Zum 25. Geburtstag stellt A. Lange & Söhne eine limitierte „Lange 1 Zeitzone“ vor
Lange 1 Zeitzone Jubiläumsedition – und ein Blick auf die Funktionsweise der Zeitzoneneinstellung

Lange 1 Zeitzone Jubiläumsedition – und ein Blick auf die Funktionsweise der Zeitzoneneinstellung

Die Jubiläumsedition der Lange 1 Zeitzone von A. Lange & Söhne überzeugt mit ihrem feingearbeitetem Kaliber und der unkomplizierten schnellen Einstellung der Zeitzonen

Hintergründiges

Über die 1994 lancierte Armbanduhr A. Lange & Söhne „1“ muss man an dieser Stelle eigentlich nicht viele Worte verlieren. Uhrenliebhaber kennen und schätzen diesen Zeitmesser als Ikone deutscher Uhr-Kultur. Keine Zweifel bestehen auch daran, dass die Klientel der Glashütter Nobelmanufaktur nicht nur zahlungskräftig, sondern auch viel rund um den Globus unterwegs ist. Entweder mit dem Flugzeug oder zumindest per Telefon. Und speziell in diesem Zusammenhang hatte sie bis zum Jahr 2005 etwas vermisst: Die Anzeige mehrerer Zonenzeiten, damit man beispielsweise unterwegs in New York weiß, was es zu Hause gerade geschlagen hat. Oder damit man den Geschäftspartner in Tokio nicht zu Unzeiten anruft. Natürlich blieb das den Verantwortlichen im abgeschiedenen Müglitztal nicht verborgen. Also bekam Helmut Geyer 2002 den Auftrag, eine Armbanduhr für Kosmopoliten aus der Taufe zu heben. Zwischen dem, was der damalige Konstruktionschef zunächst skizzierte, und der drei Jahre später vorgestellten „Lange 1 Zeitzone“, welche es zum Beispiel in Rotgold für 26.200 Euro gab, lagen jedoch Welten. Das einzige was blieb, war die prinzipielle Idee, das Flaggschiff nicht um eine gewöhnliche „heure universelle“, also die simultane Indikation aller 24 Zonenzeiten zu erweitern, sondern um ein wahrhaft intelligenten Zeitzonen-Dispositiv.

Völliges Neuland betrat A. Lange & Söhne mit dieser Kreation allerdings nicht. Bereits im Jahr 1884, nach der richtungsweisenden Washingtoner Meridiankonferenz entstanden in Glashütte erste Taschenuhren mit zwei separat einstellbaren Zeitanzeigen. Diese raren Taschenuhren sind heute heiß begehrt. Auch wenn vor 120 Jahren die Dinge in Sachen zeitlicher Orientierung rund um den Globus doch noch etwas anders  lagen. Allein schon deshalb verlangte eine zukunftsweisende Konstruktion nach ausgeklügelten und insbesondere leicht handhabbaren Funktionen. Und genau das leistet die „Lange 1 Zeitzone“.

Um die Ecke gedacht

Mit Blick auf gegenwärtige Ansprüche musste sich das Entwicklungsteam dabei einiges einfallen lassen. Das bekannte und bewährte Doppelfederhaus-Kaliber L901 der „Lange 1“ war für uhrmacherische Erweiterungen nicht unbedingt prädestiniert. „Als wir das Werk Anfang der 1990-er Jahre konstruiert haben,“ so Helmut Geyer, „lagen solche Zusatzfunktionen noch in weiter Ferne. Dass ein Tourbillon in die Lange 1 passte, war in diesem Zusammenhang ein erfreulicher Zufall, aber ursprünglich keineswegs beabsichtigt.“ Daher hieß es um die Ecke denken und den Antrieb für die zweite Zonenzeit aus Platzgründen im Inneren auf die Rückseite der Dreiviertelplatine verlagern. Dort fanden sich drei Zahnräder mit geschwungenen Speichen. Glashütter Uhrmacher sprechen vom Typ „Fischblase“. Das goldfarbene Zwischenrad in der Mitte ist in einem handgravierten Kloben mit verschraubtem Goldchaton gelagert. Diese kleine Übertragungsmechanik von Minutenrad zu Minutenrad bringt eindeutig Leben in die Fläche der großen Platine.

Die Welle des kleinen stählernen Rads links neben der Platinensignatur A. Lange & Söhne reicht durch das ganze Uhrwerk hindurch und bringt die zweite Zonenzeit dorthin aufs Zifferblatt, wo bei der klassischen „Lange 1“ der kleine, indirekt angetriebene Sekundenzeiger dreht. Selbiger ist bei der „Zeitzone“ deutlich geschrumpft und dreht nun ganz klassisch bei „6“ seine Runden.

Hätte es A. Lange & Söhne bei einer doppelten Zeitanzeige belassen, wären lobende Worte fehl am Platz. Aber das selbstauferlegte Pflichtenheft verlangte nach deutlich mehr. Quasi von selbst mag sich in diesem Zusammenhang verstehen, dass sich der kleine Stundenzeiger bei „5“ per Drücker unabhängig verstellen lässt. Ebenso die Verknüpfung mit einer Tag-Nacht-Indikation. Wer schnell in Erfahrung bringen möchte, wie spät es gerade in New York ist, schätzt den äußeren Städtering. Dieses Handling braucht keine Weltzeit-Karte. Vielmehr genügt es, den Drücker bei „8“ so lange zu betätigen, bis der „Big Apple“ der kleinen Pfeilspitze bei „5“ des Zeit-Zifferblatts mit arabischen Ziffern steht. Schon hat man die lokale Zeit.
Damit ist das Leistungsspektrum der „Lange 1 Zeitzone“ freilich immer noch nicht ausgereizt, denn eine derartige Funktion weist beispielsweise auch die „Geographique“ der Konzern-Schwester Jaeger-LeCoultre auf.

Clevere Problemlösung

Der sächsische Globetrotter berücksichtigt auch den Umstand, dass man bei Fernreisen die Lokalzeit gerne auf dem größeren und die Heimatzeit auf dem kleineren der beiden Zifferblätter wissen möchte. Wer in München losfliegt, hat wohl verständlicher Weise die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) auf der großen Zeitanzeige dominant präsent. Durch Betätigung des Drückers kann er die Zeitdifferenz von minus sechs Stunden beispielsweise für New York auf das kleinere Zifferblatt übertragen. Dort würde sie bei normaler Auslegung des Handaufzugswerks auch nach der Ankunft jenseits des großen Teichs verharren.

Hier nun schlägt die große Stunde des intelligenten Synchronisationsmechanismus der „Lange 1 Zeitzone.“ Mit wenigen Einstellungen lassen sich nämlich Lokal- und Heimatzeit nach Belieben zwischen den beiden Zeigerpaaren vertauschen. Und das geht so: Den Korrekturdrücker so lange betätigen, bis die angepeilte Zeitzone, in diesem Fall New York, bei dem goldenen Orientierungspfeil des kleineren der beiden Zifferblätter zu stehen kommt. Den Drücker halten und die Zeiger so lange entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, bis der größere der beiden Stundenzeiger die New Yorker Stunde erreicht hat und die beiden Tag-Nacht-Indikationen nicht nur synchron, sondern auch stimmig sind. Nun loslassen und danach erneut so lange drücken, bis unten rechts „Berlin“ erscheint. Nun ist New York die große Lokal- und MEZ die kleinere Heimatzeit. Das klingt auf den ersten Blick etwas kompliziert, ist aber eine nach etwas Übung im höchsten Maße simpel.

Mit Blick auf diese praktische Umschalt-Funktion erschließt sich auch der praktische Nutzen zweier Tag-Nacht-Anzeigen. Weil deren Tag- und Nachtzonen aus Designgründen nicht parallel stehen, heißt es beim Synchronisieren freilich genau hinsehen.

 

Mechanik namens L031.1

Im Übrigen blieben bei der „Lange 1 Zeitzone“ alle Vorzüge des Uhren-Klassikers wie Großdatum, Auf-Ab-Werk, zwei Federhäuser, 72 Stunden Gangautonomie, Sekundenstopp, Schwanenhals-Feinregulierung und handgravierter Unruhkloben erhalten. Das Kaliber L031.1 besteht aus 417 Komponenten, darunter 54 Steine. Die Schraubenunruh samt ihrer autokompensierenden Flachspirale vollziehen stündlich 21.600 Halbschwingungen. Wegen des aus zwei Teilen zusammen geschraubten Städterings wuchs der Durchmesser des Uhrwerks auf 34,10 Millimeter. Somit bleibt im Gehäuse, welche gemäß der Lange-Philosophie nur in Edelmetall erhältlich sind und einen Durchmesser von 41,9 Millimeter aufweisen, kaum Luft.
Die Größe des Gehäuses ist aber angesichts der geballten Komplikationen sehr zivil zu nennen.

Zum 25. Geburtstag seiner Ikone präsentiert A. Lange & Söhne nach der „Lange 1“, der „Großen Lange 1 Mondphase“, der „Kleinen Lange 1“ und der „Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender“ nun insgesamt 25 Exemplare einer weiteren Rhapsody in Blue.
Die Jubiläums-„Lange 1 Zeitzone“ verfügt über ein Weißgoldgehäuse natürlich mit Sichtboden. Und das Lederband besitzt eine Schließe aus dem gleichen edlen Material.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller

A.Lange & Söhne

Name

Lange 1 Zeitzone

Referenz

116.066

Premiere

Mai 2019

Uhrwerk

L031.1

Aufzug

manuell

Durchmesser

34,1 Millimeter

Bauhöhe

6,7 Millimeter

Komponenten

417

Unruhfrequenz

drei Hertz (21.600 A/h)

Gangautonomie

72 Stunden

Anzeige

Hauptzifferblatt: Stunden, Minuten, Sekunden; Nebenzifferblatt: Stunden und Minuten; Großdatum; Gangreserve

Zusatzfunktionen

Umschaltbares Zeitzonendispositiv mit zwei Tag-Nacht-Anzeigen

Gehäuse

Weißgold mit Sichtboden

Durchmesser

41,9 Millimeter

Höhe

10,9 Millimeter

Wasserdichte

drei bar

Armband

Alligator, Weißgold Dornschließe

Preis

49.000 Euro

 

chließe aus dem gleichen Material.

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