Der moderne Werkstoff Silizium verändert die mechanische Uhrmacherei
Silicon Rallye

Seit 2001 findet sich Silizium in mechanischen Uhrwerken und verändert über seine Werkstoff-Eigenschaften den Bau moderner Uhrwerke.

Silicon Rallye

Anker, Ankerrad und Unruhspirale aus Silizium

Jahrhundertelang beherrschten Messing, Stahl und synthetische Rubine die Fertigung von Uhrwerken. Seit 2001 ist durch den Einsatz des neuen Werkstoffs Silizium ein frischer Wind in der Konstruktion Uhrwerken zu spüren.
Den Anfang machte Ulysse Nardin beim Karussell namens „Freak“, in dem die „Dual Direct Hemmung“ fürs Zerteilen der gleichförmig fließenden Zeit verantwortlich zeichnete. Neu war indes nicht nur die Konstruktion, sondern auch das Material für die beiden Hemmungsräder: Silizium

In monokristalliner Form das Silizium besitzt es die gleiche Kristallstruktur wie Diamant. Das heißt: Es ist sehr hart, nämlich 60 Prozent härter als Stahl. Zudem ist der Werkstoff Silizium sehr leicht, genauer gesagt je nach Legierung etwa 70 Prozent leichter als Stahl.

Dazu kommt, dass Silizium amagnetisch und korrosionsfest ist. Auch ohne aufwändige Nachbearbeitung verfügt das Material über eine extrem glatte, die Reibung damit beträchtlich reduzierende Oberfläche. Und diese Entbehrlichkeit von Öl prädestiniert Silizium förmlich zur Herstellung vom Ankern und Ankerrädern. Kleiner Nachteil des Siliziums liegt allenfalls darin, dass der Stoff nicht plastisch verformbar ist.

Andererseits ermöglicht die hohe Elastizität die Produktion von vorzüglichen Unruhspiralen. Und die Weiterentwicklung des Materials ging sogar weiter. So dehnte sich das Silizium ursprünglich bei Erwärmung aus, beziehungsweise zog es sich beim Abkühlen wieder zusammen. Die umtriebigen Forscher der Uhrenindustrie konnten diesen Nachteil des Materials Silizium jedoch durch die Entwicklung von invariablem Silizium, Silinvar“ genannt, entgegenwirken und der Verwendung des innovativen Werkstoffs im Bau von Uhrwerken Tür und Tor öffnen.  

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