Am Anfang war das Werk
Der Regulateur Handaufzug von Chronoswiss

Die junge, erst im Jahr 1983 gegründete Uhrenmarke Chronoswiss zählt mit ihren mechanischen Meisterwerken bereits heute zu den stark begehrten Sammlerstücken

Der Regulateur Handaufzug von Chronoswiss

Hohe Uhrmacherkunst im klassischen Gewand - die Chronoswiss Regulateur

Der Regulateur-Handaufzug von Chronoswiss

Im Konzert der bekannten Uhrenmarken ist Chronoswiss erst seit vergleichsweise kurzer Zeit vertreten. Trotzdem zählen Modelle wie der Handaufzugs‑Regulateur bereits zu den begehrten Sammlerstücken.

So stand am Anfang eine Idee. Das war im Jahre 1983, zu einer Zeit, als selbst Optimisten der mechanischen Armbanduhr kaum Zukunftschancen mehr einräumten. Als die Hersteller tickender Uhrwerke mehr und mehr daran dachten, deren Produktion mangels Nachfrage auslaufen zu lassen. Die Idee zielte in dem Bewusstsein auf eine Marktnische, dass es immer Menschen geben werde, die ihren Lebensrhythmus nicht dem Diktat lautlos schwingender Quarz‑Zeitmesser unterordnen wollen; Persönlichkeiten, die eher auf Sekundengenauigkeit denn das Ticken eines klassisch‑mechanischen Uhrwerks verzichten wollten. So wurde die Idee zu Realität und Chronoswiss geboren.

Anfangs wartete die junge Firma ausschließlich mit zugekauften und zusätzlich „Chronoswiss“ signierten Armband‑ und Taschenuhren auf – natürlich ausnahmslos Modelle mit mechanischen Uhrwerken. Ab 1986 galten die Bemühungen dann einer eigenen Kollektion mechanischer Uhren. Nach langwierigen Planungen, die auch die Entwicklung eines eigenen Gehäusetyps beinhalteten, kam 1987 dann das erste spezifische Chronoswiss‑Modell auf den Markt.

Zurück zur Zukunft

Um im Konzert der existenten Uhrenmarken eine echte Daseinsberechtigung zu haben, wurde das Design der Uhr  mit viel Bedacht gewählt. Diese unübliche, zunächst gewöhnungsbedürftige Form der Zeitanzeige hat jedoch System.

Bestimmende Merkmale für die Qualität einer mechanischen Uhr sind einerseits Qualität der Werks‑Ausführung, andererseits aber auch die Einstellung, mitunter „Reglage“ genannt und der daraus resultierende Gang. Letzterer wird als die Zeit definiert, die eine Uhr innerhalb eines bestimmten Zeitraumes vor‑ oder nachgeht. Heute erfolgt die Gangkontrolle sehr schnell mit Hilfe von elektronischen Zeitwaagen. Bis in die fünfziger Jahre waren langwierige Vergleiche unter anderem mit Präzisionspendeluhren, den sog. Regulatoren, erforderlich. Dazu beobachtete der Regleur die Sekundenzeiger beider Uhren immer wieder in genau definierten Abständen. Daraus ergab sich dann der tägliche Gang.

Weil es bei den verwendeten Präzisions‑Pendeluhren also hauptsächlich auf Sekunden und Minuten ankam, wurde der weniger bedeutsame Stundenzeiger nicht, wie üblich zentral angeordnet, sondern außermittig positioniert. So konnte vermieden werden, daß er täglich für mehrere Stunden den Blick auf das kleine Sekundenzifferblatt beeinträchtigt. Daraus resultiert der Name Regulator‑Zifferblatt. Diese sehr zweckmäßige Form der Zeitanzeige wurde verschiedentlich auf Taschenuhren übertragen. Ab den dreißiger Jahren findet man auch einige Armbanduhr‑Modelle mit Regulator‑Zifferblatt. Manche davon hatten jedoch eine Zentralsekunde und dezentrale Stunden‑ und Minutenindikation. Bei der Kreation des „Regulateur“ mit manuellem Aufzug griff Chronoswiss auf das 13linige Kaliber Unitas 6376 Z zurück, dessen Produktion 1984 eingestellt worden war. Aus diesem Grund mußte dieses Modell limitiert werden und es entstanden mit unterschiedlichen Gehäuse: 1.500 Exemplare mit Stahlgehäuse, 300 Exemplare mit Bronzegehäuse, 400 in Stahl/Bronze, 600 in Stahl/Gold und 200 Exemplare in Gold. Selbstverständlich sind alle seit vielen Jahren ausverkauft. Interessenten müssen sich daher auf dem Secondhand‑Markt bedienen, aber Exemplare sind selten.

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