Unsere Uhr-Ahnen - (Teil 1/10)
Von Anfang an – Wo Sonne ist, ist auch ein Schatten

Was ist Zeit? Schon die alten Ägypter beschäftigten sich mit dieser Frager. Wie wird der Tag aufgeteilt, um zum Beispiel Verabredungen möglich zu machen. Die Antwort fand sich zunächst am Himmel.

Von Anfang an – Wo Sonne ist, ist auch ein Schatten

Diese altägyptische Wasseruhr wird in die Zeit von König Amenophis um das Jahr 1400 v. Chr. datiert. Über 2.000 Jahre blieben Wasseruhren geschätzte, weil zuverlässige, sonnenunabhängige Zeitmesser

Schon die alten Maya hatten präzise Kalender erstellt. Bald darauf gab es erste Messgeräte. Schnell stellten sie sich als praktisch und unverzichtbar heraus. Wie rasant sich die Zeitvermessung weiterentwickelte, ist eine unglaubliche Geschichte.

Ca. 3500 v. Chr.

Die Ägypter errichten erste Obelisken. Die Säulen zählen zur Spezies der Schattenuhren. Zur Unterteilung des Tages waren sie in zehn Abschnitte unterteilt. Hinzu gesellten sich für den Morgen und den Abend jeweils vier „Dämmerungsstunden“  Weil sie merkten, dass der Schatten eines Obelisken, wenn er am kürzesten ist, unabhängig von der Jahreszeit immer in die gleiche Richtung fällt, entdeckten die Ägypter auch den Meridian.

Ca. 1530 v. Chr.

Amenemhet, der erste namentlich bekannte Physiker und Kopf hinter der ägyptischen Auslaufuhr aus Theben, lebte zwischen 1565 und 1534 v. Chr.  Bei dieser Auslaufuhr fließt Wasser aus einer kleinen Öffnung beim Boden und zwölf Skalen ermöglichen eine Zeitanzeige. Sie beziehen sich auf die zwölf Monate des Jahres und die mit den Tageslängen wachsenden oder schrumpfenden zwölf Temporalstunden.

Ca. 500 v. Chr.

Die Chaldäer, ein aramäischer Stamm des Altertums aus Südmesopotamien, liefern den Beweis für die Multifunktionalität von Wasseruhren. Dabei diente ein geschlossenes Maßsystem in Gestalt eines wassergefüllten Würfels gleichzeitig der Messung von Gewicht, Länge und natürlich der Zeit.

Ca. 325 v. Chr.

Basierend auf der Klepsydra, der „Wasserdiebin“, erfindet der griechische Philosoph Platon einen Wasserwecker. Ein mit Bleikugeln gefülltes Gefäß hängt an einer Säule und wird nachts mit Wasser aus einer Zisterne versorgt. Bedingt durch den Überlauf steigt es langsam hoch. Am Morgen ist das obere Ende der Säule erreicht, das Gefäß kippt um, die Bleikugeln fallen auf eine Kupferplatte und wecken so Platons Studenten.

Ca. 262 v. Chr.

Vor dem Tempel des Quirinus wird die vermutlich älteste römische Sonnenuhr errichtet. Es handelte sich nicht um eine eigene Erfindung, sondern um ein Beutestück aus dem 1. Punischen Krieg. Bedingt durch den Wechsel des Standorts und einen unreflektierten Aufbau indiziert sie über 100 Jahre hinweg die falsche Zeit. Dann erst erfolgt eine Adaption an den Längengrad der ewigen Stadt.

Ca. 250 v. Chr.

„An der Säule steht eine weibliche Figur, aus deren Augen fortwährend Wasser tropft, das in einer Röhre abfloss zu einem Schwimmer, der eine zweite weibliche Figur langsam in die Höhe trieb. Mit einem Stab zeigte die Figur die Stunde an …“ So beschrieb der römische Ingenieur Vitruv die Einlaufuhr von Ktesbios in Alexandrien. Im Deutschen Museum, München, findet sich eine Nachbildung.

100 v. Chr.

In Athen entwirft der griechische Astronom Andronikos aus Kyrrhos den 13 Meter hohen, achteckigen „Turm der Winde“. Die Finanzierung des Bauwerks mit einer Wasseruhr im Innern und Sonnenuhren an jeder Fassadenseite erfolgt durch Spenden von Caesar und Augustus. Am südlichen runden Annex fand sich vermutlich eine weitere Sonnenuhr.

87 v. Chr.

Beim Mechanismus von Antikythera, von dem nur noch in insgesamt 82 Fragmente erhaltenen sind, handelte es sich um einen mechanischen „Computer“ mit Bronze-Zahnrädern. Zwei Bronzeplatten tragen die noch nicht gänzlich entschlüsselte Bedienungsanleitung des Räderwerks beispielsweise zur Beschreibung des Weltalls (Kosmograph) und zur präzisen Darstellung der Mondbewegungen (Selenograph).

100 v. Chr.

In Athen entwirft der griechische Astronom Andronikos aus Kyrrhos den 13 Meter hohen, achteckigen „Turm der Winde“. Die Finanzierung des Bauwerks mit einer Wasseruhr im Innern und Sonnenuhren an jeder Fassadenseite erfolgt durch Spenden von Caesar und Augustus. Am südlichen runden Annex fand sich vermutlich eine weitere Sonnenuhr.

Wie es weitergeht? Zum Teil 2 der Serie „Tickende Zeitreise“  kommen Sie hier.

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