Audemars Piguet kommt mit einem neuen Keramik- und Ultraflach-Modell des Uhrenklassikers
Diese zwei Royal Oak Modelle setzen Ausrufezeichen

Auch wenn Audemars Piguet über die Jahrzehnte nicht viele Modelle mit Ewigem Kalender hatte. Dieses beiden Royal Oaks sind echte Highlights.

Diese zwei Royal Oak Modelle setzen Ausrufezeichen

Die beiden neuen Royal Oaks werden Sammlerherzen höher schlagen lassen. Das weiße Keramik-Gehäuse und die superflache Bauweise werden neue Impulse bei AP setzen.

Die Geschichte der Audemars Piguet Kalender-Uhren

Die Kalender zeigten das Jahr 1921, als Audemars Piguet seine erste Armbanduhr mit einfachem Vollkalender und Mondphasenanzeige vorstellte. Diese Uhr war kissenförmig in der äußeren Gestalt, denn das Familienunternehmen folgte selbstverständlich den stilistischen Trends der Zeit.

Ein Ewiger Kalender fürs Handgelenk ließ danach bis 1948 auf sich warten. In jenem Jahr entstanden mit Hilfe des unabhängigen Uhrmachers Alfred Aubert insgesamt zwölf Armbanduhren auf der Basis des 13-linigen Valjoux-Handaufzugskalibers 13VZ. Die Besonderheit des 13VZSSQP und zugleich auch Weltpremiere war eine zusätzliche Schaltjahresindikation – entweder bei „6“ oder bei „12“ und mit jeweils gegenüberliegender Mondphasenanzeige.

Im Jahr 1967 sorgte dann das Kaliber 2120 für Gesprächsstoff. Dieses 2,45 mm flache Zentralrotor-Automatikwerk widerlegte die Auffassung, dass sich weniger als drei Millimeter Bauhöhe nur mit Hilfe von Mikrorotoren realisieren ließen. Ganz im Gegenteil lief die zentral angeordnete und gelagerte Schwungmasse mit 21-karätigem Goldsegment unüberhörbar auf vier peripher angeordneten Rubinrollen.

Dieser Rekord im Bau flacher Automatik-Werke eignete sich vorzüglich zur Kombination mit einem nicht minder flach ausgeführten ewigen Kalender, für dessen Roh-Kadratur der Spezialist Dubois-Dépraz verantwortlich zeichnete.

Im Jahr 1978 gab anschließend das 3,95 mm hohe, aus 292 Komponenten zusammengefügte Kaliber 2120/2800 seinen Einstand. Unter der Referenznummer 5548 (25548), wurden von Audemars Piguet bis 1990 insgesamt 2.187 Exemplare fertigte. Dass es sich bei dem von 1977 bis 1993 produzierten Uhrwerk um einen Bestseller handelte, belegen auch folgende Zahlen: Erstaunliche 7.291 Stück beseelten insgesamt 70 Referenzen und dienten der Herstellung von rund 190 verschiedenen Versionen.

 

Die Royal Oak mit ewigem Kalender

 

Auf eine Schaltjahresanzeige mussten die Käufer dieser klassischen Armbanduhr, welche vielen anderen Marken als Vorbild diente, hingegen noch verzichten. Daran änderte sich auch im Jahr 1984 nichts, als Audemars Piguet dieses Uhrwerk in der Royal Oak verbaute. Bei der ersten Referenz 5554 (25554) handelte es sich übrigens um eine echte Raritäten. In Gold entstanden nur 229 Exemplare, in Stahl 49 und in Platin sogar lediglich ein Stück.

Im Jahr 1997 verschaffte schließlich das 4,05 Millimeter hohe Kaliber 2120/2802 die fehlende Orientierung im Schaltjahres-Zyklus.

Trotz aller Kalender-Komplexität beschränkte sich Audemars Piguet jedoch auf eine simple Mondphasenindikation. Bekanntlich dauert eine Lunation, also die Epoche von Neumond zu Neumond, jedoch 29 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,8 Sekunden. Aus technischen Gründen der Werkkonstruktion rundeten die Uhrmacher diesen Zeitraum auf 29,5 Tage ab. Auf diese Weise konnte der Mondphasen-Mechanismus eine Scheibe mit 59 Zähnen und zwei Monden täglich um eine Position weiterschalten. Allerdings weicht diese Indikation durch die kleine Ungenauigkeit alle zwei Jahre und sieben Monate um einen Tag von den astronomischen Gegebenheiten ab. Ein Umstand, den es zu beheben galt.

Das erste Modell der Royal Oak, das einen ewigen Kalender erhielt

Das erste Modell der Royal Oak mit Ewigem Kalender

Das Jahr 2015 und die neue Kalenderwoche

Mit dem aus 374 Teilen assemblierten Manufakturkaliber 5134 brach dann bei Audemars Piguet und deren Flaggschiff Royal Oak im Jahr 2015 eine neue Kalender-Ära an. In diesem Zusammenhang präsentierte sich das Basis-Uhrwerk 2120 mit rund 40 Stunden Gangautonomie. Dieses wurde nicht mehr von Jaeger-LeCoultre geliefert, sondern entstammte der eigenen Fertigung und war somit wohlbekannt.

Die Bauhöhe des auch heute in der klassischen Royal Oak verwendeten, mit 2,75 Hertz (19.800 Halbschwingungen/Stunde) tickenden Uhrwerks beträgt insgesamt 4,31 Millimeter. Das Plus von knapp 0,3 mm Höhe gegenüber dem Kaliber 2120/2802 war nicht nur einer komplett neuen Kalender-Konstruktion geschuldet, sondern auch zwei zusätzlichen Funktionen. Dazu gehörte insbesondere eine Indikation der Kalenderwochen nach dem Standard ISO 8601.
Hierfür muss man wissen, dass gemäß der in Europa üblichen Zählweise die erste Kalenderwoche diejenige ist, welche den ersten Donnerstag des Jahres enthält. Außerdem erhielten die Kunden eine deutlich präzisere Mondphasenindikation. Dank des so neu berechneten Antriebs ging im neuen Kaliber 5134 die Anzeige der Mondphase nur noch alle 125 Jahre und 317 Tage um 24 Stunden falsch. Hierfür wurde die Schaltjahresmechanik nun auf einer Ebene über dem Monatsnocken gebracht.
Die Vergrößerung der Kadratur auf 29 Millimeter und der ganzen Royal Oak mit Sichtboden auf 41 Millimeter brachte logischer Weise auch eine deutlich bessere Ablesbarkeit von Datum, Wochentag, Monat und Schaltjahreszyklus. Aber das nur am Rande. 

Eine Royal Oak ganz aus Keramik

Im Jahr 2017 verbaute Audemars Piguet dieses gleichermaßen flache wie komplexe Automatikwerk übrigens in 100 Exemplaren einer tiefschwarzen Royal Oak. Allein die Herstellung des Gliederbands dauerte fünf Mal so lange wie das, eines metallenen Pendants. Der Grund für diesen großen Zeitaufwand lag in der Verwendung einer leichten, antiallergischen Keramik. Dieser harte Hightech-Werkstoff zeigt harten Gegenständen, die Kratzer verursachen, zumeist die kalte Schulter.

Diese positiven Eigenschaften zeigt die verwendete Keramik selbstverständlich auch bei der neuen, nun jedoch unlimitierten Version (nicht ganz) in Weiß. Ihr blaues Zifferblatt mit „Grande Tapisserie“-Motiv verfügt über aufgesetzte Leuchtindexe und weißgoldene Leuchtzeiger.
Gemäß der von CEO François Bennahmias ausgerufenen Luxus-Philosophie und Vertriebsstrategie, wird es diese 41 Millimeter große und 9,5 Millimeter hoch bauende Armbanduhr zum Preis stattlichen Preis von 94.500 Euro allerdings nur bei AP-Boutiquen und in AP-Houses geben.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller Audemars Piguet
Name Royal Oak Automatik Ewiger Kalender
Referenz 26579CB.OO.1225CB.01
Premiere Mai 2019
Uhrwerk Kaliber 5134
Aufzug automatisch in beiden Drehrichtungen der Schwungmasse
Durchmesser 29 Millimeter
Bauhöhe 4,31 Millimeter
Komponenten 374
Unruhfrequenz 2,75 Hertz
Gangautonomie ca. 40 Stunden
Anzeige Stunden, Minuten, Datum, Wochentag, Monate, Schaltjahreszyklus, Kalenderwochen, Mondphasen
Zusatzfunktionen Ewiger Kalender
Gehäuse Keramik weiß, Saphirglas-Sichtboden
Durchmesser 41 Millimeter
Höhe 9,5 Millimeter
Wasserdichte zwei bar
Armband Keramik weiß, Titan-Faltschließe
Preis 94.500 Euro
Limitierung keine

Kalendarischer Weltrekord

Auch das neue Modell, die Royal Oak Ewiger Kalender Extraflach Automatik, Referenz 26586IP.OO.1240IP.01. möchte Audemars Piguet in dieser exklusiven Vertriebsschiene belassen. Die Chancen der Uhr für ein lebhaftes Kundeninteresse stehen dabei nicht schlecht. Schließlich stellt die superflache Bauweise einen neuen Weltrekord in puncto Bauhöhe eines Ewigen Kalender-Uhrwerk dar.
Das 32 Millimeter große Automatikkaliber 5133, welches die Uhrmacher aus 256 Komponenten zusammenfügen, basiert einmal mehr auf dem bewährten Kaliber 2120. Samt Kalender-Kadratur baut es nur unfassbar flache 2,89 Millimeter hoch. Möglich macht dies eine komplett neue Konstruktion der – wie gehabt unter dem Zifferblatt montierten – Mechanik zur Indikation von Datum, Wochentag, Monat, Schaltjahreszyklus und Mondphasen. Diese neue Konstruktion verlangt erst in 125 Jahren nach einer manuellen Korrektur. Nicht nur das. Eine Tag-/Nacht-Anzeige bei „8“ erleichtert außerdem das korrekte Einstellen des Kalendariums.
Aus der Konstruktion des Uhrwerks sind für Audemars Piguet dabei auch neue Patente entstanden. Diese befassen sich mit der Integration der Kurvenscheibe für das Monatsende in das Datumsrad, sowie die Kombination von Monats-Kurvenscheibe und Monatsrad.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Ummantelt von einer Titanschale mit achteckiger Platinlünette trägt die Uhr am Handgelenk lediglich 6,3 Millimeter auf. Somit handelt es sich beim brandneuen „Royal Oak Ewiger Kalender Extraflach Automatik“ in der Tat um einen uhrmacherischen Superlativ.

Natürlich verfügt die bis zwei bar Druck wasserdichte Schale mit Titan-Schraubkrone über einen Saphirglas-Sichtboden.Man möchte schließlich das Werk bei seiner Arbeit beobachten. Schön ist auch das passende Armband, es besteht aus Titan und hat längs ausgerichtete Platin-Bindegliedern.
Einen Preis konnte Audemars Piguet noch nicht nennen, doch wird dem uhrmacherischen Glanz wohl ein ihm gebührender Preis entgegengestellt werden.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller Audemars Piguet
Name Royal Oak Ewiger Kalender Extraflach Automatik
Referenz 26586IP.OO.1240IP.01
Premiere Mai 2019
Uhrwerk Kaliber 5133
Aufzug automatisch in beiden Drehrichtungen der Schwungmasse
Durchmesser 32 Millimeter
Bauhöhe 2,89 Millimeter
Komponenten 256
Unruhfrequenz 2,75 Hertz
Gangautonomie ca. 40 Stunden
Anzeige Stunden, Minuten, Datum, Wochentag, Monate, Schaltjahreszyklus, Tag/Nacht, Mondphasen
Zusatzfunktionen Ewiger Kalender
Gehäuse Titan/Platin, Saphirglas-Sichtboden
Durchmesser 41 Millimeter
Höhe 6,3 Millimeter
Wasserdichte zwei bar
Armband Titan/Platin, Titan-Faltschließe
Preis Auf Anfrage
Limitierung keine

 

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