Patek Philippe unter Thierry Stern (Teil 5)
Die Patek Philippe Geschichte: Der Erfolg der Beständigkeit

Mit dem Wechsel an der Spitze von Philippe zu Thierry Stern ging der Erfolg weiter. Aber Patek setzt nicht auf rasendes Wachstum, sondern alte Tugenden wie Tradition, Kontinuität und Beständigkeit. Trotzdem gibt es immer wieder Verkaufsgerüchte.

Die Patek Philippe Geschichte: Der Erfolg der Beständigkeit

Mit dem Wechsel an der Spitze von Philippe zu Thierry Stern ging der Erfolg weiter. Aber Patek setzt nicht auf rasendes Wachstum, sondern alte Tugenden wie Tradition, Kontinuität und Beständigkeit. Trotzdem gibt es immer wieder Verkaufsgerüchte.

Wenn der Vater mit dem Sohne 

Patek Phillippe gut bestellt in die Hände der kommenden Generation zu legen, dies ist auch der Leitgedanken von Thierry Stern. Durfte er doch von seinem Vater Philippe Stern die Leitung der Familienmanufaktur übernehmen und fortan erfolgreich die Geschicke des Unternehmens lenken.
Dabei passt Thierry Stern im ersten Moment so gar nicht zur Vorstellung, die man sich vom Präsidenten einer der renommiertesten Uhrenmanufakturen der Welt machen würde. Der 50-jährige Präsident von Patek ist nicht laut, nicht glatt oder ein Mann des großen Auftritts. Thierry Stern ist vielmehr unprätentiös und misst Äußerlichkeiten wenig Bedeutung bei. Hier zeigt sich wohl der Einfluss seines Vaters Philippe. Dieser hatte seinen Sohn nach Absolvieren der Wirtschaftsakademie und der Genfer Uhrmacherschule der Tradition der Familie Stern folgend über Jahre hinweg gründlich auf die verantwortungsvolle Chefrolle bei Patek Philippe vorbereitet hat. Im Jahr 2009, also ebenfalls im Alter von 39 Jahren trat Thierry schließlich in die großen Fußstapfen von Philippe Stern.

Seine erste Armbanduhr, es war eine stählerne Nautilus, hatte Thierry Stern, „so, wie es in unserer Familie Tradition ist“ im Alter von 20 Jahren bekommen. Spricht man Thierry Stern allerdings auf den stählernen Patek Bestseller und seine ellenlangen Wartelisten an, ist das augenzwinkernde Bekenntnis zu hören, dass man diese Armbanduhr um jeglicher Spekulation entgegenzutreten eigentlich einstellen müsste, „aber da würde meine Finanzabteilung heftig protestieren.“ Also wird es das Gemeinschaftsprojekt von Gérald Genta und Philippe Stern noch lange geben.

Von langer Lebensdauer wird wohl auch Thierry Sterns eigenes Erstlingswerk, die sportivere „Aquanaut“ mit Kautschukband sein. Sie ist inzwischen nicht minder begehrt als die Nautilus und entsprechend lange sind die Wartezeiten.  

Wehret den Anfängen

Nicht minder erfolgreich ist Thierry Stern auch im Verhindern eines Grau- und Parallelmarktes. Wie zuvor schon sein Vater Philippe geht der aktuelle Patek Philippe Präsident hier mit größter Entschlossenheit dagegen vor. Pure Spekulanten ohne echtes Faible für die Zeitmesser der Uhrenmanufaktur aus Genf sind ihm ein Dorn im Auge. Daher finden sich durch Testkäufe entlarvte Spekulanten schnell auf einer Schwarze Liste wieder und werden von weiteren Käufen ausgeschlossen.
Ebenso schnell verlieren auch unseriöse Konzessionäre die Berechtigung zum Vertrieb von Patek Philippe Uhren. Dabei ist der Kreis der Konzessionäre weltweit bereits sehr klein und ausgesprochen exklusiv.

Für besonders begehrte, weil komplizierte und wertvolle Uhren wie eine Patek Philippe Minutenrepetition, eine Alarm Travel Time oder ein komplizierter ewiger Kalender müssen sich Interessenten sogar persönlich identifizieren. Die Anfrage geht dann zusammen mit den persönlichen Daten an Thierry Stern. Er hebt oder senkt dann den Daumen. Auch wenn dies zunächst etwas archaisch klingen mag hilft es doch, Uhrenspekulanten mit Sinn nach schnellem Gewinn und Uhrenliebhaber der Marke Patek Philippe auseinander zu halten.

Der schöne Klang der Alarm Travel Time Referenz 5520.

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In bester Familientradition

Auch zu Lieferanten pflegt Thierry Stern wie auch schon sein Vater und Großvater ein sehr persönliches Verhältnis. „Wenn ich zu einem Geschäftspartner komme, der schon mit meinem Vater zusammengearbeitet hat, ist das eine völlig andere Grundlage als wenn ständig die Geschäftsführer wechseln würden. Unser Vorteil besteht in unserer Glaubwürdigkeit, welche wir ganz persönlich verkörpern. Menschen, die mit uns Geschäfte machen wissen, dass das, was wir tun, ernsthaft und vernünftig getan wird. Wir konzentrieren uns auf unser Können und verwässern die Marke nicht.“

Menschen, die mit uns Geschäfte machen wissen, dass das, was wir tun, ernsthaft und vernünftig getan wird.

Thierry Stern

Präsident, Patek Philippe

In bester Familientradition

Wer mit Thierry Stern über Patek Philippe, die Philosophie der Marke, Visionen und die Uhren spricht, meint Vater Philippe reden zu hören. Der Apfel ist in der Tat nicht weit vom Stamm gefallen. „Immerhin hatte ich den besten Lehrmeister, den man sich nur wünschen konnte. Vor allem, was sein strategisches Geschick angeht.“

Aber als Blaupause seines Vaters möchte er sich selbst keinesfalls verstanden wissen. „Jede Generation muss das Unternehmen an die Gegenwart anpassen, um sie in die Zukunft führen zu können. Andererseits verlangt eine so starke Marke wie Patek Philippe nicht nach radikalen Umwälzungen, sondern braucht vor allem Kontinuität.“

In Händen der Familie

Bis zum Ruhestand hat Thierry Stern zwar noch reichlich Zeit, aber die Nachfolge-Frage stellt sich allein schon deshalb, weil ein Verkauf des Familienunternehmens trotz gebotener Rekordsummen von kolportierten 10 Milliarden Euro nicht zur Debatte steht. Zwei Söhne im heranwachsenden Alter repräsentieren bereits die fünfte Generation der Familie Stern im Einsatz für Patek Philippe.
Der Jüngere besucht gerade eine Uhrmacherschule und auch der Ältere
durchläuft eine Ausbildung. Unerkannt von den meisten Gästen war der Sprössling sogar während der Ausstellung in Singapur bereits zugegen.

Zu sehen waren 180 Jahre Patek Philippe Uhren und Markentradition, davon zur Hälfte geprägt durch die Familie Stern. Und die Zeichen stehen gut, dass der von Charles und Jean Stern und später Henri, Phillip und Thierry Stern gelebte Geist der Marke Patek Philippe noch viele Jahrzehnte weiterbesteht.
Eine echte Familiengeschichte eben.

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