Uhren mit blauem Zifferblatt
Mehr Farbe am Handgelenk (Teil 1)

Weiß und Grau sind nicht verkehrt. Aber bringen Sie doch mal ein blaues Zifferblatt ins Spiel und an Ihr Handgelenk. Mit diesen farbigen Uhren werden Sie Ihre Freude haben.

Mehr Farbe am Handgelenk (Teil 1)

Baume et Mercier Clifton Baumatic COSC M0A10467 mit blauem Zifferblatt

Grau war gestern 

Grau ist so mancher Alltag und grau ist alle Theorie. Graue Mäuse, Graue Eminenzen oder Schwarz – sie alle tragen nicht unbedingt zur Erhellung des Seelenlebens bei. Dabei sagte bereits Ferdinand Alexander Porsche, Grau ist keine Farbe, sondern ein Zustand.
Da kommt etwas Farbe am Handgelenk gerade recht. Genau das hat auch die Uhrenindustrie entdeckt. Viele Hersteller wollen deshalb, dass Farbe Abwechslung ins Leben bringt und so heißt das neue Schwarz Blau. Mit einem entsprechend gefärbten Zifferblatt lässt sich nicht nur leicht und unbedenklich einmal richtig Blau machen. Vielmehr ist Blau keineswegs Blau, denn das Spektrum an Blautönen gewaltig. Es reicht von Königsblau über Pariser Blau, Berliner Blau, Französischblau, Preußischblau, Kobaltblau, Taubenblau bis hin zu Blaugold. Da heißt es richtig du vor allem zukunftsträchtig gewählt.

Grün, die Farbe der Hoffnung ist ebenfalls stark im Kommen. Etwas Mut braucht, wer auf intensives Rot oder Gelb setzt. Keineswegs neu ist schließlich ein lachsfarbenes Erscheinungsbild der Uhr. Derartige Zifferblätter gab es schon in den 1930-er Jahren. An Reiz haben sie keineswegs verloren. Ganz im Gegenteil: Lachs bewirkt den Status eines unaufdringlichen Hinguckers. Es spricht somit nichts dagegen, dem eigenen Leben durch einen Farbtupfer am Handgelenk mehr Strahlkraft zu verleihen.

120 Stunden Gangautonomie

Bei Baume & Mercier geht der Name „Baumatic“ zurück auf das Jahr 1962. Sein Comeback feierte der Name 2018 in der stählernen „Clifton Baumatic“ mit dem exklusiven, 4,2 Millimeter hohen Kaliber BM12-1975A.
Zum Genfer Uhrensalon SIHH debütierte nun der Nachfolger BM13-1975A. Sein Kugellager-Zentralrotor spannt die lange Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Einen wichtigen Beitrag zu 120 Stunden Gangautonomie leistet die Hochleistungshemmung aus Silizium. Zur Steigerung der Effizienz und zur Minimierung der Reibung wurde ihre Geometrie komplett neu berechnet. Im Gegensatz zum Vorgängermodell besteht die Unruhspirale beim stählernen Newcomer mit 40 mm Durchmesser und blauem Zifferblatt aus invariablem Metall. Die Wasserdichte der Schale reicht bis zu fünf bar Druck, was grob gesagt rund 50 Meter Wassertiefe entspricht.

Ein gewölbter Chronograph

Meist verknüpfen Uhrenkenner Bulova, das von von einem tschechischen Emigranten im Jahr 1875 gegründet wurde, mit der innovativen Stimmgabeluhr „Accutron“. Der Name setzt sich zusammen aus „Accuracy“ und „Electronic“. Manche erinneren sich womöglich noch an das Jahr 1958. Da begleitete eine „Accutron“ Uhr den Flug des Satelliten Vanguard I. Auch auf dem Mond diente ab dem Jahre 1969 eine Bulova Accutron zur zeitlichen Kontrolle der Übermittlung von Daten zur Erde.

Inzwischen befindet sich die Marke Bulova, um die es reichlich still geworden war, unter dem Dach der japanischen Citizen Gruppe. Dort machte sie jedoch im Jahr 2016 mit der „Curv“ Armbanduhr, dem ersten gewölbten Chronographen, von sich reden. Gebogene Uhrwerke sind grundsätzlich nicht neu. Schon 1912 stellte Movado die doppelt gekröpfte „Polyplan“ vor.
Das Kaliber der Gekurvten misst und stoppt die Zeit jedoch elektronisch. Mit 262.144 Hertz liegt die Frequenz dabei acht Mal so hoch wie bei Quarzwerken üblich. Entsprechend hoch ist die Präzision. Mit der Krümmung von Uhrwerk und Gehäuse folgt auch die neueste „Curv“ Generation mit blauem Zifferblatt den Konturen des Handgelenks. Nicht zuletzt deshalb konnte diese Armbanduhr den Inhorgenta-Award 2019 für Uhrendesign erringen.

Erschwingliche Manufakturarbeit

Frédérique Constant erweitert auch 2019 das Spektrum seiner Uhrwerke aus eigener Manufaktur. Diese existiert seit dem Jahr 2004. Am Anfang mit manuellem, seit 2006 auch mit automatischem Aufzug.
Das neu entwickelte Rotorkaliber FC-723 beseelt die „Slimline Power Reserve Manufacture”. Wie der Name andeutet, besitzt das Oeuvre eine Gangreserveanzeige. Der zugehörige Zeiger bewegt sich vor einem blauen Zifferblatt. Nach Vollaufzug stehen ausreichende 50 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Neben den Stunden und Minuten lässt sich auch das Datum in analoger Form ablesen. Die mit vier Hertz oszillierende Unruh beobachtet man am besten durch den Sichtboden des 40 Millimeter großen, bis 3 bar wasserdichten Stahlgehäuses.

Absolut zu loben

Eine der gestalterischen Ikonen von Girard-Perregaux heißt „Laureato“. Auch 2019 bringt eine neue Deklination des Klassikers mit sportivem Touch. Sie nennt sich „Laureato Absolute“.

Förmlich ins Auge sticht hier die Kombination aus schwarz beschichtetem Titangehäuse und blauem Zifferblatt. Von innen nach außen wird diese Zifferblatt jedoch zunehmend dunkler. In der 44-Millimeter-Schale, die dem nassen Element bis zu erstaunlichen 30 bar Druck widersteht, tickt das Automatikkaliber GP03300-1058.
Kenner können dieser Bezeichnung entnehmen, dass es sich um eine Kombination aus dem hauseigenen GP3300 mit vier Hertz Unruhfrequenz und einem vorderseitig montierten Stoppmodul handelt. Das Ensemble besteht aus 419 Komponenten, baut lediglich 6,5 Millimeter hoch und besitzt Totalisatoren bis 30 Minuten und 12 Stunden.

Blau mit Mond

Die meisten Email-Zifferblätter für Uhren verknüpft man in der Regel mit der Farbe Weiß. Dass es auch anders geht, beweist Jaeger-LeCoultre bei der „Master Ultra Thin Moon Enamel“. Von dieser Armbanduhr mit handguillochiertem und danach strahlend blau emailliertem Zifferblatt wird es insgesamt nur 100 Exemplare geben.

Ihr 10,04 Millimeter hohes Gehäuse mit moderaten 39 Millimetern Durchmesser besteht aus Weißgold. Für die Indikation der Stunden, Minuten, Sekunden, des Datums sowie der Lichtphasen des Mondes ist das Kaliber 952/2 mit Rotor-Selbstaufzug zuständig. Seine Gangautonomie beträgt rund 70 Stunden. Das Manufaktur-Werke zeigt sich durch einen Saphirglas-Sichtboden. Auf die Gestaltung der Scheibe mit zwei polierten Vollmonden und Sternenhimmel hat die Marke des  Richemont-Konzerns besondere Sorgfalt verwendet. Wie man sieht, hat sich der Aufwand gelohnt.

Mond und Junghans-Stern

Junghans lässt den stählernen „Meister Kalender“ fortan auch in Blau erstrahlen. Diese Uhrenlinie mit extrem schmalem Glasrand gibt es seit den 1930-er Jahren.

Über dem Zifferblatt wölbt sich ein beschichtetes Hart-Plexiglas. Durch den Mineralglas-Sichtboden zeigt sich die Schwungmasse des auf einem Eta 2824 basierenden Automatikkalibers J800.3 mit ca. 38 Stunden Gangautonomie. Vorne trägt es ein Modul mit einfachen Vollkalendarium. Durch zwei Fenster lassen sich die Wochentage und Monate ablesen. Fürs Datum ist ein Zeiger bei „6“ zuständig. Er dreht vor der Mondphasenindikation. Die dafür nötige Scheibe entsteht bei Junghans in der hauseigenen Druckerei. Bei genauem Hinsehen entdeckt man am Himmel den typischen Junghans-Stern. Bis drei bar Druck reicht die Wasserdichte der minimalistischen Schale mit genau 40,4 Millimetern Durchmesser und zwölf Millimeter Bauhöhe.

Weniger ist mehr

Die Uhrenmarke MeisterSinger ist in der Studentenstadt Münster zu Hause. Ob es hierbei einen Zusammenhang gibt ist offen, jedoch seit Anbeginn besteht die Philosophie des Unternehmens in einer besonderen Art der Zeitanzeige. So sucht man bei diesen Uhren aus dem Westfälischen vergeblich nach einem Minutenzeiger. Warum auch. Ein Stundenzeiger reicht tatsächlich, um das unaufhaltsame Fortschreiten der Zeit und damit des kostbarsten Guts der Menschen zu dokumentieren.

Beim neuen „Perigraph“ , welche mit einem markantem Bronzegehäuse auf den Markt gelangt, setzt MeisterSinger indes auf jugendliche Sportlichkeit. Die Gehäuseschale widersteht dem nassen Element nämlich bis zu zwanzig bar Druck. Sie misst dafür 42 Millimeter und verfügt über einen sechsfach verschraubten Boden aus Edelstahl. Um die reduzierte Zeitanzeige kümmert sich entweder das robuste Eta 2824-2 Werk oder das weitgehend baugleiche Kaliber Sellita SW 200-1. Um die Schönheit des dunklen Zifferblatts im Kontrast zum warmen Bronze zu bestaunen, blickt man durch das kratzfeste Saphirglas. Es bietet den Kontrast zum langsam vorrückenden Stundenzeiger.

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