5 Jahrzehnte Seiko 5 Sports
Bei Seiko schlägts 5

„Seiko 5“, ein sportiver japanischer Uhrenklassiker blickt auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurück. Bei dieser Linie handelt es sich um einen Bestseller. Möglicher Weise ist es sogar die meistverkaufte Armbanduhr überhaupt.

Bei Seiko schlägts 5

Die neuen Seiko 5 Sports Modelle mit dem historischen Vorbild des Jahres 1968 bis 2019

Japanische Zeit-Geschichte

Im fernen Japan hat sich Seiko seit 1881, dem Jahr der Gründung zweifellos zu einer chronometrischen Institution entwickelt. Der traditionsreichen Uhrenmanufaktur verdankt das Land der aufgehenden Sonne zahlreiche Pionierleistungen auf den Gebieten der mechanischen und elektronischen Zeitmessung.
Im guten alten Europa fasste das Unternehmen erst ab den 1970-er Jahren sukzessive Fuß. Immerhin lancierte es im Jahr 1969 mit der „Seiko Astron“ die weltweit erste Quarz-Armbanduhr. Daher nimmt speziell diese Kreation in der eigenen Firmenbiographie einen hohen Stellenwert ein.

Im Gegensatz dazu trat die Anfang 1967 in der Provinzstadt Suwa gestartete Entwicklung des ersten eigenen Automatik-Chronographen ganz klar in den Hintergrund. Dabei war das Ergebnis beeindruckend, denn nach nur zwei Jahren lief das Kaliber 6139 mit beidseitig wirkendem Rotoraufzug, Schaltradsteuerung und Reibungskupplung erfolgreich. Trotz geballter Innovation hielt sich die internationale Kommunikation jedoch in engen Grenzen. Ungeachtet dessen lagen erste Exemplare des zeitschreibenden Automatik-Chronographen „Seiko 5 Speed Timer“ schon Mitte Mai 1969 in den Geschäften japanischer Konzessionäre.

Bild oben: „Seiko 5 Speed Timer, 1969

50 Jahre später.
In den letzten 5 Jahrzehnten hat sich auch bei Seiko viel verändert. Die Türen gingen immer weiter auf, Gäste sind inzwischen herzlich willkommen und sie dürfen die von extrem hoher Fertigungstiefe gekennzeichnete Uhrenproduktion in allen ihren Facetten kennenlernen.

Bild oben: Seiko Sportsmatic 5, Kaliber 6319A, 1963

Seiko „5“ ab 1963

Zu den Langzeit-Bestsellern der Marke Seiko, deren Name übersetzt nichts anderes als Präzision meint, gehört ohne Wenn und Aber besagte das Modell „Seiko 5“.
Deren Geschichte reicht schließlich zurück bis 1963. In besagtem Jahr debütierte die „Sportsmatic 5″, die von Anbeginn an große Erfolge für sich verbuchen konnte. Vor allem die jüngere Generation in Japan stürzte sich wegen des günstigen Publikumspreises förmlich auf diese sportive Armbanduhr mit der verdeckten Krone bei der „4″. Fortan erwies sich speziell dieses Modell als echter Meilenstein auf dem Sektor fernöstlicher Sport-Armbanduhren mit Selbstaufzug.

Im Inneren des Stahlgehäuses tickte das Kaliber 6319A mit 21 funktionalen Steinen. Das waren vier mehr als beim 6309A. Zu den Besonderheiten des 12-linigen Automatikwerks (Durchmesser 27 Millimeter, Bauhöhe 5,35 Millimeter) gehörte der schon 1959 beim Kaliber 290 eingeführte „Magic Lever“.
Beim „magischen Anker“ handelt es sich um einen sehr effizient wirkenden Exzenterwechsler zur Nutzung aller Drehbewegung der Schwungmasse. Die grundsätzliche Idee zu dieser Machart stammte jedoch nicht von Seiko selbst. Bereits 1954 hatte in Deutschland die Firma Otero mit dem „Eppo-System“ etwas Ähnliches vorgestellt. Seiko ist freilich die bemerkenswerte Optimierung zu verdanken, welche bis in die Gegenwart trägt.
Nach Vollaufzug durch den Kugellagerrotor stehen beim 6319A rund 47 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Die Unruh oszilliert mit drei Hertz, was 21.600 Halbschwingungen pro Stunde entspricht. Schließlich ist für die zweisprachige Wochentagsindikation wie die Datumsanzeige eine Schnellkorrektur vorhanden.

„5“ bedeutet fünf Schlüsselelemente

Eher klassisch als betont sportlich präsentierte sich dabei das runde Edelstahlgehäuse. Von einem Sichtboden war damals noch nicht die Rede. Aber am Uhrwerk hätten sich verwöhnte Augen wohl auch nicht delektieren können. Es war zeittypisch eben auf Robustheit und zuverlässige Funktion ausgerichtet und entsprach deshalb den Standards industrieller Massenproduktion. Merkmale einer handwerklicher Feinbearbeitung fehlten gänzlich. Dem Druck des nassen Elements widerstand die Gehäuse-Schale immerhin bis zu drei bar Druck. Die „versteckte“ Positionierung der Aufzugs- und Zeigerstellkrone wiederum beugte Beschädigungen bei sportlicher Betätigung vor. 

Nicht von ungefähr kam die Ziffer 5 in der Modellbezeichnung. Sie stand für die insgesamt fünf Schlüsselattribute dieser Armbanduhr:

  1. Wochentags- und Datumsanzeige in einem breiten Fenster
  2. Uhrwerk mit Rotor-Selbstaufzug
  3. Wasserdicht bis mindestens drei bar Druck
  4. Geschützte Aufzugs- und Zeigerstellkrone
  5. Strapazierfähiges Gehäuse und Gliederband

Bild oben: Von der Seiko 5 Sportsmatic, 1963, zur Seiko 5 Sports, 1968

Bild oben: Seiko 5 Sports von 1968

Evolution

1968 brachte dann eine deutlich markantere Version der „Seiko 5 Sports“. Ihre neuen Merkmale: kratzfestes Mineralglas, Drehlünette und Wasserdichte bis zu sieben bar Druck. 1969 folgte der eingangs schon erwähnten Chronograph aus dieser Linie. Kein Wunder also, dass sich die „Seiko 5“ zu einem anhaltenden Bestseller entwickelte. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo die durchgängige Versorgung mit Batterien nicht zwangsläufig sichergestellt war, konnte diese Armbanduhr punkten. Im Laufe der Jahrzehnte gingen deshalb Millionen von Exemplare über die Ladentische. Insofern ist die Behauptung, dass es wohl sich um die meistverkaufte mechanische Armbanduhr aller Zeiten handelt, keineswegs von der Hand zu weisen. 

Newcomer 2019

Im Jahr 56 nach der Vorstellung des Modells „Sportmatic 5“, 51 nach „5 Sports“ und 50 nach „5 Speed Timer“ wartet Seiko jetzt mit einer neuen Generation des preisgünstigen Top-Sellers auf.
Das wahrhaft kompetitive Preisspektrum reicht von 269 bis 329 Euro. Insgesamt können die Kunden ab September 2019 beim Fachhandel zwischen 27 verschiedenen Ausführungen sowie den grundsätzlichen Stilrichtungen Sport, Suits, Specialist, Street und Sense wählen.

Unabhängig von der persönlichen Modellwahl gibt es jedoch stets das hauseigene Automatikkaliber 4R36 dazu. Seiko assembliert dessen bewährte Mechanik mit drei Hertz Unruhfrequenz, Sekundenstopp und 41 Stunden Gangautonomie aus 169 Teilen, darunter 24 funktionale Steine.
Sämtliche Versionen besitzen zudem neu gestaltete Zifferblätter mit aufgesetzten Indexen. Die nützliche „LumiBrite“-Leuchtausstattung ist dabei selbstverständlich. Die Aufzugs- und Zeigerstellkrone befindet sich hierbei bei der „4“. Im Gegensatz zur ersten
„Sportmatic 5“ gibt es nun jedoch einen augenfälligen Flankenschutz für dieses durchaus empfindliche Bedienelement.

Je nach persönlichem Geschmack ist das 43 Millimeter große und 13 Millimeter hohe Edelstahlgehäuses mit Sichtboden und einseitig drehbarer Lünette puristisch, mit Titankarbid- oder mit prägnanter, goldfarbener Beschichtung zu haben. Auf Zifferblatt und Zeiger blickt man dabei wie eh und je durch ein kratzfestes „Hardlex“-Mineralglas.
Zu guter Letzt besteht bei den Armbänden die Wahlmöglichkeit zwischen Edelstahl, Silikon und Leder.

5 Modell der „Seiko 5 Sports“ mit den mehr als wettbewerbsfähigen Preisen von 269 Euren bis 329 Euro.

Der Seiko Designer hat das Wort

Gestalterisch verantwortet Tetsuro Maruyama die neuen „5 Sports“-Armbanduhren. Zu seiner Arbeit hat der Chefdesigner eine ganz klare Auffassung: „Seiko 5 Sports mag nur eine Armbanduhr sein, aber wir hoffen, dass sie für unseren Kunden auch zu einem treuen Freund wird.
Dieser Wunsch ist es, der uns motiviert und unsere Innovationskraft täglich neu antreibt. Wenn ich an die einzelnen Seiko 5 Sports Designs denke, sehe ich, wie die Uhr im Leben ihres Trägers eine Rolle spielen kann.

In guten Zeiten begleitet sie ihn und schenkt ihm Freude, sie ist aber auch ein beruhigender und verlässlicher Begleiter in schlechten Zeiten. Wir wünschen uns, dass eine Seiko 5 Sports stets mit dem Leben des Trägers verbunden ist.“

Kann es eine schöneren Vision für einen Designer geben? Die Chancen stehen gut. 

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