Scheidung für Neubeginn

Voraussetzung für den neuen Aston Martin Uhrenpartner Girard-Perregaux waren zunächst zwei Scheidungen. Die Trennung von Ferrari und Hublot sowie die Auflösung der Partnerschaft von Richard Mille und Aston Martin. Nur so konnte die neue, von Uhrenkosmos ausführlich beschriebene Traumhochzeit von Richard Mille und Ferrari begangen werden.  

Am 2. März 2016 gaben Richard Mille und die 1913 von Lionel Martin und Robert Bamford gegründete britische Luxus-Sportwagenmarke Aston Martin eine langfristige globale Partnerschaft sowie eine Zusammenarbeit im Rennsport bekannt. Anschließend sollte eine Kollektion exklusiver Richard Mille Uhren im Zeichen der legendären Aston Martin Flügel entstehen. 

Darüber hinaus wollte Richard Mille das Aston Martin Racing Team bei der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft sowie bei den 24 Stunden von Le Mans und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring unterstützen. Anders als angekündigt, war das Miteinander jedoch nur von kurzer Dauer.

TAG Heuer x Aston Martin

Die Kalender zeigten den 6. März 2018, als der damalige TAG-Heuer CEO Jean-Claude Biver und Aston Martin-Chef Andy Palmer im Rahmen des Genfer Automobilsalons ihre offizielle Partnerschaft verkündeten. Neben der eigentlichen Automarke war auch Aston Martin Racing mit von der Partie. Gleich zum Start gab es zwei unterschiedliche Kooperations-Chronographen

Des Weiteren beteiligte sich Max Verstappen, der jüngste Grand-Prix-Sieger in der Formel-1-Geschichte am Design einer sportlichen Quarz-Armbanduhr mit Zehntelsekunden-Chronograph. Im kreisrunden Feld für die Sekundenbruchteile findet sich Verstappens Startnummer 33.

Komplizierte Mechanik repräsentieren 150 Exemplare TAG Heuer Carrera x Aston Martin Automatik-Chronograph Tourbillon. Im 45 Millimeter großen Titangehäuse tickt das hauseigene COSC-zertifizierte Tourbillon-Kaliber Heuer 02T.

England und das Vallée de Joux

Die erste Kooperation zwischen Aston Martin und einer Uhrenmanufaktur, in diesem Fall dem Aston Martin Uhrenpartner Jaeger-LeCoultre kam im September 2004 zustande.

Das ist kein kurzfristiges Strohfeuer, sondern ein auf Langfristigkeit bedachtes Zukunftsprojekt.

Jérôme Lambert, ehemaliger Jaeger-LeCoultre CEO

Ähnlich dachte Ulrich Bez, seinerzeit Chef des englischen Autobauers Aston Martin. Seiner Meinung nach ähnelten sich die Firmen- und Produktphilosophien beider Unternehmen nicht nur am Rande.

Aston Martin ist ein weltweit führender Akteur in Sachen Design und Luxus und bietet das Beste aus Handwerk und Technologie, was sich in der Exzellenz und Raffinesse jedes einzelnen unserer Produkte widerspiegelt.

Dr. Ulrich Bez, ehemaliger Aston Martin CEO

Erstes Gemeinschaftsobjekt war die 2005 vorgestellte AMVOX 1. Für Kenner beinhaltet der Name etwas von beiden Partnern. AM steht natürlich für Aston Martin. VOX bezieht sich auf den Armbandwecker Memovox, zu deutsch die Stimme der Erinnerung.

In diesem Sinn handelte es sich beim Newcomer vom September 2004 tatsächlich um einen Armbandwecker mit Selbstaufzugswerk und einem kleinen Hammer, der dem Aufwachen durch das Anschlagen einer Tonfeder seinen Schrecken nimmt.

Die hausinterne Jaeger-LeCoultre 1000-Hours-Control musste auch der AMVOX2 Chronograph von 2006 bestehen. Bei ihm besorgt ein innovativer patentgeschützter Mechanismus das Starten, Stoppen und Rückstellen des Chronographen durch Druck auf das Saphirglas. Ein Impuls bei „12 bewirkt den Start und das das anschließenden Anhalten. Analog dazu bedarf das Nullstellen eines Drucks auf das Glas bei der gegenüberliegenden „6“.

Auch das AMVOX 3 Tourbillon GMT des Jahres 2009 besaß Gene von Aston Martin. Deutlich sichtbarer Ausdruck dieser sportlich orientierten Kooperation war das runde Keramikgehäuse. Darin tickt das Automatikkaliber 988 mit Ruthenium-beschichteten Titan-Grad-5-Käfig.

Den fünften Jahrestag der Kooperation kennzeichnete der AMVOX 5 World Chronograph mit Anzeige der Zeit rund um den Globus, gekennzeichnet durch 24 Weltstädte. Subtiles Detail: Anstelle von London findet sich die Ortschaft Gaydon in der englischen Grafschaft Warwickshire.

2013 zum 180. Geburtstag kreierte die Uhrenmanufaktur den Master Compressor Extreme W-Alarm Aston Martin mit Weck- und GMT-funktion.

Beim AMVOX 5 World Chronograph Cermet feierte das in Forschungslabors für hochtourige Rennmotoren entwickelte Gehäusematerial Cermet seine Premiere. Seine Seele besteht aus Aluminium und Keramikpartikeln, welche mit einer 40 Mikron dicken Schutzschicht aus Keramik überzogen ist.

Zur Kooperation gehörte schließlich auch eine multifunktionale Synthese aus überlieferter Mechanik und Elektronik. Zum AMVOX 2 Chronographen gesellte sich beim AMVOX 2 Transponder ein elektronischer Schlüssel, mit dem sich die Türen eines Aston Martin nach entsprechender Freischaltung öffnen und schließen lassen. Zum leichteren Auffinden löst der Druck auf den Open-Sensor im Glas die Lichthupe aus.

 Das Spiel von Marken und Modellen ist interessant. Insbesondere zu sehen, wie jeder Aston Martin Uhrenpartner die Kooperation mit neuen Uhren bereichert hat

Aston martin Uhrenpartner

Weil sich TAG Heuer schon 2020 der deutschen Kult-Automarke Porsche zuwandte, stand logischer Weise bei Aston Martin Lagonda ein neuer Partner zur Debatte. Und der heißt ab sofort Girard-Perregaux. Zum Start der F1-Saison 2021 in Bahrain werden die Rennwagen des Aston Martin Cognizant Formula One Team das Markenzeichen der traditionsreichen Uhrenmanufaktur unter dem Dach des französischen Kering-Luxuskonzerns tragen.

Und im Laufe des Jahres soll auch eine erste GP-AM-Armbanduhr die weitere Zusammenarbeit unterstreichen.

Girard-Perregaux

Was die Girard-Perregaux Aston Martin Uhrenpartner an neuen Uhrbringen bringen wollen, steht derzeit noch nicht fest. Ausreichend Geschichte ist in beiden Häusern jedenfalls vorhanden

2021 ist ein wichtiges Jahr für Girard-Perregaux und Aston Martin. Wir blicken auf beeindruckende 230 Jahre Uhrmacherei zurück, während Aston Martin zum ersten Mal seit über 60 Jahren seine Rückkehr in die Formel 1 als Werksteam zelebriert. Wir haben also viel zu feiern und unsere Welten zu vereinen, um etwas Besonderes zu schaffen, ist die perfekte Art, diese Meilensteine anzuerkennen und zu würdigen.

Patrick Pruniaux, CEO Girard-Perregaux