Rolex-Manufaktur deren Belastbarkeit unter realistischen Extrembedingungen testen, von der möglichen Werbewirkung ganz zu schweigen.

Vom Namen „Explorer“ war beim 1953-er Gipfelsturm allerdings noch nicht die Rede. Dieser entstand später.  Hillary trug schlicht eine „Oyster Perpetual“ mit der Referenznummer 6098 bei sich. Deren Zifferblatt hatte Rolex dem Zweck entsprechend umgestaltet. Ein langer Lederriemen gestattete das Tragen über der Kleidung und damit permanentes Ablesen der Uhrzeit.
Die Zufriedenheit Hillarys drückte sich dadurch aus, dass er die leihweise überlassene Rolex bis zur Rückkehr nach Indien nicht mehr ablegte. Danach ging die Armbanduhr allerdings vereinbarungsgemäß zurück zum Hersteller, der das robuste Präzisionsinstrument in- und auswändig analysierte, um mögliche Fehler aufzuspüren und daraus zu lernen. Im Begleitschreiben brachte der am 20. Juli 1919, also vor hundert Jahren in Auckland geborene Pionier Edmund Hillary seine Begeisterung mehr als deutlich zum Ausdruck.

Von der größten Hitze bis zu extremer Kälte und in der dünnen Luft auf über 22 000 Fuß funktionierte die Uhr einwandfrei.Sie schien immun gegen Felsstöße, permanente Vibrationen oder Eisschnitte und lief exakt, ohne dass ich sie ein einziges Mal hätte aufziehen müssen. Eine solche Uhr ist neu für mich.

Edmund Hillary

Bergsteiger, Expedition und Erstbesteigung des Mount Everest

Die Entwicklung der Rolex Explorer und das Zürcher Original

Bei Rolex stand die Zeit natürlich nicht still. Mitte 1953 mutierte besagte Referenz 6098 zur Referenz 6298 mit markant schwarzem Zifferblatt. Weitere Merkmale: Deutlich wahrnehmbare Leuchtzeiger und Leuchtindexe sowie nachtleuchtende Ziffern „3“, „6“ und „9“. Zur besseren Orientierung bei Dunkelheit fand sich bei „12“ ein auf der Spitze stehendes Dreieck. Über exakt das gleiche Zifferblatt verfügte die noch im selben Jahr 1953 vorgestellte Referenz 6350. Bald darauf erhielt sie ein zwei Millimeter größeres Stahlgehäuse und damit die neue Referenznummer 6150. Das kreisrunde Teilstück des Stundenzeigers erinnert an einen Mercedes-Stern. Mit Reklame für die Automarke, der Hans Wilsdorf durchaus zugetan war, hatte das freilich nichts zu tun. Vielmehr war diese Unterteilung der großzügigen Verwendung von Leuchtmasse geschuldet. Durch den integrierten Dreizack fand sie jedoch sicheren Halt .

Zurück zu Hillarys Zeitmesser: So, wie sich die Dinge heute darstellen, gelangte diese frühe Rolex Explorer in den 1970-er Jahren nach Zürich. Dort lag das Exponat mit geschichtlichen Hintergrund samt einem kleinen Stück Packpapier eher unspektakulär in einer Vitrine des Uhrenmuseums Beyer. Näheres zur Armbanduhr erklärte ein unscheinbarer Aufsteller: Armbanduhr Rolex Oyster Perpetual der Mount-Everest Expedition 1953 (Erstbesteigung Hunt, Hillary, Tenzing), Absender E. P. Hillary“.
Spätestens seit dem Tod Hillarys am 11. Januar 2008 in Auckland ist das Ansehen des schlichten Zeitmessers deutlich gestiegen. Wer will, kann die Pre-Explorer im spannenden Uhrenmuseum von Juwelier Beyer besichtigen. Man findet es in der Zürcher Bahnhofstraße 31. Telefon +41 43 344 63 63.

Die heutige Rolex Explorer

Mit etwas Glück kann man dort auch die aktuelle Rolex Explorer I ans Handgelenk legen. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten natürlich technisch enorm weiterentwickelt. Ausnehmend robust, ausgestattet mit 39 Millimeter großem Stahlgehäuse tickt in ihr heute das COSC-zertifizierte Automatikkaliber 3132. Ein Beleg für die außerordentlicher Präzision und Rolex-typische Zuverlässigkeit. Aber darauf einzugehen, hieße Eulen nach Athen tragen. Mit Gliederband kostet die Rolex „Oyster“ Explorer I circa 5.900 Euro.
Eigentlich ein sehr fairer Preis wenn man bedenkt, für wieviele Männer und Frauen speziell diese Armbanduhr die Inkarnation von Abenteuergeist und Wagemut darstellt. Ob das Edmund Hillary damals um 10.30h geahnt hat?

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