Das Material aus dem die Uhren sind
Was Neues für die Unruh

Der berühmte Physiker Charles Edouard Guillaume erfand gleich drei wegweisende Nickelstahl-Legierungen für . Mit Invar, Anibar und Elinvar wurde die Temperaturstabilität bei Unruhspiralen bedeutend verbessert.

Was Neues für die Unruh

Eine Courbe-Spirale im Urzustand

Guillaume bekommt Nobelpreis    

Wie präzise wären Uhren wohl heute, wäre da nicht Charles Edouard Guillaume, der französisch-schweizerische Physiker gewesen. Seine neuartigen Eisen-Nickel-Legierungen waren auf jeden Fall ein Meilenstein in der Uhrenindustrie. Das Interesse des Physikers an der Zeitmessung kam jedoch nicht von ungefähr, da er aus einer Uhrmacherfamilie entstammte. Für seine Erfindungen erhielt Guillaume schließlich 1920 den Nobelpreis in Physik

“ Als Anerkennung des Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der Anomalien bei Nickelstahllegierungen und die Präzisionsmessungen in der Physik erworben hat.“

Temparaturstabile Unruhspiralen

Guillaume (1861- 1938) studierte und promovierte 1883 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Als Angestellter am „Bureau international des poids et mesures“ in Sèvres beschäftigte sich schließlich von Berufs wegen intensiv mit metallurgischen Dingen. Seinem Forschungsdrang entsprang 1896 das Material Invar. Oder anders formuliert: ein Kürzel für invariabel. Dabei handelt es sich um eine spezielle Legierung aus Eisen und Nickel, die einen sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweist. Nicht zuletzt mit Hilfe dieser neuartigen Legierung ließen sich u.a. temperaturstabile Unruhspiralen und Pendelstangen fertigen.

Neuartige Legierungen: Anibal und Elinvar

Jedoch schon vier Jahre danach, 1900, erfand Guillaume die Legierung Anibal. Der Name ist wiederum ein Kürzel, diesmal für „acier nickel pour balanciers“. Dieser speziell legierte Nickelstahl für Unruhn bestand aus 56% Stahl und 44% Nickel. Infolge dieser Zusammensetzung reduzierte er den sekundären Temperaturfehler in den bimetallischen Kompensationsunruhn. Dem Wissenschaftler ist in dem Zusammenhang außerdem die so genannte Integral- oder Guillaume-Unruh zu verdanken, welche große Fortschritte auf dem Gebiet der Präzisionstaschenuhren bewirkte. Doch damit nicht genug: 1919 erhielt der Forscher das Patent für Elinvar, eine Legierung aus Stahl, Nickel und Chrom. Auch hier setzt sich der Name aus einen Kürzel zusammen. Élasticité invariable bedeutet soviel wie unveränderbare Elastizität. Das wiederum heißt, dass in einem normalen Temperaturspektrum von -10 bis + 30 Grad Celsius der thermoelastische Koeffizient bei  autokompensierenden Unruhspiralen aus Elinvar gleich null ist.

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