Das Edelmetall Silber und seine Verwendung bei Uhren
Der verschwindende Glanz von Silber

Das Edelmetall Silber wird kaum noch bei neuen Uhren verwendet. Anders als bei alten Taschenuhren, wo es an der Tagesordnung war, ist das empfindliche Metall nur noch bei besonderen Uhren gefragt.

Der verschwindende Glanz von Silber

Das Edelmetall Silber glänzt wie eh und je. Nur bei Uhren findet es - anders als bei diesem Zenith Taschenuhr-Chronographen aus dem Jahr 1899 - kaum noch Verwendung

Seit ewigen Zeiten geschätzt

Es ist nicht so, dass die Verwendung des Edelmetalls Silber ein neuer Hut ist. Ganz im Gegenteil, schließlich ist das edle Metall bereits seit 4.500 Jahren bekannt und geschichtlich nachweisbar. Um das 6. oder 7. Jahrhundert vor Christi Geburt tauchten auch erste Münzen aus silberhaltigem Material auf. Erstaunlicherweise erfreute sich im alten Griechenland Silber ursprünglich sogar einer höherer Wertschätzung als Gold. Mit diesem Edelmetall teilt es die hohe Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit. Entsprechend geschätzt war der silbern glänzende Rohstoff bei der Herstellung von Schmuck, Geschmeide und später Uhrgehäusen – verfügt er doch überdies über einen niedrigen Schmelzpunt und lässt sich so gut verarbeiten.
In der Reihenfolge der Gebrauchs-Edelmetalle rangiert Silber nach Kupfer und Gold jedoch erst an dritter Stelle. Dabei kommt auf unserem Globus das Material zwanzig Mal häufiger als Gold vor und ist somit auch deutlich preiswerter als Gold.

Anlaufendes Auslaufmodell

„Sarpu“ nannten die Assyrer das Silber-Metall, „silabra“ die Germanen und „argentum” die Römer. Letztere Bezeichnung stammt dabei von dem griechischen Wort „argyros” ab. Dieses bedeutet nichts anderes als weiß-metallisch. Die griechisch-lateinische Abstammung hat auch in das Periodensystem Einzug gehalten. Hier wurde das chemische Kürzel „Ag“ von Jöns Jakob Berzelius erstmals im Jahr 1814 verwendet.

Im 19. Jahrhundert waren auch Uhrengehäuse verschiedener Silberlegierungen auch noch stärker gefragt. In der heutigen Zeit sind Uhren mit einem silbernen Gehäuse eher die Ausnahme. Dafür ist der Werkstoff doch zu empfindlich und läuft leicht an.
Am ehesten werden noch Uhrengehäuse aus Sterlingsilber 925/1000 (925 Silber- und 75 Kupferteile, Härte 70 Vickers) oder das in Deutschland bekannte 800-er Silber gefertigt. Hier liegt der Kupferanteil bei recht hohen 200/1000.

Ungeachtet des schönen silbernen Glanzes sind die Begleiterscheinungen des weißglänzenden Materials unübersehbar. Dazu gehört neben dem weichen empfindlichen Metall vor allem das schwarze Anlaufen von Silber-Schmuck oder von silbernen Uhrengehäuse.
Dieser Effekt erfolgt auch ohne menschliches Zutun rein über Schwefelwasserstoffe in der Luft. Dabei verbinden sich Silberatome zu schwarzem Silbersulfid. Um dies zu verhindern werden Silber-Uhren heutzutage entweder rhodiniert oder das Gehäuse wird vergoldet. Doch ist dies stets mit hohem Aufwand verbunden und es gibt praktisch keine großen Uhrenhersteller mehr, die auf das Edelmetall Silber setzen. Wer möchte schon seinen Kunden eine ein- bis zweimonatige Silberpflege der Uhr zumuten. Diese wäre nämlich nötig, um den ganzheitlichen Glanz einer am Handgelenk getragenen Silberuhr zu gewährleisten.
Mitunter wird jedoch auch genau dieser Effekt, wie z.B. bei der Crude Gypsetter Silber-Uhr,  erwünscht und das Anlaufen der Uhr soll sogar im Sinne einer Vintage-Optik erfolgen. 
Damit wären wir schon wieder bei den alten Griechen: Ob Gold oder Silber, glänzend oder angelaufen – wer mag schon entscheiden, was schön ist. Die Schönheit liegt letztendlich im Auge des Betrachters. So auch bei Silber-Uhren mit und ohne Anlauf-Schutz.

 

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