Feine Uhren und markante, farbige Zifferblätter
Mehr Farbe am Handgelenk (Teil 3)

Wer sagt denn, dass farbige Zifferblätter und Luxus-Uhren ein Widerspruch sind? Wir zeigen Ihnen hier spannende Modell mit blauen und grünen oder sogar roten Zifferblättern.

Mehr Farbe am Handgelenk (Teil 3)

Das Modell Polo von Piaget mit waldgrünem Zifferblatt - oder ist es doch mehr petrolfarben?

Piaget übt sich in Stahl

Seit 1979 heißt die sportliche Seite des Uhrengeschäfts von Piaget kurz und bündig „Polo“. 2016 brachte die „Polo S“. Der zusätzliche Buchstabe steht für jenen Stahl, aus dem die Manufaktur das 42 Millimeter große Gehäuse fertigt.

Dieses Gehäuse umfängt das vier Millimeter hoch bauende Automatikkaliber 1110P mit etwa zwei Tagen Gangautonomie. Neben den Stunden, Minuten und Sekunden zeigt das aus 280 Komponenten assemblierte Manufakturwerk auch das Datum. Und zwar in einem Fenster bei der „6“. Hierfür vollzieht die Unruh stündlich 28.800 Halbschwingungen, was einer Frequenz von vier Hertz entspricht. Zum ausdruckstarken grünen Zifferblatt gesellt sich ein Krokoband in der gleichen Farbe.

Dreifach kompliziert

Weniger ist manchmal mehr, und so produziert A. Lange und Söhne vom neuen „Datograph Perpetual Tourbillon“ nur 100 Exemplare. Nun gut, es ist ja auch keine Massenware.

Zum Weißgoldgehäuse mit 41,5 Millimetern Durchmesser bildet das lachsfarben lackierte Zifferblatt aus massivem Rotgold einen perfekten Kontrast. Das verbaute Handaufzugskaliber L952.2 besitzt einem Schaltrad-Chronographen mit Temposchaltung und springendem Minutenzähler.
Hinzu gesellt sich ein ausgesprochen leicht einstellbares, immerwährendes Kalendarium mit ebenfalls springende Anzeigen. Besonderen Komfort bietet hierbei die Schnellkorrekturtaste bei der „10“. Ausgesprochen entspannt geht es auch sonst zu, denn erst nach 122,6 Jahren verlangt der Mond nach einer manuellen Nachbesserung der Mondphase.
Wer das außerdem vorhandene Tourbillon begutachten möchte, kann gebannt durch den Sichtboden schauen. Von vorne wiederum ist der Energievorrat der Gangreserve ersichtlich. So lässt sich bei Zeiten genussvoll das Werk aufziehen.

Klassisches in neuer Kombination

Kaum glaublich, aber 47 Jahre alt ist sie nun und trotzdem unverändert jung. Die klassische „Royal Oak“ von Audemars Piguet. Wie so oft im Leben, werden aber schöne Dinge mit dem Alter eher schöner. Dazu gehört sicher auch dieser Uhren-Klassiker.

Im Jahre 1972  maß das Gehäuse noch 39 Millimeter. Später wurde die Uhr dann größer. Einen Blick zurück wirft auch die so genannte „Jumbo“ des Jahres 2019. Das roségoldene Nagelmuster-Zifferblatt mit lachsfarbener Note erschien 1992 zum 20. Jubiläum dieses Klassikers erstmals auf der Bildfläche. Damals umgeben von einer stählernen Schale mit 39 Millimeter Durchmesser. Aus diesem Material bestand auch das Gliederband.

Beim Newcomer in den genau gleichen Dimensionen verwendet die Familienmanufaktur zur Steigerung der Wertschöpfung nun weißes Gold. Als konstante Größe präsentiert sich dagegen das ultraflache Automatikkaliber 2121 mit der Anzeige von Stunden, Minuten und Datum. Das mit 2,75 Hertz tickende Manufaktur-Werk baut nur dabei nur 3,05 Millimeter hoch. Erfahrene Uhrmacher fügen es schließlich aus 247 Teilen zusammen. Hierfür benötigt es natürlich entsprechende Gangenergie. Diese Kraft steht nach einem Vollaufzug für eine 40-stündige Gangautonomie zur Verfügung.

Lachs aus den Niederlanden

In Holland sind Bart und Tim Grönefeld schon eine uhrmacherische Institution. Drei Jahre nach der „1941 Remontoire“ mit exklusivem Handaufzugswerk lancierten die Niederländer ihre erste Armbanduhr mit Selbstaufzug. Ihr Name – „1941 Principia”.

Ihre nur in einer Drehrichtung wirkende Schwungmasse aus massivem 22-karätigen Gold nutzt in altbekannter Weise die Schwerkraft zum Spannen der Zugfeder. Die Schwungmasse bewegt sich hierbei um ein wartungsfreies Keramik-Kugellager. Vielleicht eine kleine spannende Zahl dazu: Nach insgesamt 633 Rotationen reicht die erzeugte Energie für 24 Stunden Gangautonomie.
Komplett aufgezogen tickt das sorgfältig dekorierte Uhrwerk 56 Stunden lang mit drei Hertz. Durch die Verwendung einer Unruh mit variabler Trägheit kann die Spirale völlig frei atmen. Das Gesamtkunstwerk mit beschichteter Messingplatine und Edelstahlbrücken besteht aus 226 Teilen und baut 5,6 Millimeter hoch. Eine weitere Besonderheit des 39,5 Millimeter großen, aus 54 Komponenten montierten Weißgoldgehäuses besteht in den abnehmbaren Bandanstößen. Auf diese Weise lassen sie sich leichter nachpolieren oder im Fall schwerer Beschädigung auch unproblematisch ersetzen. Aus massivem Silber besteht schließlich das lachsfarbene Zifferblatt.
Das alleine muss es aber nicht gewesen sein. Bart und Tim Grönefeld bieten weitere Möglichkeiten und das Spektrum an Farben ist riesig. Es umfasst selbst Rot und Gelb. Grund genug für die beiden, auch diese Farben für Zifferblätter zu verwenden. Da wird doch etwas für Sie dabei sein?!

Die Farbe der Liebe

Es sollte etwas Besonderes sein. Also hat Kari Voutilainen seine neueste Kreation mit seinem 18-karätigen Weißgoldgehäuse „Vingt-8“, vulgus 28 getauft. Dies jedoch nicht ohne Sinn.

Hinter dem roten Zifferblatt agiert ein selbst entwickeltes und weitgehend handgefertigtes Uhrwerk. Seine Platine, Brücken und Kloben bestehen aus Neusilber, die Räder aus Roségold.
Bei einem Durchmesser von 30 Millimetern baut der Mikrokosmos des Werks gerade einmal 5,6 Millimeter hoch. Zu seinen Besonderheiten gehört außerdem die große, ebenfalls selbst produzierte Unruh. Die zugehörige Unruhspirale verfügt über gleich zwei speziell geformte Endkurven.

Außen wählte der finnische Uhrmacher eine hochgebogene, nach Professor Phillips benannte Spirale. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Breguet. Innen findet sich die von Moritz Grossmann ersonnene und nur sehr selten verwendete Kurve. Hinzu gesellt sich eine spezielle Hemmung mit zwei Hemmrädern, welche den Kraftimpuls direkt, also ohne Anker an die Unruh weiterleiten.
Dieses System, welches Ulysse Nardin in ähnlicher Form schon 2001 im so genannten „Freak“-Uhrwerk verwendete, zeichnet sich durch eine hohe energetische Effizienz aus.

Ein Blickfang aus Luzern

Am Handgelenk ist der „Flying Grand Regulator Limited Edition“ von Chronoswiss wahrhaft unübersehbar. Das Zifferblatt in Gelb gepaart mit Schwarz und Rot kann man mit Fug und Recht als ungewöhnlich bezeichnen.

Besonders Markant sind auch die 44 Millimeter Durchmesser des DLC-beschichtetem Stahlgehäuses. Starke Anziehungskraft übt freilich nicht nur die Signalfarbe des geprägten Zifferblatts aus, sondern auch die hoch gesetzten Ringe mit roten Indexen und die gleichfarbigen Zeiger.
Am hinteren Ende des zentral drehenden Minutenzeigers findet sich ein kurzer Stummel. Zusammen mit einer spiegelverkehrten Minutenskala ersetzt er jene Indexierung, welche der trichterförmige Stundenring überdeckt. Durch den Sichtboden zeigt sich das Handaufzugskaliber C. 678. Als Basis hierfür dient das altbewährte Eta 6498 mit knapp 37 Millimeter Durchmesser. Nach nur dreißig Exemplaren endet die Produktion. Uhrenliebhaber mit einem Faible für Gelb sollten also schnell sein.

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